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Aus US-Camp könnte Schule werden

Gespräche mit Investor Aus US-Camp könnte Schule werden

Ein Investor hat sein 
Interesse bekundet, auf dem Gelände des ehemaligen US-Camps Lachenwald bei Hommertshausen eine „Walden-School“ zu betreiben.

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Ein Investor plant auf dem Gelände des ehemaligen US-Girlscout-Camps Lachenwald im Wald bei Hommertshausen eine Natur­schule zu betreiben.

Quelle: Röder

Dautphe. Der mögliche Fortbestand des ehemaligen US-Camps Lachenwald bei Hommertshausen wird greifbar. Am Montagabend präsentierten nicht nur die drei Fraktionen zur Gemeindevertretersitzung einen gemeinsamen Antrag, auch Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) berichtete über den Stand der Gespräche mit dem potenziellen Investor, der auf dem Freizeitgelände eine Naturschule, eine sogenannte „Walden-School“ betreiben will.

Als persönlich vom Projekt überzeugt bezeichnete sich Schmidt, der von einem „positiven Signal“ und einer „Imageaufbesserung der Gemeinde“, sprach. Noch seien aber Gespräche mit dem eventuellen Betreiber zu führen, zu dem der SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Ciliox den Kontakt herstellte. Der Bürgermeister hofft auf eine Lösung mit dem Interessenten, damit die „Herzensangelegenheit vieler Hommertshäuser“ zumindest zum Teil erhalten und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden könne.

Bürgerinformation 
am 22. Dezember

Während Ciliox von einer „historischen Chance“ sowie einem Gewinn für Hommertshausen und Dautphetal sprach sieht CDU-Fraktionschef Dr. Horst Falk auch die Fragen, die die Absichtserklärung mit sich bringt. Es handele sich um einen stark parzellierten Wald, der das Camp umgibt, und folglich müsse mit den Pächtern noch abgesprochen werden, welche Aktivitäten zu welchem Zeitpunkt möglich sind.

Dies sollen Gespräche in der nächsten Woche klären. Für die Hommertshäuser wird es eine Informationsveranstaltung am Dienstag, 22. Dezember, geben. Auf jeden Fall soll im Wald nichts gegen den Willen der Pächter und der Hommertshäuser geschehen, dies habe der interessierte Investor signalisiert.

Günther Hoffmann ist der Initiator und Geschäftsführer der Globetrotter-Akademie, der die „Walden-School“ plant. Dabei handelt es sich um eine Naturschule, die bis zu 32 Neuntklässler fünf bis sechs Monate lang besuchen können. Sie würden mit ihren Lehrern und Outdoor-Trainern wie in einem Internat auf dem Gelände des ehemaligen Camp Lachenwald leben. Neben den regulären Schulfächern stünde noch Forstwirtschaft auf dem Stundenplan, zudem die Teilnahme an sozialen und kulturellen Projekten in der Region.

Gemeinde will Investor entgegenkommen

Ziel der „Walden-School“ ist, die Persönlichkeitsentwicklung und die Sozialkompetenzen zu fördern. Weitere Schwerpunkte 
sind die Erziehung zur Selbstständigkeit und die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme sowie der respektvolle Umgang mit der Natur und der Umwelt.

Während das Hauptgebäude des Camps so wie es ist als Küche, Speisesaal und für Klassenräume genutzt werden kann, benötigt der Investor wahrscheinlich weitere Hütten. Die Gemeinde ist bereit, dem Investor entgegenzukommen. Im Ältestenrat wurde ein gemeinsamer Antrag der drei Fraktionen formuliert, der vorsieht, dass

- der Hoffmann & Hoffmann GbR eine Teilfläche des ehemaligen Camps kostenfrei zur Nutzung als „Outdoor-College“ zur Verfügung gestellt wird, sämtliche Investitions-, Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten vom Investor zu tragen sind.

- der Betreiber eine mittels Bankbürgschaft abgesicherte Rückbauverpflichtung für alle zur Nutzung vorgesehenen Gebäude nach Ablauf der Nutzung eingeht.

Die Gemeindevertreter gaben dem Antrag ihre einhellige Zustimmung.

Camp seit Jahren ungenutzt

Das Camp wird seit einigen Jahren nicht genutzt. Wie Bürgermeister Schmidt bekannt gab, hatten sich Pläne einer 
gastronomischen Nutzung zerschlagen, das es keine Aussichten auf einen Flächennutzungs- oder Bauplan für das 
Gelände gibt. Gegen den Betrieb 
 einer schulischen Einrichtung scheint es aber von den übergeordneten Verwaltungsstellen keine schwerwiegenden Bedenken zu geben.

von Gianfranco Fain

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