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Freie Wähler freuen sich auf Opposition

Parlament Bad Endbach Freie Wähler freuen sich auf Opposition

Die Tinte war noch nicht ganz trocken unter dem Koalitionsvertrag zwischen den Bad Endbacher Sozialdemokraten und der Freien Wählergemeinschaft (FWG), da ist die Zusammenarbeit auch schon vorbei. Die SPD kündigte vergangene Woche nach 18 Monaten die Zusammenarbeit auf, weil sie die fehlende Fairness im Bürgermeisterwahlkampf bemängelt. Jetzt meldet sich die FWG erstmals zu Wort.

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Der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten ist Anlass für Zoff zwischen SPD und FW. In der Stichwahl unterlag Karina ­Schlemper-Latzel (links) Julian Schweitzer.

Quelle: Christian Röder

Bad Endbach. Fraktionsvorsitzender Horst Kaiser zeigt sich überrascht über die Vorgehensweise des einstigen Partners. Haben er und seine Fraktionskollegen doch über die Tageszeitung von dem Ende der Koalition erfahren ( wir berichteten). „Keine weltbewegende Überraschung, aber ein inakzeptabler Ablauf der Entscheidung und Bekanntgabe“, teilt die FWG-Fraktionsspitze in einer Presseerklärung mit.

„Guter Stil, wie von der SPD gefordert, sieht anders aus“, sagt Kaiser. Vor eineinhalb Jahren hätten sich die FWG und die SPD – gut überlegt und bewusst – für eine Koalition entschieden. Auf diese Weise seien gewünschte Personalentscheidungen getroffen, umgesetzt und ambitionierte Ziele für das gemeinsame Handeln formuliert worden. Die FWG will sich nicht zu den von der SPD in den Raum gestellten Vorwürfen äußern. „Für weitere, spekulative Berichte stehen wir nicht zur Verfügung. Die FWG freut sich auf ihre neue Rolle in der Opposition und baut auf parteiübergreifende positive Entwicklungen im Miteinander in der Gemeindevertretung.

Die Auflösung einer Koalition sei in einer Demokratie nichts Besonderes. Solange es zum Wohle der Bürger ist, müsse man dies befürworten. Auf kommunaler Ebene sollte es aber nicht um Macht oder Parteiinteressen gehen. Deshalb sieht Kaiser unter den neuen Umständen für Bad Endbach auch eine Chance. Der designierte Bürgermeister Julian Schweitzer habe nun Gelegenheit, in allen Fraktionen gemeinsame Ziele für die Kommunen zu definieren.

„Es wird sich zeigen, auf welche Weise es ihm gelingt, das Wissen der älteren, politik‑
erfahrenen Gemeindevertreter so einzubinden, dass sich die 
,jungen Wilden‘ in den Gremien angesprochen fühlen und parteiübergreifend arbeiten“, sagt Kaiser.

Die CDU hat nun die Zügel in der Hand als eventueller Partner der SPD. Aufgrund der Historie ist allerdings eine Koalitionsvereinbarung sehr fraglich.

von Silke Pfeifer-Sternke

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