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Aus Sportanlage wird ein Wohngebiet

Erster Spatenstich Aus Sportanlage wird ein Wohngebiet

Wenn am Fuße des ­Blankenstein die Gladenbacher mit ihren Gästen ­Kirschenmarkt feiern, soll auf dem Blankenstein das neue Baugebiet bereits erschlossen sein.

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Vertreter aus den politischen Gremien der Stadt der Verwaltung, der Planungsbüros und der Hessischen Landgesellschaft waren beim symbolischen ersten Spatenstich für das Wohnbaugebiet „Unter dem Schloßberg“ zugegen.Fotos: Hartmut Berge

Gladenbach. Beim offiziellen ersten Spatenstich gestern Vormittag kündigte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim an, dass, wenn alles nach Plan läuft, im Juni, spätestens Juli die Arbeiten beendet sein sollen. Zugegen waren Vertreter der Stadt und derer Kooperationspartner bei dem Projekt, von der Hessischen Landgesellschaft (HLG), den Planungsbüros und der Baufirma Hinterlang.

„Wenn alles glatt läuft, könnte im Frühjahr 2013 die Erschließung des neuen Baugebietes beginnen“, schrieb die OP im Herbst 2012 und gab damit den Optimismus der Entscheidungsträger im Rathaus wieder. Ganz so fix ging es nicht. Da das Parlament aber Ende vergangenen Jahres dem Magistrat den Auftrag erteilte, mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG), den Erschließungsvertrag zu unterzeichnen, war klar, dass die Bagger in diesem Frühjahr anrollen konnten.

Grundstückspreise werden nach Ostern festgelegt

Am 24. April werde das Parlament die Grundstückspreise festlegen, sagte gestern der Bürgermeister. Dann wird sich zeigen, ob die derzeit offenbar sehr zahlreichen Interessenten an ihren Plänen festhalten und „Unter dem Schlossberg“ ihre Eigenheime bauen. Für fast jeden der 21 Bauplätze gebe es einen Interessenten, bestätigte gestern auch Heiko Riehm von der HLG, er wies aber darauf hin, dass noch kein Grundstück verkauft sei, der eine oder andere abspringen könne, sich also weiter Interessenten im Gladenbacher Rathaus oder bei der HLG in Gießen melden können.

Die Einmütigkeit, mit der der jüngste Beschluss zum Wohnbaugebiet alle städtischen Gremien durchlief, herrschte bei diesem Projekt in den städtischen Gremien vorher nicht. Der Bau- und Planungsausschuss hatte im August 2012 mit sechs Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen dem Parlament die Aufstellung des Bebauungsplans empfohlen. Dem folgte das Parlament: 20 Stadtverordnete stimmten dafür, drei dagegen, neun Abgeordnete aus den Reihen von SPD und Junger Liste/Die Grünen enthielten sich der Stimme. Im Norden der Stadt - an der Biedenkopfer Straße - ist inzwischen ein Kunstrasenplatz für den Gladenbacher Sportclub (GSC), entstanden, der GSC hat dafür den von der Stadt langfristig an ihn verpachteten alten Tennenplatz am Blankenstein aufgegeben, weil dort Bauplätze entstehen sollten.

Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fasste das Parlament bereits im Sommer 2010. Im Vorentwurf war am westlichen Rand dieses Baugebietes „Unter dem Schlossberg“ eine ergänzende Bauzeile vorgesehen, die im Flächennutzungsplan als Waldfläche ausgewiesen ist. Im neuen Entwurf war diese Bauzeile nicht mehr enthalten, da diesem Vorhaben „topografische und genehmigungsrechtliche Schwierigkeiten“ entgegenstanden. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes war daher nicht mehr erforderlich. Der Vorentwurf sah die Erschließungsstraße zwischen der südlichen und mittleren Häuserzeile vor, die nördliche Häuserzeile sollte von der Waldstraße her erschlossen werden. Der neue Plan sieht die Erschließungsstraße zwischen nördlicher und mittlerer Häuserzeile vor, die südliche Häuserzeile wird über zwei Stichstraßen erschlossen. Das Parlament hatte 2011 den Grundstein dafür gelegt, dass aus dem alten Sportplatzgelände am Blankenstein Bauplätze werden können und an der Biedenkopfer Straße ein Kunstrasenplatz und eine neue Leichtathletikanlage entstanden sind. 320000 Euro hatte die Stadt als Zuschuss für die Projekte zur Verfügung gestellt. Finanziert werden konnte dies, weil die Hessische Landgesellschaft, die für die Erschließung und Vermarktung des Blankenstein-Geländes mit ins Boot genommen wurde, quasi einen Vorschuss an die Stadt leistete.Auf dem Konto der Stadt gingen allerdings nur 320000 Euro als Vorauszahlung ein, ursprünglich hatte man sich 400000 Euro erhofft. Auf dem Sportplatzgelände am Blankenstein entstehen aber weniger Bauplätze als ursprünglich erwartet.

Mit der HLG als Partner hat die Stadt gute Erfahrungen gemacht, unter anderem bei der Erschließung und Vermarktung der jüngsten Baugebiete in Weidenhausen. Daran erinnerte auch gestern der Bürgermeister.

Der aktuelle Bodenbevorratungsvertrag für das Gebiet „Unter dem Schlossberg“ gilt für zehn Jahre. Sind bis dahin dort nicht alle Grundstücke verkauft, müsste die Stadt die betreffenden Parzellen zum festgelegten Preis zurückkaufen. Dazu wird es wohl nicht kommen. Die ruhige Lage des Baugebietes, die Nähe zu Schule, Kindergarten und Freizeitbad spielen für junge Familien beim Bauplatzkauf eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt es noch die Option, den Vertrag mit der HLG zu verlängern. Als jüngst auf dem ehemaligen Sportplatz Bagger zugange waren und Betoneinfassungen sowie eine Stützmauer entfernten, erwartet man als nächstes den Abriss der beiden dort bestehenden Gebäude.

Abbruchgenehmigungfür Gebäude liegt vor

Doch weit gefehlt: Danach begannen die Kanalanschlussarbeiten, das Umkleidegebäude und ein gegenüberliegendes kleines Verkaufs- und Lagergebäude stehen noch. Obwohl die Gebäude total verschlossen waren und noch bis ins vergangene Jahr genutzt wurden, musste der Nachweis erbracht werden, dass sich in dem Gebäude keine Fledermäuse befinden. Die gute Nachricht: Die Häuschen waren fledermausfrei. Gestern hieß es, die Abbruchgenehmigung liege vor. Zwischenzeitlich hat die Firma Hinterland sich mit Kanalbauarbeiten beschäftigt.

Nun läuft die Erschließung des Geländes. Auf dem 1,3 Hektar großen Gebiet entstehen 21 Wohnbaugrundstücke mit einer Bauplatzgröße von 341 bis 717 Quadratmetern. Die Bauwerks­kosten sind mit 665000 Euro beziffert.

von Hartmut Berge

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