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Aus Äckern soll kein Solarpark werden

Ortsbeirat Rachelshausen Aus Äckern soll kein Solarpark werden

Rachelshausens Ortsbeirat hat sich mit aller Deutlichkeit gegen Solarparks vor den Toren des Dorfes ausgesprochen und dies den städtischen Gremien und dem Regierungspräsidium in Gießen mitgeteilt.

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Solche Solarparks mitten in der Landschaft – wie dieser zwischen Weidenhausen und Bad Endbach – sind nach dem Empfinden von Rachelshausens Ortsvorsteher Walter Scheld „grauenhaft“. Der Ortsbeirat des Gladenbacher Stadtteils lehnt solche Solarfelder vor

Rachelshausen. „Wehret den Anfängen“, dachte Rachelshausens Ortsbeirat und befasste sich eingehend mit dem Entwurf des Teilregionalplans Energie Mittelhessen. Zentrales Thema der Zusammenkunft waren die sogenannten Vorbehaltsgebiete für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. „Wir sind extra deshalb zusammengekommen“, berichtet Ortsvorsteher Walter. Einhellig sprachen sich der Ortsvorsteher und seine Gremiumskollegen Ulf Pfeiffer und Wolfgang Frey gegen die in dem Plan östlich und südlich von Rachelshausen ausgewiesenen Flächen aus.

Beschluss und Begründungen fanden in einem Schreiben Niederschlag. Das schickte man per Post an das Regierungspräsidium, „Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim habe ich es direkt in die Hand gedrückt“, berichtet Scheld.

Erleichtert waren die Rachelshäuser, als sich wenige Tage später auch die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Stellungnahme zum Teilregionalplan Energie Mittelhessen auch gegen die Vorbehaltsgebiete aussprach. Und sie hoffen, dass die Stadt bei ihrer Haltung bleibt.

Denn ohne das Mitwirken der städtischen Gremien kann kein Solarpark entstehen. „Für die jetzt landwirtschaftlich genutzten Flächen müssten zunächst einmal die Flächennutzungspläne und Bebauungspläne geändert werden“, erklärt der Ortsvorsteher und ist zuversichtlich, dass dies in naher Zukunft nicht geschehen wird.

Falls aber später einmal politische Mehrheiten im Stadtparlament einem Investor die Türen öffnen wollten, dann wüssten die Entscheidungsgremien, dass es in Rachelshausen Widerstand geben werde, mahnt der Ortsvorsteher.

„Wir haben unsere Stellungnahme nicht verfasst, ohne vorher im Dorf zu hören, wie die Bevölkerung zu dem Thema steht. „Die Landwirte, mit denen ich sprach, haben sich alle gegen großflächige Fotovoltaikanlagen mitten in der Landschaft ausgesprochen“, versichert Walter Scheld.

In seinem Schreiben weist der Ortsbeirat darauf hin, dass im Falle des Baus solcher Anlagen auf den vorgesehenen Flächen wertvolles Ackerland zerstört werde.

Ortsbeirat: Landschaftdarf nicht zerstört werden

Auch die Spiegelungen in der Landschaft seien ein nicht hinnehmbarer Zustand.

Wörtlich heißt es: „Der Ortsbeirat Rachelshausen lehnt diesen Punkt des Plans ab und fordert vielmehr die Entscheidungsträger auf, nicht jetzt und auch nicht in Zukunft Planungsrecht für Fotovoltaikanlagen zu schaffen.“

Die Zerstörung der Kulturlandschaft - in diesem Fall landwirtschaftliche Nutzflächen zu Gunsten mäßig effizienter Fotovoltaik-Freiflächenanlagen sei nicht zu akzeptieren. Es sei sinnvoller, Solaranlagen auf Gebäudedächern und auf bereits versiegelten, brachliegenden Industrieflächen zu installieren, heißt es weiter.Für die Stromgewinnung müsste nicht intakte Landschaft und Dorfstrukturen geopfert werden, vor allem dann nicht, wenn diese noch landwirtschaftlich genutzt werde, wie dies in Rachelshausen der Fall sei.

„Der Ortsbeirat wünscht sich, dass Bürgermeister, Magistrat und sonst befasste Stellen ihre konkreten Planungen zur Beförderung der Energiewende offenlegen und so die Bürger informieren, anstatt sie mit Beschwichtigungen und allgemein Bekundungen zu verunsichern“, heißt es in dem Schreiben an Stadt und RP, das auch an alle Rachelshäuser Haushalte verteilt wurde.

von Hartmut Berge

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