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Aus Pfingstmarkt wird eine große Schau

Neuwagen-Ausstellung Aus Pfingstmarkt wird eine große Schau

60 Modelle waren bei der ersten Gladenbacher Automobilausstellung (GAA) zu sehen. Heute präsentiert sich die Schau als größte Neuwagen-Ausstellung weit und breit.

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Schon vor 20 Jahren war die Automobilausstellung recht groß, heute wird jeder Quadratmeter
Ausstellungsfläche ausgenutzt.Privatfoto

Gladenbach. Ein weißer VW-Porsche 914 war der Publikumsmagnet der ersten Gladen­bacher Automobilausstellung. Aber auch die Besonderheiten der alten Modelle wurden kritisch unter die Lupe genommen und die gewonnenen Eindrücke durch Probefahrten vertieft. Der damalige Bürgermeister Karl Waldschmidt eröffnete die Schau im Beisein zahlreicher Gladenbacher Honoratioren. 1970 führte Karl Baumann noch den Gewerbeverein. Nach 25 Jahren an der Spitze des Vereins übernahmte 1973 sein Sohn Rolf den Vorsitz.

Rolf Baumann wird heute als Stadtrat - in Vertretung des Bürgermeisters - bei der Eröffnung der 40. Schau sprechen und gewiss mit Stolz auf das zurück­blicken, was der Gewerbeverein 1970 auf die Beine stellte.

Baumann spricht fast romantisch von der „Urautomobilausstellung“, eine vielfach kopierte Gladenbacher Idee, die von ihrer Größe her heute in der Region ihres Gleichen suche, sagt er.

Rolf Baumann war damals Schriftführer im Gewerbeverein, Hans-Georg Hoch Sektionsleiter Handwerk, Peter Bellersheim Kassierer. Sie steckten die Köpfe zusammen, und die Idee war geboren. Jeder der Beteiligten sage heute, die GGA sei seine Idee gewesen, „ich auch“, im Grund war es aber unsere Idee, betont Baumann; und Hans-georg-Hoch fügt hinzu: „Wir waren ein gutes Team und hatten viele gute Ideen.“

Gleichwohl sei die Ausstellung eine Zangengeburt gewesen, sagt Baumann. „Und es war auch schwierig, die folgenden Schauen zu organisieren, weil sich nicht immer alle einig waren“, berichtet er und ergänzt: „Nach der sechsten, siebten Auflage war die Schau aber ein Selbstläufer.“

Die Ausstellung pausierte während der Golfkrise, auch andere wirtschaftliche Gründe zwangen zum Verzicht auf die GAA. Anstatt der Neuwagenschau gab es auch einmal eine Gebrauchtwagen-Ausstellung. Der Grund: Bei den Händlern nahmen zu der Zeit die gebrauchten Autos überhand. Hans-Georg Hoch, der lange die GAA organsierte, erinnert an eine Besonderheit: „Wir hatten die Autos nicht nach Marken sortiert, sie wurden lediglich mit Preisen ausgezeichnet, und jeder Verkäufer konnte jedes Auto verkaufen.“ Das habe hundertprozentig funktioniert, versichert er.

Die Schau trage zwar von Beginn an den Namen GAA, aber im Grunde sei sie am Anfang ein Markt gewesen, erinnert Hoch. „Für Märkte galt damals die Regel: Beginn ist bei Sonnenaufgang, Ende bei Sonnenuntergang“, erklärt er. Diese Möglichkeiten musste man freilich nicht ausschöpfen. Baumann war Vollversammlungsmitglied bei der Industrie- und Handelskammer. Auf der Suche nach Möglichkeiten, auch sonntags Autos verkaufen zu dürfen, stießen die „Macher“ auf den Gladenbacher Pfingstmarkt, der ab etwa 1920 nicht mehr veranstaltet wurde. Dieses Recht wurde ausgenutzt, der Markt mit alle seinen Möglichkeiten wiederbelebt, allerdings hieß er jetzt „Gladenbacher Automobilausstellung“.

Schon in den Anfangsjahren boten die Veranstalter ihrem Publikum ein Begleitprogramm. So spielt heute wie damals der Musikverein Gladenbach zur Unterhaltung der Gäste auf, seinerzeit trug der Verein auch den Titel 1. Hessisches DRK-Musikkorps. Engagiert wurde schon in der Anfangszeit ein Moderator. Auch bekannte Künstler traten während der GAA auf, unter anderen der Kinderliedermacher Rolf Zuckowski. Später gab‘s sogar eine Aktionsbühne mit reichlich Unterhaltungs­programm, dargeboten von heimischen Künstler und Gruppen.

Auch an Werbe-Ideen mangelte es nicht. Hoch erinnert sich gerne an die Zeit, als fast jedes Jahr ein großer Baukran auf dem damaligen „Spritzenplatz“, dem heutigen Marktplatz, stand. Am Kran baumelte dann ein Gefährt der Firma Hoch. So sah man schon aus der Ferne: In Gladenbach war wieder Automobilausstellung.

Die Zahl der ausgestellten Neuwagen stieg sprunghaft, von 60 im Jahr 1970 über wenige Jahre später 100 auf inzwischen 230, mehr passen nicht auf die 6000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Damals wie heute werden die interessierten Besucher von fachkundigen Teams der Autohäuser beraten. An der Spitze des Organisationsteams stehen seit einigen Jahren Carsten Elsemann und Manfred Heinz. Offiziell eröffnet wird die 40. GAA am Samstag um 11 Uhr. Sie ist am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Inhaber der Geschäfte in der Gladenbacher Innenstadt haben ihre Läden auch am Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und bieten ihren Kunden besondere Aktionen.

von Hartmut Berge

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