Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
„Königin der Instrumente“ spielend erklärt

Bottenhorner Orgel „Königin der Instrumente“ spielend erklärt

Seltene Einblicke in ein ­Instrument, das sie jede Woche hören, haben nun die Bottenhorner erhalten. Anlässlich des 100. Jahrestages ihrer Weihe erkundete Organist Holger Staus die Orgel in der Kirche.

Voriger Artikel
Rheumazentrum feiert Richtfest
Nächster Artikel
Gemeindewald wirft kleinen Gewinn ab

Organist Holger Staus weihte die Besucher der Bottenhorner Kirche in die Besonderheiten der Orgel ein.

Quelle: Sascha Valentin

Bottenhorn. Anhand von Musikstücken aus verschiedenen Epochen erfuhren die Kirchenbesucher, welche Klangfülle und baulichen Besonderheiten in der Orgel stecken. Damit sie dabei nicht nur den Klang wahrnahmen, sondern auch verfolgen konnten, wie er zustande kommt, sorgte Volkhard Luy dafür, dass das Bild des die Orgel spielenden Holger Staus auf ­eine Leinwand in das untere Kirchenschiff übertragen wurde. Dabei setzte er teilweise Bild-in-Bild-Technik ein, so dass die Besucher gleichzeitig das Spiel der Finger auf dem Manual und die Fußarbeit auf den Pedalen sehen konnten.

Überdies versorgte Staus die Besucher mit Informationen rund um die „kleinen Geheimnisse“ der Orgel, die beim sonntäglichen Spiel niemandem auffallen. Dazu gehöre etwa, dass es der Bottenhorner als romantische Orgel bisweilen schwer falle, barocke Kompositionen klangrein wiederzugeben.
Aufgrund einer unterschiedlichen Registerverteilung klingen barocke Stücke auf dieser Orgel nämlich weniger luftig, sondern eher schwer und dunkel, erklärte der Kirchenmusiker. Besonders französische Barockmusik würde deswegen auf diesem Instrument sehr gewöhnungsbedürftig klingen.

Termine

Freitag, 16. Juni, 19 Uhr: Orgelkonzert mit Werken aus der Zeit des Baus der Orgel.

Sonntag, 25. Juni, 17 Uhr: Konzert mit Clemens Bittlinger, wobei sein musikalischer Partner David Plüss, der sonst das Keyboard spielt, an der Orgel Platz nimmt.

Sonntag, 17. September, 18.30 Uhr: Konzert unter dem Motto „Orgel trifft ...“, bei dem neben der Orgel noch weitere Instrumente zum Einsatz kommen und auch gesungen wird.

Auch stellte Staus den Besuchern die vielfältigen Klangfarben ein, die das Instrument dank der verschiedenen Register zu erzeugen imstande ist. Per Tastendruck lässt sich die Klangcharakteristik der Orgel umstellen. Prinzipal- und Subbass etwa sorgen für einen satten Klang, die Trompete für ­einen kräftigen, der Choralbass hebt die Melodie im Pedal hervor, während der Gedecktbass seinem Namen alle Ehre macht und die Melodie leise und gedeckt klingen lässt. Auf diese Weise könne die Orgel auch sehr leise gespielt werden, verdeutlichte der Organist.

Eine weitere Besonderheit stellen die Umstelltasten im zweiten Manual dar. Dank ihrer kämen die acht Register im zweiten Manual praktisch dreimal vor, erklärte Staus – jeweils in ­einer anderen Klangfarbe.

Gemeinsam mit Küster Gero Arnold erklärte der Organist zudem, dass sich die Bottenhorner Orgel noch wie früher ohne Strom spielen lässt. In diesem Falle muss jedoch jemand mittels eines Blasebalgs Luft in das Instrument pumpen, was besonders bei langen und lauten Stücken an die Kondition ginge. Davon konnte Arnold nach seinem Einsatz ein Liedchen singen. Im Anschluss an die Präsentation hatten die Besucher Gelegenheit, die Orgel aus der Nähe zu betrachten und einen Blick in ihr Innenleben zu werfen. Am nächsten Tag wurde die Orgelweihe vor 100 Jahren mit einem Festgottesdienst gefeiert.

von Sascha Valentin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr