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Ein christdemokratischer Einzelkämpfer

Bürgermeister-Wahl Bad Endbach Ein christdemokratischer Einzelkämpfer

Vom Sitz im Ortsbeirat auf den Stuhl des Bürgermeisters im Rathaus – zu diesem Sprung setzt der 40-jährige Hartenroder an.

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Armin Müller-Rasmussen aus Hartenrod tritt als unabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Bad Endbach an.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. Als unabhängiger Kandidat will Armin Müller-Rasmussen auf den Bürgermeisterstuhl im Rathaus der Gemeinde Bad Endbach gelangen. Dieses Ziel teilte der 40-jährige Hartenroder dem CDU-Parteivorstand Bad Endbachs mit, nachdem feststand, dass Amtsinhaber Markus Schäfer nicht mehr für das Amt kandidieren wird.

Mit Schäfer verbindet den nicht mehr aktiven Schornsteinfegermeister einiges. Seine politische Laufbahn verlief fast parallel zu der des noch bis Januar 2018 amtierenden Bürgermeisters. Als dieser vor rund 12 Jahren die Wahl gewann, zog auch Müller-Rasmussen in den Gemeindevorstand ein, lernte die Verwaltung kennen und erfuhr auch, welche Schwierigkeiten das Amt mit sich bringen kann.

Auch diese Erfahrung spielt in seinem Entschluss mit, im Wahlkampf auf den Rückhalt einer Partei zu verzichten. „Polemik gehört nicht in die Kommunalpolitik“, findet der in Gönnern geborene Christdemokrat. Zudem möchte er auch der Bürgermeister aller Bad Endbacher sein, was mit der Unterstützung einer Partei schwierig sei. Der CDU gehört er wegen seiner persönlichen Einstellung zur Bundespolitik an, die auch in der Familientradition begründet ist.

Kandidaten

Armin Müller-Rasmussen ist der vierte Kandidat für die am 24. September in Bad Endbach stattfindende Bürgermeisterwahl. Bereits nominiert waren: Henning Hild von der CDU, Julian Schweitzer von der SPD. Karina Schlemper-Latzel genießt als unabhängige Kandidatin die Unterstützung der Freien Wähler.

Aber auf kommunaler Ebene schätzt er, dass es verschiedene Ansichten gibt und man dennoch versucht, zu einer Einigung zu kommen. Ein „Kollektivdenken“ in die Gemeinde­vertretung zu verankern, ist ­eines der Vorhaben des 40-Jährigen. Nur so seien Projekte wie die Therme oder die Windparks zu verwirklichen. Dazu setzt er auf den Dialog.

Seine Gesprächsbereitschaft war es auch, die ihn im Jahr 2011 nach einem Sportunfall dazu brachte, statt zum angeratenen kaufmännischen Angestellten zum Versicherungsfachmann umzuschulen. Seitdem ist er in Steffenberg „immer im Dialog mit den Kunden“, hat ein Ohr für ihre Anliegen, stellt sich auch der Kritik und steht zu Entscheidungen.

Zum Beispiel zu den Windkraftanlagen. „Die Energiewende geht nur mit regenerativen Rohstoffen“, ist Müller-Rasmussen überzeugt, der von seinem Haus aus auf zwei Windräder blickt. Ob es weitere Anlagen in der Gemeinde geben soll, hänge davon ab, „wie die Weichen gestellt werden“. Man dürfe den Anlagenbau auch nicht überreizen, sondern müsse auf einen Mix setzen.

Schließlich sei die schöne­ Landschaft eines der Pfunde,­ mit denen Bad Endbach wuchern kann und nach seiner­ Ansicht auch sollte. Es gelte,­ den nachhaltigen Tourismus zu stärken, die steigenden Anforderungen an die Therme zu bewältigen und die Kliniken zu unterstützen. „Wir müssen für alle Generationen diesen Wohlfühlort ausbauen“, sagt der Bürgermeisterkandidat.

Müller-Rasmussen setzt auf soziale Medien

Dazu gehört auch, die Vision­ eines Hotels weiter zu verfolgen. Bisher sei ein passender Investor noch nicht gefunden, doch ein solches Haus ließe Arbeitsplätze entstehen, die Steuereinnahmen steigen und womöglich auch neue Bürger in die Gemeinde ziehen. Weitere Ziele sind eine bezahlbare und arbeitnehmerfreundliche Kinderbetreuung sowie die Ausweitung des Dorfladenkonzepts mit der Lebenshilfe.

Dass eine Aufgabe mit 60 und mehr Arbeitsstunden auf ihn zukommt, weiß der Bürgermeisterkandidat sehr wohl. Ebenso weiß er aber auch um die Unterstützung seiner Familie. Seine Ehefrau Heike lernte er über das gemeinsame Hobby kennen. Mittlerweile betreibt sie, nachdem sie aus Schleswig-Holstein übersiedelte, eine Reitanlage in Hartenrod. Mittlerweile verlagern sich die Hobbys des Vaters auf die des siebenjährigen Sohnes.

Der Zeit für eine aufwendige Wahlwerbung als Einzelkämpfer sind daher durchaus zeitliche Grenzen gesetzt. „Alle rund 3000 Wahlberechtigte, werde ich nicht besuchen können“, hat Armin Müller-Rasmussen schon realisiert. Ein plakativer Wahlkampf kommt für ihn aber auch nicht infrage. Als „nicht mehr zeitgemäß“, bezeichnet er diesen. Er will vielmehr die sozialen Netzwerke nutzen. Über diese erhielt er auch schon „viele positive Resonanzen“, seitdem er mit seiner Bürgermeisterkandidatur an die Öffentlichkeit ging.

von Gianfranco Fain

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