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Aus der Traum vom Status-Quo-Konzert

Absage Aus der Traum vom Status-Quo-Konzert

Montagmorgen stand es definitiv fest: Status Quo kommt nicht nach Dautphetal. Die drängendsten Fragen: Was passiert mit den Tickets? Wer trägt die Kosten? Was passiert am Sonntag?

Dautphe. Es war Martina Gerlachs großer Coup: Die weltberühmte Kultband Status Quo sollte in der aufstrebenden Gemeinde Dautphetal auftreten. 3000 Fans hofften Gerlach und der Herdorfer Konzertveranstalter „Okay Veranstaltungen“ auf das Gelände des Einkaufs- und Geschäftszentrums Dautphetal zu holen.

Doch der Coup ist geplatzt und vor allem für Martina Gerlach damit auch ein persönlicher Traum. „Ein halbes Jahr lang habe ich für dieses Konzert geschuftet“, sagt sie traurig. Die Status-Quo-Geburtstagstorte für Gitarren-Techniker-Urgestein Lloyd Gilbert musste sie abbestellen - aus der Party in Gerlachs Bistro „Chilis“ wird nichts.

Gerlach arbeitet an einem Ersatzprogramm

Über die persönliche Enttäuschung hinaus geht es jetzt aber auch um Geld. Allein die Bühne zu mieten, die Status Quo für ihre Live-Performance haben wollte, kostet 35000 Euro. Auf den Stornogebühren wird voraussichtlich die Event-Agentur „Okay Veranstaltungen“ sitzen bleiben. Der Vertrag mit Status Quo sieht zwar vor, dass bei Erkrankung eines Musikers, ein Ersatztermin gesucht werden muss. Aber einen solchen zu finden, ist beim Terminplan der Briten nicht leicht, fürchtet Gerlach.

Zu ihrem Glück hält die Status-Quo-Fangemeinde - wie der Name Status-Quo-Family schon sagt - zusammen: Fans, die aus Belgien, Holland und ganz Deutschland nach Dautphe kommen wollten, werden es trotzdem tun. So wird wenigstens ein Teil der Zimmer in den Gasthäusern und anderen Hotels rund um den Austragungsort genutzt. An ein Alternativprogramm für das ausgefallene Konzert arbeitet Gerlach noch.

OP-Leser sind enttäuscht und betroffen

Betroffenheit herrscht unter den rund 100 OP-Lesern, die am der Kartenverlosung für das Konzert teilnahmen. „Vor einigen Jahren war ich schon einmal auf einem Status-Quo-Konzert und hätte dieses auch gerne besucht. Ich bin seit den 70er Jahren ein großer Fan“, erzählt Heinrich Ruppert-Lemmer aus Amöneburg, für den „Rockin‘ all over the World“ eine regelrechte Hymne ist.

Auch Uwe Zimmermann aus Marburg hätte das Konzert gern besucht, da er die Band leider noch nie live gesehen hat. „Wenn aber wirklich eine Coverband als Ersatz spielen sollte, schaue ich mir auch das gerne an“, meint er.

Wie die meisten Fans denkt auch Martina Isenberg aus Kernbach: „Das war einfach Schicksal und es kann niemand ändern. Ich hoffe nur, dass Rick Parfitt bald wieder gesund wird.“ Eberhard Dersch aus Buchenau findet die Absage vor allem für die Gemeinde Dautphetal schade, da das Konzert schon lange geplant war. „Es ist sicher sehr ärgerlich für den Veranstalter.“

Auch Heinz-Dieter Henkel aus Rauschenberg betrauert das Ganze, auch wenn er die Band vor drei Jahren in Stadtallendorf live gesehen hat. „Status Quo ist eine gute Nummer, die sich über Jahrzehnte halten konnte. Sie sind für mich und bestimmt auch viele andere eine Verbindung zur Jugend“, meint der Fan.

Was passiert mit den gekauften Tickets?

Guido Schneider aus Lohra dagegen bezeichnet sich nicht als großen Fan, hätte das Konzert aber dennoch gern besucht. „Was soll man machen? Aber das wird bestimmt noch nachgeholt“, sagt er zuversichtlich.

Die Fans aus der Region brauchen sich derweil keine Sorgen zu machen. Sie bekommen ihr Geld zurück. Wie Patrick Lück von der Okay-Event-Agentur erklärt, können alle Ticket-Käufer, die ihre Eintrittskarten über die Portale www.ticketmaster.de, www.adticket.de und www.eventim.de bezogen haben, diese beim jeweiligen Verkaufsportal zurückgeben. Auch die in den Vorverkaufsstellen gekauften Tickets können dort wieder zurückgegeben werden - natürlich nur dort, wo das Ticket erstanden wurde.

Auslöser der Absage ist eine vom Management bekanntgegebene Erkrankung des Quo-Gitarristen Rick Parfitt, der Freitagnacht ins Krankenhaus in Pula gebracht wurde und dort die Nacht verbrachte. In der kroatischen Stadt sollte am Folgeabend ein Konzert stattfinden, das aber auf ärztliche Anweisung wie die in Monte Carlo, der Schweiz und Deutschland bis einschließlich 10. August abgesagt wurden. Manager Simon Porter versicherte, dass die Band in dieser Woche weitere Informationen zu Parfitts Zustand bekanntgeben wird.

von Thomas Strothjohann, Johanna Stein und Gianfranco Fain

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Sie machten das Beste draus, die Fans von Status Quo - und erlebten in Dautphe ein Wochenende, an dem die Freude über Begegnungen und eine ganz besondere Atmosphäre überwog.

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