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"Aus" für Gladenbach ist beschlossen

Ärztlicher Bereitschaftsdienst "Aus" für Gladenbach ist beschlossen

Mit Änderungen in wenigen Details, so die OP-Informationen, beschloss die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen die Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

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Jetzt steht es endgültig fest: Die Ärztliche Bereitschaftsdienst-Zentrale in Gladenbach wird zum 1. Juli geschlossen. Hilfesuchende müssen dann nach Marburg-Wehrda fahren.Archivfoto

Gladenbach. Die Verkündung des Ergebnisses erfolgt erst am Dienstag, 4. Juni, doch nach Informationen der OP hat die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die von ihr vorangetriebene Änderung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) am Samstag, 25. Mai, beschlossen und nur Änderungen an wenigen Details vorgenommen. Einzelheiten dazu sollen in der nächsten Woche bekannt gegeben werden.

Fest steht somit, dass die ÄBD-Zentralen von Gladenbach und Biedenkopf zum 1. Juli fusionieren. Standort werden dann die Praxisräume im DRK-Krankenhaus der ehemaligen Kreisstadt sein. Dort ist allerdings nach 3 Monaten auch Schluss, dann wird die ÄDB-Zentrale „Hinterland“ in der Marburger Bereitschaftszentrale am Diakoniekrankenhaus im Stadtteil Wehrda aufgehen (Weitere Details siehe Kaste: „DAS ÄNDERT SICH“).

Die KVH argumentiert, dass sich durch die Reorganisation die ambulante Versorgung in den sprechstundenfreien Zeiten verbessert, weil sie sich zukünftig auf mehrere Ärzte mit unterschiedlichen Aufgaben verteilt. Damit werde vermieden, dass Patienten abends, nachts oder am Wochenende keine Praxis aufsuchen können, weil der Bereitschafts-Arzt gerade zu einem Hausbesuch unterwegs ist, hieß es in der Pressemitteilung der KVH vom 30. April. Dieses Modell haben die Obleute der ÄBDs Marburg, Biedenkopf, Gladenbach und Ostkreis mit der KV Hessen entwickelt. Im Gegenzug müssten sich Patienten - je nach Wohnort - auf längere Wegstrecken zur ÄBD-Zentrale einstellen.

Gerade die längeren Wege und der Wegfall der bewährten dezentralen Struktur ließ den Protest im Hinterland aufleben. Vor allem die Gladenbacher SPD organisierte eine Demonstration und sammelte Unterschriften gegen die Schließung. Rund 6700 Menschen trugen sich in die Listen ein, die der KV übergeben wurden. Die Hinterländer Gemeinden schlossen sich zusammen, um mit einer Stimme zu sprechen und die Parlamente verabschiedeten Resolutionen für den Erhalt der ÄDB-Zentralen.

Selbst der Kreistag rang sich nach anfänglichem Zögern zu einem Beschluss aller Fraktionen durch. Er missbilligte das Vorgehen der KV, die ihre Pläne ohne Abstimmung in der Region auf den Weg brachte. Die KV wurde aufgefordert, die „in erster Linie finanziell motivierte Entscheidung sofort zurückzunehmen“, da eine sich ergebende Unterversorgung der Bevölkerung in den entfernteren Kreisteilen nicht akzeptierbar sei. Doch auch der Vorschlag statt der künftig von der KVH betriebenen Rufzentralen für ganz Hessen die Rufbereitschaft bei den Leitstellen der Landkreise anzusiedeln fand ebensowenig Gehör, wie die Idee der Gladenbach-SPD, die ÄDB-Zentralen künftig solidarisch durch alle Ärzte des Kreises zu finanzieren statt wie bisher durch die Ärzte der jeweiligen Bezirke.

von Gianfranco Fain

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