Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Auf den Knollwiesen finden Amphibien neue Lebensräume

Natur Auf den Knollwiesen finden Amphibien neue Lebensräume

Die von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises neu angelegten Amphibientümpel sollen der Tierwelt interessante Lebensräume bieten.

Voriger Artikel
„We Will Rock You“ in der Europaschule
Nächster Artikel
Waffennarr zu drei Jahren Haft verurteilt

Das neu angelegte Biotop nehmen Gabriele Spill-Ebert von der Unteren Naturschutzbehörde, Ronald Polivka vom Büro Bioplan Marburg, Landrat Robert Fischbach und Holzhausens Ortsvorsteher Hans Joachim Kramer in Augenschein.

Quelle: Klaus Peter

Holzhausen. Auf den „Knollwiesen“ des Dautphetaler Ortsteils Holzhausen ließ die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Oktober und November zehn Amphibientümpel anlegen.

Zugleich begann die Renaturierung des Kornbaches, die abschnittsweise erfolgen soll. Der nördlich von Holzhausen am Eichelberg entspringende Kornbach schlängelt sich auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometern durch die Knollwiesen, bevor er zwischen Holzhausen und Amelose in die Dautphe mündet. Der begradigte Kornbach war arm an Strukturen, Auskolkungen und Uferabbrüchen. Außerdem fehlten Sand- und Kiesbänke, die natürlicherweise die Kinderstube für die Fischfauna und andere im Bachbett lebenden Mikroorganismen darstellen. Bei starkem Regen floss das Wasser sehr schnell talabwärts, sodass es keine Hochwasserrückhaltung gab.

Direkt in Bachnähe grenzt eine nasse Hochstaudenflur an, in der Mädesüß, Blutweiderich, Sumpf-Kratzdistel und Weidenröschen wachsen. Diese Nassbrache, so berichtete Gabriele Spill-Ebert von der Unteren Naturschutzbehörde, sei aufgrund ihrer besonderen Standortbedingungen und dem Blütenangebot ein erhaltenswertes Element der Kulturlandschaft.

So werde die Nassbrache von Heuschreckenarten wie der Sumpfschrecke, der Kurzflügeligen Schwertschrecke und dem Wiesengrashüpfer bevorzugt aufgesucht, also von Arten, die in Hessen gefährdet seien. Durch den Einbau einer Sohlschwelle aus vorhandenem Weidengeäst, Steinen und Erdaushub kann nun der Bach auch bei Niedrigwasser sein begradigtes Bett verlassen und sich in der angrenzenden Nassbrache ausbreiten. Dort wurden zehn flache Tümpel angelegt, die bei einer Größe von 5 bis 10 Quadratmetern nur 30 bis 40 Zentimeter tief sind.

Das Projekt samt Planung sei mit 10 000 Euro vergleichsweise kostengünstig gewesen und aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe finanziert worden, sagte Gabriele Spill-Ebert bei der Vorstellung des neu angelegten Biotops.

Die Idee, dort am Kornbach auf einer Länge von etwa 70 Metern und einer Tiefe von etwa 18 Metern ein solches Biotop anzulegen, hatte der Holzhäuser Naturschützer Kurt Bösser, der dafür einen Teil seines Landes kostenlos und dauerhaft zur Verfügung stellt.

von Klaus Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr