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Wieder zurück in die Kommunalpolitik

Bürgermeister-Wahl Bad Endbach Wieder zurück in die Kommunalpolitik

Schon zu seiner Zeit als Gemeindevertreter hatte der Rechtsanwalt das 
 Bürgermeisteramt im 
Visier. Nach einer kurzen 
Abkehr von der Politik, wagt der 54-Jährige 
den letzten Schritt.

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Volker Jakob liebt seine Heimat. In Günterod ist er geboren, lebt und arbeitet dort und möchte die Geschicke der Gemeinde Bad Endbach lenken.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. „Die Gemeinde­ braucht einen Bürgermeister, der kompetent ist“, sagt Volker Jakob. Deshalb habe er sich entschieden, bei der Wahl am 24. September anzutreten. Der 54-jährige Jurist geht ohne ­Unterstützung einer Partei ins Rennen.

Die Freien Wähler unterstützen eine andere Kandidatin, der gebürtige Günteroder hätte aber wohl auch keine Hilfe erhalten, nachdem er als Neueinsteiger im Oktober 2016 nach ein paar Monaten den Fraktionsvorsitz der Freien Wähler in der Gemeindevertretung wieder abgab.

Die Politik, die er im Parlament erlebte, war damals nicht seine Welt, gibt er heute unumwunden zu. „Ich bin in die Kommunalpolitik gegangen, weil ich Bürgermeister werden wollte – es muss sich etwas ändern in Bad Endbach“, sagt Volker ­Jakob. Geändert hat sich mittlerweile auch wieder die Bereitschaft, kommunalpolitisch tätig zu sein.

Kandidaten

Neben Volker Jakob treten als unabhängige Kandidaten auch der Christdemokrat Armin Müller-Rasmussen und die von den Freien Wählern unterstützte Karina Schlemper-Latzel an. Die SPD schickt Julian­ Schweitzer ins Rennen, die CDU Henning Hild.

„Viele Bürger haben mich gebeten, mich zur Wahl zu stellen“, sagt Jakob, der sich der Unterstützung seiner Ehefrau Katharina und der beiden Töchter sicher sein kann. Die für einen unabhängigen Kandidaten erforderlichen Unterstützerstimmen hatte er schnell „aus allen Ortsteilen außer Hülshof“ zusammenbekommen: 137 statt der 46 nötigen Unterschriften reichte er ein und sagt: „Es kommen noch immer welche nach“.

Seine Ideen für die Gemeinde­ orientieren sich an seinem Selbstverständnis: „Ich bin kein ­Politiker, sondern Pragmatiker.“ Folglich sieht die Situation für ihn so aus: Großindustrie werde sich nicht in Bad Endbach ansiedeln, folglich gelte es, die vorhandenen Unternehmen am Ort zu halten. Dazu gelte es, stabile oder gar günstigere ­Gebühren vorzuweisen und die ­Infrastruktur – insbesondere die Straßen – zu verbessern.

Weitergehen würde er den Weg der Gemeinde in der touristischen Ausrichtung. Weitergehen weil: „Wir stehen da auf halbem Wege.“ Es gebe zwar den Flow-Trail und die Wanderwege, aber eine Einkehr sei nirgends möglich. Es fehle ein ­Gesamtkonzept.

„Zielorientierter weiterarbeiten“ ist seine Losung, die in der Gemeindevertretung für ihn nicht umzusetzen war. Perspektiven sind auch für das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum­ gefragt. „Das kostet uns einen Haufen Geld. Es ist allerdings schwierig, hier kurzfristig eine­ Lösung zu finden“, bekennt ­Jakob.

An der Spitze der Gemeindeverwaltung glaubt er „schneller und effektiver“ wirken zu können als in der Gemeindevertretung. Denn die Haupttätigkeit eines Bürgermeisters liege zu 90 Prozent in der Verwaltungstätigkeit.

Gemeindeverwaltung als Dienstleister

Bad Endbach brauche einen kompetenten, belastbaren und unabhängigen Bürgermeister, einen der seine Stärke im rechtlichen Bereich hat. „Alle Abläufe haben ihre Vorschriften, ich kann mich schnell in Sachverhalte einarbeiten“, erklärt der Günteroder. Da fühlt er sich als Jurist in seinem Element. Eine Lehrzeit von 220 Tagen dürfe sich der neue Amtsinhaber ohnehin nicht gönnen.

Wichtig ist für ihn auch, dass sich die Gemeindeverwaltung als Dienstleister versteht. Die Bürger müssen über Sachstände informiert werden. Sie dürfen mit ihren Anfragen und Anliegen nicht im Regen stehen gelassen werden, so Jakob. Dazu wolle er als Bürgermeister beitragen.

„Ich bin in der Gemeinde fest verwurzelt, das Hinterland ist meine Heimat“, betont der Jurist. Das spiegelt sich auch in seinem ehrenamtlichen Engagement wider. Volker Jakob ist zum Beispiel seit mehr als 25 Jahren Vorsitzender des Männergesangvereins Günterod. Die Heimat attraktiv und lebenswert zu erhalten, gilt sein Bestreben. Deshalb stelle er sich zur Wahl.

von Gianfranco Fain

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