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„Den Blick nach außen richten“

FeG Bad Endbach: neuer Pastor „Den Blick nach außen richten“

Nur in den eigenen vier Wänden bleiben? Damit kann Torben Plitt nicht viel anfangen. Er „möchte den Blick ganz bewusst nach außen richten“.

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Lesen ist ein wichtiger Teil seines Lebens: Torben Plitt, neuer Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Bad Endbach.

Quelle: Christian Hoge

Bad Endbach. Am Sonntag, 2. Juli, wird der 32-Jährige sein Amt offiziell antreten – dann wartet die festliche Einführung. Wer mit Torben Plitt ins Gespräch kommt, merkt schnell: Der dreifache Familienvater kann gut zuhören und hat am Austausch reges Interesse. „Von anderen Menschen kann man jede Menge lernen“, erklärt Plitt. Ein zentrales Anliegen ist ihm die Teilnahme am Bad Endbacher Vereinsleben. Der Punkt „Kontakte knüpfen“ steht auf seiner To-do-
Liste ganz weit oben. Plitt will Türen öffnen, nicht schließen.

Diese Eigenschaften pflegt er derzeit als Jugendpastor der Evangelischen Gemeinschaft Hartenrod. „Meine Eltern haben mir zum Thema Glaube viel mitgegeben – aber nie engstirnig“, blickt er zurück. Seine Jugendzeit, die er in Kirchvers verbrachte, sei prägend für seinen weiteren Lebensweg gewesen.
Regelmäßig war er auf Freizeiten unterwegs – viel Zeit für unzählige Gespräche. Damals lernte er auch seine Frau Stefanie kennen. Das Ehepaar lebt mit seinen drei Söhnen im Gladenbacher Stadtteil Erdhausen.

Die Gemeinschaft – noch so ein Eckpfeiler, auf den Plitt nur höchst ungerne verzichtet. „Die Freizeiten in meiner Jugend waren die intensivsten, besten Zeiten. Es sind immer Menschen, die uns prägen“, betont der künftige Pastor. Für die Kinder in seiner Gemeinde möchte er auch deshalb „etwas auf die Beine stellen“. Freizeiten plant er in jedem Fall – allein wegen der eigenen prägenden Erfahrungen. Schließlich liebt er die Gemeinschaft: Ob beim Skifahren, Musikhören oder Fußball. Jahrelang jagte er als Kapitän des SV Rot-Weiß Hartenrod dem runden Leder hinterher. Von klein auf ist er Fan von Eintracht Frankfurt.

Zur Person

Name: Torben Plitt
Alter: 32 Jahre
Wohnort: Gladenbach-Erdhausen
Familie: verheiratet mit Stefanie, drei Söhne.
Studium: Freie Theologische Hochschule Gießen, Philipps-Universität Marburg, Dissertation: Evangelisch Theologische Fakultät Leuven (Belgien).
Werdegang: Jugendpastor der Evangelischen Gemeinschaft Hartenrod (2008 bis 2017), Mitarbeit an der Revision der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“, Schwerpunkt Neues Testament (2011 bis 2012).

Es gibt aber auch noch den anderen Torben Plitt: ruhig und nachdenklich. „Ich bin eher derjenige, der abends den Fernseher mal auslässt und ein Buch in die Hand nimmt“, erklärt er. Oft seien das Sachbücher – aber nicht nur solche, die sich mit Gott und Religion auseinandersetzen. Ohnehin hat er, was das betrifft, eine klare Haltung: „Man muss nicht unbedingt immer über Gott reden, um ihn zu erleben.“ Der Glaube, betont Plitt, helfe ihm regelmäßig im Alltag. Ob im Beruf oder auf dem Fußballplatz. „Mir gibt das im Leben einen gewissen Halt“, sagt er, fährt sich nachdenklich über das Kinn und fügt hinzu: „Es macht mich einfach wesentlich entspannter.“

Wo es hingehen soll, war für Plitt schon früh klar: Bereits mit 15 Jahren reifte seine Entscheidung, nach der Schule Theologie zu studieren. Auch, wenn eine Tätigkeit als Pastor noch weit weg war. „Mein Interesse an Gott und der Entstehung der Bibel war damals schon groß. Mich treibt seitdem die Frage nach dem Sinn des Lebens um“, erinnert sich der heute 32-Jährige. Sein Weg führte ihn zunächst an die Freie Theologische Hochschule Gießen, eine der größten evangelikal geprägten Hochschulen im deutschsprachigen Raum.

Plitt wollte aber auch eine andere Perspektive kennenlernen: So zog es ihn an die Theologische Fakultät der Philipps-Universität Marburg. „Dort habe ich mich auch einmal mit ganz anderen Positionen auseinandergesetzt. Manchmal muss man sich auch einmal selbst hinterfragen“, sagt er. Nicht immer sei das anfangs leicht gewesen – aber wertvoll und in jedem Fall die richtige Entscheidung. Derzeit arbeitet er an der Evangelisch Theologischen Fakultät Leuven in Belgien an seiner Promotion.

Wo seine Schwerpunkte in Bad Endbach liegen werden, möchte Plitt entscheiden, sobald er die Gemeinde besser kennengelernt hat. Der erste Eindruck sei vielversprechend: Als „sympathisch und humorvoll“ beschreibt er die Menschen. Er wolle auch den Kontakt zu den Älteren suchen. Das Wichtigste – egal mit wem – sei das Gespräch. Und das, das versteht sich für Plitt von selbst, inner- und außerhalb der Gemeinde.

von Christian Hoge

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