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Gruß aus Bad Endbach landet in Israel

Eisenbahnfan Günther Klebes Gruß aus Bad Endbach landet in Israel

Im Internet ersteigerte 
Eisenbahnfan und Sammler Günther Klebes eine
 Ansichtskarte mit der Aar-Salzböde-Bahn bei einem Anbieter aus Israel.

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Günther Klebes hat diese Karte aus Bad Endbach bei einem Anbieter in Israel ersteigert.

Quelle: privat

Bad Endbach. Im digitalen Zeitalter scheint die gute alte­ Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein – oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 68-jährige Franke liebt alte Postkarten, vor allem mit eisenbahnhistorischen Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Seine jüngste Errungenschaft ist eine Ansichtskarte mit einem Dampfzug der Aar-Salzböde-Bahn bei Bad Endbach. Sie wurde am 30. Juni 1958 abgeschickt. Sie ist bis auf die letzte Zeile beschrieben und enthält gute Wünsche für den Start bei der neuen Arbeitsstelle und den Wunsch nach der Zusendung von Bildern.

Auf die Karte gestoßen ist Klebes in einer luxemburgischen Internet-Auktion. Sie wurde als „Steamtrain of Germany“ angeboten. Die Bahn erkannte Klebes nicht auf Anhieb. Der Aufdruck auf der Rückseite lieferte wichtige Details, erklärte der aus Erlangen stammende Schulbusfahrer. Postkarten mit unterschiedlichsten Zügen und Brücken in Hessen, zählen seit langem zu seiner rund 600 Exponate umfassenden Sammlung. Eine Ansicht vom Hessischen Hinterland fehlte noch.

Die Karte wurde 1958 nach Berlin-Siemensstadt mit einer­ Briefmarke mit dem Konterfei des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss verschickt. Erstaunlich war für Klebes (Privatfoto), dass der Anbieter ­
eine Adresse in Israel hatte. Die Wunschkarte ersteigerte er schließlich als einziger Bieter zum Schnäppchenpreis von 1,50 Euro.

Er wäre durchaus bereit gewesen, dafür bis zu fünf Euro zu zahlen, weil es sich um eine selten angebotene Karte handelte. Letztlich war das auch der Betrag, den er für den eingeschriebenen Auslandsbrief zahlte. Es gebe aber auch Philokartisten, die einen zweistelligen Betrag für eine Ansichtskarte hinblättern würden, weiß er zu berichten.

Wie die Postkarte von Berlin nach Israel gelangte, darüber kann der Sammler nur spekulieren. Es könnte sein, dass der Grund eine Auswanderung ist oder dass ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weitervermarktet. Klebes Sammellust in Sachen Bahn-Postkarten ist kein Einzelfall. Er berichtet von speziellen Ausstellungen für ­Eisenbahn-Philatelisten. Und dann gibt es noch das Internet, das Sammler wie Klebes nach Exponaten wie der Ansichtskarte aus dem Gladenbacher Bergland durchforsten.

Der 68-Jährige sammelt begeistert „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen – die so genannten „Rotkäppchen“– neben zahlreichen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Zudem arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, sein Hobby ist „Bahn fahren“, und selbst die Hochzeitsreise ging vor 34 Jahren mit dem Glacier-Express von St. Moritz nach Zermatt. Sehr oft ist er mit der Bahn unterwegs – „auch im Hessischen“.

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