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Ausbau schafft Platz für Kunstwerke

Ausschreibung beendet Ausbau schafft Platz für Kunstwerke

Gestern war Submission für den Scheunen-Ausbau im Regionalmuseum „Hinz Hoob“. Bis Freitag wird feststehen, ob die Angebote den Kostenschätzungen entsprechen.

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Staatssekretär Mark Weinmeister bringt ein Schild am Haupthaus an, das den weiteren Ausbau des Museums dokumentiert. Mit ihm freuen sich Regierungspräsident Lars Witteck (links), Ralph Venor, Vorsitzender des Vereins Lahn-Dill-Bergland, und die künftige Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Kirsten Fründt.Fotos: Hartmut Berge

Quelle: Hartmut Berge

Weidenhausen. „Hinz Hoob“ ist heute schon eines der schönsten Museen der Region. Mithilfe von Geld aus Brüssel und Sponsoren will der Heimatverein Weidenhausen nun den zweiten Bauabschnitt angehen.

Das Erdgeschoss der Scheune des Regionalmuseums „Hinz Hoob“ in Weidenhausen wird längst für Ausstellungen genutzt. Während unten alles in Schuss ist, gibt es oben Probleme: Das Dach ist undicht, Sparren sind zum Teil stark angefault, die Statik entspricht nicht den Erfordernissen eines öffentlichen Gebäudes.

Der Heimatverein als Pächter und Betreiber des Museums sowie die Stadt Gladenbach als Besitzer des Anwesens sind also im Zugzwang. Mit dem Flicken der Löcher im Dach wäre es nicht getan, es blieben die statischen Mängel.

Um herabtropfendes Regenwasser aufzufangen, stellen die Mitglieder des Heimatvereins Kübel und Eimer auf. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass sich neue Löcher auftun, Wasser in die aufwendig isolierte Decke eindringt und dann große Schäden entstehen.

Letztlich gibt es keinen anderen Weg, als das Dach vollkommen neu aufzubauen. Das weiß der Heimatverein mindestens seit 2009, damals ging der Architekt von 80000 Euro an Kosten aus. Mittlerweile würde das neue Dach etwa 100000 Euro kosten. Für den Ausbau des Obergeschosses der Scheune käme ein mittlerer fünfstelliger Betrag hinzu.

Diese Informationen über den zweiten großen Bauabschnitt trug der langjährige Vorsitzende und frischgebackene Ehrenvorsitzende des Heimatvereins, Helmut Bernhardt, vor wenigen Wochen Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer vor, der dem Regionalmuseum einen Besuch abstattete. Quasi als kleine Anschubfinanzierung für das Projekt brachte er 1000 Euro mit, die aus Lotto- und Troncmitteln (Abgabe der Spielbanken) stammen.

Nach einer Schätzung vom 22. April werden Sanierung und Umbau 160000 Euro kosten. Vor gut 20 Jahren begann die Suche des Heimatvereins nach geeigneten Räumen für ein Museum, in dem man die Geschichte der Landwirtschaft und Industrie der Region zeigen sowie Gegenstände aus dieser Zeit vor dem Verfall bewahren wollte. 2004 ergab sich die Möglichkeit, das Anwesen „Hinz Hoob“ im alten Ortskern Weidenhausens zu erwerben, Anträge zu stellen und die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass der Verein das angestrebte Museumsprojekt schultern könnte.

Die Stadt erwarb die Immobilie, der Verein zahlt nun Zins und Tilgung für die aufgewendete Summe, die als Kommunaldarlehen gewährt wurde. Als feststand, dass das Projekt in das Förderprogramm „Leaderplus“ aufgenommen werden sollte, kam erste Freude auf. Der Zuwendungsbescheid über 122000 Euro war aber an die Klausel gebunden, dass bis zum 15. August 2008 das Museum fertig sein musste.

Der Verein war zuversichtlich, wusste aber nicht, welche Schwierigkeiten auf ihn zukamen. Da waren beispielsweise 180 Tonnen Schiefer-Boden, die in Handarbeit aus dem Gebäude entfernt werden mussten. Zahlreiche Vereinsmitglieder arbeiteten dort in ihrer Freizeit fast zwei Jahre lang ununterbrochen. Mit 250000 Euro schlug der erste Bauabschnitt zu Buche. Die Fertigstellung des ersten Museumsteils feierte man Anfang August 2008. Den anschließenden Ausbau des Wohnhauses stemmte der Verein mit viel Eigenleistung und eigenen Mitteln. Rund 10000 Stunden an Eigenleistung wurden mittlerweile investiert.

Der Sanierungsdruck und die gute Aussicht, dass erneut über ein Programm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) diesmal sogar 75 Prozent der Kosten geschultert werden könnten, bewog den Verein, sich gemeinsam mit der Stadt auf die Suche nach weiteren Förderern zu begeben und eine Reihe von Gesprächen zu führen.

Stadt muss keineKosten schultern

120000 Euro sollen nun über den Fachdienst Dorferneuerung und Regionalentwicklung beim Landkreis aus dem Programm ELER als Zuschuss fließen.

Mit 20 000 Euro will die Sparkasse Marburg-Biedenkopf das Projekt, fördern, 10000 Euro stehen von Spendern zur Verfügung. 25000 Euro steuert die Karl-Lenz-Stiftung hinzu. Im ausgebauten Obergeschoss der Museums-Scheune sollen die Bilder von Karl und Berta Lenz dauerhaft ausgestellt werden. Sie sind derzeit noch im Künstlerhaus Lenz in Erdhausen untergebracht, sind aber der Öffentlichkeit nicht zugänglich, weil das Haus mit seiner Gaststätte geschlossen ist.

Laut Finanzierungsplan besteht ein Überschuss von 15000 Euro, der als Reserve für mögliche Kostenerhöhungen dient.

Sobald die Gewerke vergeben seien, werde der Verein - in Absprache mit den Handwerkern - Spanplatten auf das bestehende neue Balkenlager verlegen, damit im Obergeschoss gearbeitet werden könne, kündigt Rainer Bastian vom Vorstand des Heimatvereins.

Mit dem Ausbau soll zügig begonnen werden, sagte Gladenbachs Bauamtsleiter Ulrich Weber. Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Das marode Dach wird komplett neu aufgebaut.

Das Dachgeschoss bleibe als ein Raum erhalten, werde aber mit Nischen versehen, berichtet der Bauamtsleiter und erklärt, dass somit mehr Fläche für die Präsentation der Exponate entstehe.

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