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Seit 125 Jahren ein „Aktivposten“

Hartenroder Kirchenchor Seit 125 Jahren ein „Aktivposten“

Am Sonntag feiert der Hartenroder Kirchenchor sein 125-jähriges 
Bestehen mit einem 
Festgottesdienst.

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Das Foto entstand 1890 und zeigt Sänger des Kirchenchors mit Gründer Erwin Gros (Mitte).

Quelle: privat

Hartenrod. Als Gründungsvater des Jubiläumschors gilt Erwin Gros, ein damals junger Pfarrer aus dem Westerwald. Es sei ein umtriebiger und engagierter Geistlicher gewesen, der in Hartenrod bleibende Spuren hinterließ (1890-1897), berichtet Kirchenchor-Chronist Hermann Bamberger. Zudem war Gros ein bekannter Schriftsteller, der eine Reihe von Romanen und Erzählungen verfasst habe.

Schon im ersten Jahr seiner Tätigkeit im Jahre 1890 fand am 1. Weihnachtstag der erste Auftritt des Chores statt. Der Chorgesang sollte „zur Verschönerung des Gottesdienstes dienen und zur Pflege christlichen Gemeinschaftslebens“, schreibt Gros, und weiter: „120 Männlein und Fräulein sangen in erster Begeisterung, aber nach und nach hat sich das auf 40 tüchtige Sänger eingespielt.“

Die ersten Chorleiter nach Erwin Gros waren Lehrer oder die Pfarrer selbst, je nach musikalischem Vermögen. In der Folgezeit wurde der Chor von zwei Dirigenten geprägt. Zum einen war dies Schreinermeister Karl Schäfer, der nahezu 40 Jahre lang als Organist und als Leiter von Kirchen- und Posaunenchor wirkte. Als sein Nachfolger übernahm ab 1968 Hartmut Koch für die nächsten 42 Jahre den Dirigentenstab. In dieser Blütezeit des Chores fand er mit vielen musikalischen Aktivitäten Anerkennung, berichtet Bamberger.

Chor hat Nachwuchssorgen

Die Nachfolge von Koch trat Ingeborg Hinterlang an. Bis heute arbeitet sie im Sinne ihrer Vorgänger, erzählt der Chronist. Aus den zahllosen Chorkonzerten der vergangenen Jahrzehnte erwähnt er besonders die Mitgestaltung von Gottesdiensten im Jahres- und Festrhythmus, das Singen bei 80. Geburtstagen und während der Altenheimgottesdiensten sowie bei Aufführungen von geistlichen Konzerten. Der Chor überzeugte bei der Präsentation von Chorälen, Messen, Passionen, Kantaten, Motetten und Oratorien von Meistern der Barock- und Neuzeit.

Viele der heutigen Sänger sind bereits seit Jahren aktiv, etliche seit 40, 50, 60 Jahren und darüber hinaus. Dies entwickele sich laut Bamberger auch zu einem Problem: Der Chor ist überaltert, es fehlt an Nachwuchs. „Wenn das auch wie eine düstere Perspektive aussieht, wollen und werden die derzeitig 26 Sänger alles tun, um nach 125 Jahren nicht das Ende des Chores einläuten zu müssen“, sagt der Chronist und fragt: „Was wäre die Kirchengemeinde Hartenrod ohne den Aktivposten Kirchenchor?“

  • Der Festgottesdienst anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Hartenroder Kirchenchors beginnt am Sonntag, 14. Mai, um 10 Uhr in der katholischen Kirche Hartenrod.
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Hartenroder Kirchenchor
Der Kirchenchor Hartenrod feierte sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst. Foto: Peter Piplies

Seit 125 Jahren singen die Christen aus Hartenrod und Schlierbach gemeinsam. Nun feierte der ­Kirchenchor der evangelischen Gemeinde sein ­Jubiläum mit einem Festgottesdienst.

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