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Ausschüsse empfehlen weiteren Krippenbau

Kinderbetreuung Ausschüsse empfehlen weiteren Krippenbau

Gestern Abend wiesen die Ausschussentscheidungen die Richtung vor, der das Dautphetaler Parlament am Montag vermutlich folgen wird: Es werden vier neue Krippengruppen eingerichtet.

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Quelle: Archivbild

Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) begutachtete gestern die neue Kinderkrippe im Kindergarten „Zwergenland“. Im Ortsteil Allendorf investierte die Gemeinde Dautphetal rund 60 000 Euro, 10 00 mehr als geplant, um die Räume einer
Regelgruppe in welche für 10 Kinder unter 3 Jahren (U3) umzubauen.
Ab Ende Juni begannen heimische Handwerksbetriebe den Aufenthaltsraum der Erzieherinnen in das Dachgeschoss zu verlagern, während der bisherige Aufenthaltsraum zu einem Schlafraum für die Kleinkinder wurde. Zudem wurden ein neues Farbkonzept angewandt und die Einrichtung auf den aktuellen Stand hinsichtlich Schall- und Brandschutz gebracht.
Am 2. September standen die neuen Räume zur Verfügung und werden seitdem von drei Kindern genutzt. „Im Januar sind dann alle 10 Plätze belegt“, beschreibt Leiterin Anke Goppold die Anmelde-Situation.
Die Lage in Allendorf ist kennzeichnend für die Situation, der sich die Gemeinde Dautphetal gegenübersieht: einer zunehmenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder. Um dieser und auch der gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung von Betreuungsplätzen gerecht zu werden, unternimmt der Gemeinde­vorstand einen neuen Anlauf.

Ein "sinnvolles Paket"

Bei der Gemeindevertretersitzung am Montag steht ein Beschluss darüber an, ob an der Kindertagesstätte in Morns­hausen eine Krippengruppe eingerichtet werden soll, am Bürgerhaus in Holzhausen ein Umbau den Einzug von ebenfalls einer Krippengruppe ermöglicht sowie an der Dautphetalschule im Zuge des ersten Bauabschnitts des Familienzentrums Räume für eine Regelgruppe sowie zwei Krippengruppen entstehen.
Vor den Sommerferien blockierten sich die Fraktionen gegenseitig, weil der Baubeginn des Familienzentrums vor allem wegen der Kosten zugunsten der Holzhausen-Lösung weiter hinausgeschoben werden sollte. Vor der gestrigen gemeinsamen Sitzung aller Ausschüsse des Parlaments deutete sich an, dass die Fraktionen mit dem neuen Vorschlag mit mehr oder weniger Bauchschmerzen leben können. „Wir stehen dem Vorschlag positiv gegenüber“, sagte FW-Fraktionsvorsitzender Michael
Honndorf der OP. Als „sinnvolles Paket“, bezeichnet CDU-Fraktionschef Dr. Horst Falk den Vorschlag. Es werde im Zentrum und am Rande des Gemeindegebiets etwas geschaffen, was ausbaufähig sei. Falk vertraut auf die Aussage der Verwaltung, dass die Gemeinde sich dies finanziell auch leisten kann; Honndorf, dem die Steuer- und die Gebührenerhöhung nicht richtig schmecken, spricht von einem „Schulterschluss mit der Wirtschaft“, um die Gemeinde für Familien attraktiv zu erhalten

Vorlage einstimmig anerkannt

Joachim Ciliox glaubt, dass die SPD-Fraktion „höchstwahrscheinlich dem Gesamtpaket mit Mehrheit zusprechen wird“. Man wolle, dass es mit dem Familienzentrum vorangeht, finde aber hinsichtlich der Finanzsituation, dass dieses den Bedarf von Mornshausen „auffangen“ könne. Bauchschmerzen habe man vor allem mit dem Projekt in Holzhausen. Zum einen gebe es dort „keine bekannte große Nachfrage nach U-3-Plätzen“, zum anderen sei es ungewiss, ob das Land einen Zuschuss gewährt.
Alle Ausschüsse befürworteten gestern Abend einstimmig den Antrag der Gemeindevertretung, die Vorlage des Gemeindevorstands anzunehmen.

Planung, Kosten, Finanzierung

Was plant die Gemeinde, wie viel wird es kosten und wie soll es finanziert werden? Auch das steht in der Vorlage für die
Gemeindevertretersitzung am Montag, 23. September.
 

Zeitplan: In den Räumen des Kindergartens „Löwenzahn“ Mornshausen wird noch in diesem Jahr eine zusätzliche Krippengruppe eingerichtet. Im nächsten Jahr erfolgt der Um- und Ausbau des Bürgerhauses Holzhausen für eine U-3-Gruppe mit 10 Plätzen. Noch in diesem Jahr soll der Baubeginn für den ersten Abschnitt des „Familienzentrums Dautphetalschule“ mit zwei U-3-Gruppen sowie einer Regelgruppe erfolgen, mit der Inbetriebnahme ist Ende 2014 zu rechnen.

Kosten: Die Kalkulation stellt sich für Mornshausen wie folgt dar: Die Kosten in Höhe von 220 000 Euro werden gedeckt durch einen Landeszuschuss von 151 000 Euro, die Umwidmung des Projekts Friedhofskapelle Buchenau mit 30 000 Euro sowie weniger Ausgaben für Geräte des Bauhofs in Höhe von 39 000 Euro. Für Holzhausen werden Ausgaben von 400 000 Euro vorgesehen, vermindert um einen Landeszu­schuss von 90 000 Euro sowie 50 000 Euro aus Sanierungmitteln dieses Jahres für das Bürgerhaus des Ortsteils. Weitere
260 000 Euro werden als Investition im Haushalt 2014 vorgesehen. Das Familienzentrum
soll 1,45 Millionen Euro kosten, wobei die Finanzierung über den Träger, die Evangelische Kirche Hessen Nassau, läuft, was die Gemeinde ab 2015 für 25 Jahre mit jährlich 236 000 Euro belastet, die sich aus 76 000 Euro Finanzierungsanteil plus
Betriebskosten ergeben.
 

Finanzierung: Um die Kosten der Bauvorhaben zu decken, werden Beitrags- und Steuersätze erhöht sowie Kürzungen vorgenommen: Ab Januar 2014
werden die Leerstandsförde­rung in Höhe von 60 000 Euro jährlich ausgesetzt und die Elternbeiträge für Kinderbetreuung um 15 Prozent sowie die Gewerbesteuer um 20 Prozentpunkte auf 340 angehoben. Die Grundsteuer B steigt 2014 auf 300, ab 2015 auf 320 Prozentpunkte. Die Elternbeiträge werden 2015 um weitere 15 Prozent angehoben.

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