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Ausbau verzögert sich nur wenige Tage

Stromkabel falsch verlegt Ausbau verzögert sich nur wenige Tage

Weil die Absprache zwischen Auftraggeber und Baufirma nicht funktionierte, wurde vor zehn Jahren ein Stromkabel für die Straßenlampen in der Jakob-Heuser-Straße auf privatem Grund verlegt.

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Wenn das Wetter mitspielt, wird in der Jakob-Heuser-Straße in der zweiten Wochenhälfte die Asphalt Tragschicht bis zur Einmündung der Straße „Im tiefen Graben“ aufgetragen.Fotos: Hartmut Berge

Gladenbach. Seit Oktober wird die Jakob-Heuser-Straße ausgebaut. Mancher Anlieger staunte nicht schlecht, als das Bauunternehmen einen Meter unterhalb der seinerzeit für die Straßenbeleuchtung verlegten Kabeltrasse eine weitere Stromleitung einbaute und neue Fundament-Rohre für die Lampen setzte. Gladenbachs Bauamtsleiter Ulrich Weber hatte auf diese zusätzlichen Arbeiten in der November-Sitzung des Bau- und Planungsausschusses hingewiesen.

In der Sache richtete Peter Kremer von der SPD-Fraktion im Parlament inzwischen eine Anfrage an den Magistrat. Er fürchtet, dass durch die Bauverzögerungen der Plan scheitern könnte, den Ausbau des ersten Teilstücks noch in diesem Jahr abzuschließen. Und er will wissen, wer für den Fehler verantwortlich ist und wer die Kosten trägt.

Auf Anfrage der OP erklärte Ulrich Weber dass es damals wohl ein Kommunikationsproblem zwischen dem Auftraggeber EON-Mitte und der beauftragten Baufirma gegeben habe. Bei der Herstellung der Baustraße wurde die Markierung einen Meter neben dem vorgesehenen Trassenverlauf gesetzt, dieser Hinweis aber offenbar nicht weitergegeben. Deshalb verlegten die Bauarbeiter das Stromkabel direkt auf der Markierung und damit auf privatem Grund.

Das sei bisher nicht schädlich gewesen, musste nun aber geändert werden, erläutert der Bauamtsleiter und versichert, dass die Korrektur des Fehlers Sache von EON sei. „Der Stadt und den Anliegern entstehen keine zusätzlichen Kosten“, sagt er. Das Kabel liege nun dort, wo es hingehöre: im Bürgersteig. Die Neuverlegung habe nur zu wenigen Tagen Verzögerung geführt, berichtet Weber.

Deckschicht wird wohl erst nächstes Jahr aufgetragen

Wenn die Temperaturen nicht zu sehr in den Keller gehen und es nicht zu stark schneit, könnte das Ziel erreicht werden, bis Samstag die Tragschicht bis zur Einmündung der Straße „Im tiefen Graben“ aufzutragen. Wenn das Wetter mitspiele, könne es sogar gelingen bis Weihnachten die Tragschicht bis zur B 255 einzubauen. Für die abschließen Asphalt-Deckschicht benötige man mindestens fünf Grad plus, erklärt Weber. Diese Arbeiten können wohl erst im nächsten Jahr angepackt werden.

Seit 1999 hat die Straße die Qualität einer Baustraße. Über sie fließt nicht nur der Verkehr von und zu den Gewerbebetrieben „Im tiefen Graben“ und ins Neubaugebiet „Am Würtenberg“ - sie ist längst zu einer Entlastungsstraße geworden: Viele motorisierte Verkehrsteilnehmer, die früher über die Goethestraße, Berliner Straße und Bahnhofstraße Richtung Mornshausen fuhren, nutzten die Jakob-Heuser-Straße als Abkürzung zur Landesstraße 3048. Und das obwohl man auf der Holperstrecke nur sehr langsam vorankam und am Bahnhof eine Engstelle besteht, an der zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde gilt. Im Endausbau wird die Straße nun sieben Meter breit und damit breiter als die Baustraße. Sie erhält zwischen der Einmündung „Im tiefen Graben“ und der Bahnhofstraße auf der Hangseite einen bis zu zwei Meter breiten Bürgersteig. Auf der anderen Straßenseite wird für den Abfluss des Oberflächenwassers gesorgt. Ein Bürgersteig ist dort nicht vorgesehen.

Der erste Bauabschnitt ist mit 494000 Euro kalkuliert. Im Haushaltsplan sind 400000 Euro für den Ausbau der Straße vorgesehen. Da es sich um den Erstausbau handelt, tragen die Anlieger 90 Prozent der Kosten.

Den letzten, kurzen Teil der Jakob-Heuser-Straße will die Stadt in einem zweiten Bauabschnitt im nächsten Jahr anpacken. Erste Voraussetzung dafür war der Ankauf des Bahngeländes, der inzwischen vollzogen ist.

Um das Nadelöhr am alten Bahnhofsgebäude zu beseitigen, muss Bahngelände hinzugenommen werden. Bis vor kurzem war man im Rathaus der Annahme, das dafür Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert werden müssten. Die Planänderungen wurde in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebracht.

Ausbau des letztenAbschnitts erfolgt 2013

In der Stadtverwaltung war man zuversichtlich, dass der Aufstellungsbeschluss ausreicht, um dort im nächsten Jahr weitermachen zu können. Darüber muss man sich nun keine Gedanken mehr machen. Denn der „Zipfel“ liege im Bebauungsplan für den „Würtenberg“, erklärt der Bauamtsleiter. Der Magistrat hat inzwischen die Planung für den Straßenabschnitt in Auftrag gegeben. Wenn im Haushalt 2013 das nötige Geld eingestellt wird, kann im Frühjahr zügig mit dem Endausbau des letzten Stücks der Jakob-Heuser-Straße begonnen werden.

von Hartmut Berge

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