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Gemeindewald wirft kleinen Gewinn ab

Forsteinrichtungswerk Gemeindewald wirft kleinen Gewinn ab

Der Bad Endbacher Haupt- und Finanzausschuss hat für das neue Forsteinrichtungswerk gestimmt. Über das Schriftstück zur Waldinventur inklusive Zukunftsplan entscheidet das Gemeindeparlament.

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Ein Waldarbeiter beim Zersägen eines Baumstamms. Der Waldboden in der Gemeinde Bad Endbach bietet den Bäumen keine gute Nährstoffversorgung.

Quelle: Tobias Hirsch

Bad Endbach. Das Forsteinrichtungswerk für den Gemeindewald muss laut hessischem Waldgesetz alle zehn Jahre neu aufgestellt werden. Es erfasst unter anderem den Zustand des Waldes und dient zur Festlegung von Hiebsätzen.

Der kommissarische Forstamtsleiter Lars Wagner und Revierförster Siegbert Rössler erläuterten in der Sitzung die Ergebnisse des von einem externen Gutachter ausgearbeiteten Forsteinrichtungswerks. Grundsätzlich haben die Waldbäume in der Gemeinde Bad Endbach eine schlechte bis mittlere Nährstoffversorgung.

Die Böden könnten auch das nötige Regenwasser nicht besonders gut speichern, erklärte Wagner. Dies werde zum Teil mit dem guten Niederschlag in der Wachstumsperiode der Bäume ausgeglichen. Diese eher mäßigen Grundlagen für das Baumwachstum würden sich allerdings im gesamten Gebiet des Forstamtes Biedenkopf finden.

Besondere Pflege soll Bestände sichern

Neben diesen geografisch-klimatischen Gegebenheiten habe vor allem „Kyrill“ im Januar 2007 langfristige negative Folgen für die Wälder in Bad Endbach gehabt. Der Orkan hatte den Großteil der schlagreifen Fichten und Tannen umgeworfen, umgeknickt oder angerissen, die dann alle gefällt beziehungsweise verarbeitet und verkauft werden mussten.

Nun gebe es so gut wie keine Fichtenvorräte mehr, die gefällt und verkauft werden könnten. Statt dieser Einnahmen kommen in den kommenden Jahren Kosten für Neuanpflanzung und Pflege der jungen Bäume auf die Kommune zu. Die genauen Zahlen für 2017 hatten Wagner und Rössler im Forstwirtschaftsplan aufgearbeitet und den Ausschussmitgliedern vorgestellt. Damit sich die Waldbestände mittel- und langfristig wieder erholen können, sind weitere Pflege- und Schutzmaßnahmen für die Jungbäume notwendig.

Forstamtsleiter empfiehlt höhere Abschusszahlen

Trotzdem kommt in dem Zahlenwerk am Ende des Jahres ein kleines Plus von 16.851 Euro für die Gemeinde heraus. Die Fachleute kalkulieren mit Einnahmen von knapp 145.000 Euro aus dem Gemeindewald. Dem gegenüber stehen Kosten in Höhe von knapp 128.000 Euro.

Neben den Ausgaben von knapp 42.000 Euro für den Holzeinschlag und den etwa 25.000 Euro für die Neuanpflanzung und Pflege schlagen 14.520 Euro für den Schutz gegen Wildschäden zu Buche. Dieser Betrag macht elf Prozent der Gesamtkosten aus und ist mit den ungewöhnlich großen Verbiss-Schäden zu begründen.

Wagner gab den Rat, mit den jeweiligen Jagdpächtern zu reden, die Abschusszahlen deutlich zu erhöhen und sich über die entsprechenden Flächen mit den Jägern abzustimmen. Es sei sinnvoller, das Wild vermehrt auf den jungen Waldflächen zu bejagen, damit die Verbiss-Schäden sinken, anstatt die Rehe auch noch mit Salzlecksteinen auf solche problematischen Waldstücke zu locken.

Der Bad Endbacher Haupt- und Finanzausschuss sprach sich ebenfalls einstimmig für den Forstwirtschaftsplan 2017 aus. Die Entscheidung trifft das Gemeindeparlament.

von Peter Piplies

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