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Plätze für Kleinkinder fehlen

U3-Betreuung Plätze für Kleinkinder fehlen

In der Gemeinde fehlen im nächsten Jahr 23 Betreuungsplätze in Kindergärten. Mindestens. Die politischen Entscheidungsträger beraten nun über erforderliche Neubau- oder Umbaupläne.

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Die „Rappelkiste“ in Bad Endbach ist mit 36 Kleinkindern voll belegt. Zukünftig werde der Bedarf nach U3-Krippenplätzen noch zunehmen, meint Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer.

Quelle: Peter Piplies

Bad Endbach. Das Ergebnis der neuesten Prognose ist detailliert und für die Verantwortlichen ernüchternd: Die Kindergärten in Bad Endbach, Bottenhorn, Günterod, Hartenrod und Wommelshausen sowie die Krippe in Bad Endbach haben – inklusive des zusätzlichen Behelfscontainers – eine Betriebserlaubnis für bis zu 371 Kinder. Theoretisch. Da dort aber auch Jungen und Mädchen mit Integrationsbedarf betreut werden und es gemischte Gruppen mit Kindern unter drei Jahren gibt, verringert sich die Gruppengröße von 25 auf 20 Plätze. So stehen tatsächlich nur maximal 326 Plätze zur Verfügung.

Zwei davon sind aktuell frei: im Bad Endbacher Kindergarten. Nach den Sommerferien 2018 verliert der als Notlösung gedachte Container in Bad Endbach aber seine Betriebserlaubnis ( wir berichteten).

Nach der neusten Prognose fehlen 23 Betreuungsplätze für das Kindergartenjahr 2018/19. Diese Zahl könnte noch höher ausfallen, erklärte Bürgermeister Markus Schäfer (CDU) während der dreieinhalbstündigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Denn derzeit ist bei einigen Kindern nicht absehbar, ob sie dann schon eingeschult sind oder weiterhin den Kindergarten besuchen. Auch mögliche Neubürger mit Kleinkindern, die in die Großgemeinde ziehen, sind ein nicht zu berechnender Faktor.

Schäfer: Gesetzesänderung wird sich kaum auswirken

Fest steht: Der Fehlbedarf liegt ganz klar bei der Unterbringung der unter Dreijährigen (U3). In Zukunft werden vermutlich noch mehr Eltern ihr Recht auf einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen und ihre Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr in einer Krippe anmelden, sagt die Prognose.

Eine zusätzliche ­Unbekannte sei der Beschluss der hessischen Landesregierung, dass ab dem 1. August 2018 der Kindergarten­besuch bis zu sechs Stunden pro Tag für die Eltern kostenlos wird. Deshalb sei mit weiteren Anmeldungen zu rechnen, erklärte der Bürgermeister. Allerdings nicht mit vielen, da bereits mehr als 90 Prozent der Kinder zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr in den Kindergärten betreut werden.

Schäfer stellte außerdem ­einige Kostenschätzungen für Neubau-, Umbau- und Anbau­pläne für verschiedene Kindergärten vor. Auch hatten die Parlamentarier bereits mehrfach angeregt, ­Kindergartengruppen in Dorfgemeinschaftshäusern (DGH) unterzubringen. Nach Rücksprache mit Fachleuten kommen dafür laut Schäfer nur die Häuser in Schlierbach und Günterod in Frage.

In Schlierbach müssten etwa 300.000 Euro investiert werden. Dort würde dann der öffentliche Kinderspielplatz wegfallen. Außerdem kämen jährliche Zusatzkosten fürs Personal von rund 24.000 Euro hinzu, weil es sich hierbei dann um einen weiteren eigenständigen Kindergarten handeln würde.

Anbau für zwei Gruppen kostet rund 580.000 Euro

In Günterod könnte der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses für eine Betreuungsgruppe als Erweiterung des bestehenden Kindergartens angesehen werden. Weil dann aber eine zusätzliche Rettungstreppe installiert werden müsste, wäre das Außengelände für drei Gruppen zu klein. Fachleute hätten deshalb vom Umbau abgeraten.

Deshalb gibt es laut Schäfer eigentlich nur zwei Möglichkeiten: einen Neubau oder Anbau an den Kindergarten in Bad Endbach. Ein Anbau für eine zusätzliche Gruppe würde rund 300.000 Euro kosten, für zwei Gruppen etwa 580.000 Euro. Hinzu kämen Ausgaben für die Verbesserung der ­bestehenden Anlage in Höhe von 140.000 Euro. Pro Gruppenanbau bekäme die Gemeinde allerdings jeweils Förderung in Höhe von 160.000 Euro.

Im Ausschuss kam die Idee auf, im Zuge des Umbaus die Krippe mit dem Regelkindergarten zu tauschen. Sprich: Im jetzigen Kindergarten „Wunderland“ könnten fünf Gruppen­räume für jeweils zwölf U3-
 Kinder entstehen. In der Krippe „Rappelkiste“ könnten in den drei Gruppenräumen jeweils bis zu 25 Kinder aufgenommen werden.

Die Unterbringung der U3-Kinder könnte auch in den anderen Dörfern ganz wegfallen und sich ganz auf Bad Endbach konzentrieren, lautete ein Vorschlag. So wäre auch das Parkproblem am „Wunderland“ 
gelöst. Dort würden künftig ­maximal 60 Eltern jeden Morgen ihre Kinder mit dem Pkw absetzen.

Bürgermeister und Ausschussmitglieder zeigten sich von dieser Variante sehr angetan, wollen aber noch einmal darüber nachdenken. Daher soll die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung des Gremiums (20. November, 19 Uhr) konkrete Schätzungen zu Kosten und etwaigen Hindernissen vorlegen.

von Peter Piplies

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