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Pferde in der Landwirtschaft

Arbeiten wie zu Großvaters Zeiten

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt . . .“ Selbst die erste Strophe des Liedes kennen Kinder heute nicht einmal mehr aus dem Musikunterricht. Der Buchenauer Frank Immel liebt und lebt den Inhalt.
Furche um Furche zieht das „Vielfachgerät“, das Frank Immel von seinem Kaltblüter Maja auf einem Kartoffelacker zwischen Buchenau und Elmshausen ziehen lässt. Um von seinem Bauernhof dorthin zu kommen, entschleunigt der Buchenauer mit seinem Gespann auch den Verkehr im Ort. Foto: Nadine Weigel

Furche um Furche zieht das „Vielfachgerät“, das Frank Immel von seinem Kaltblüter Maja auf einem Kartoffelacker zwischen Buchenau und Elmshausen ziehen lässt. Um von seinem Bauernhof dorthin zu kommen, entschleunigt der Buchenauer mit seinem Gespann auch den Verkehr im Ort.

© Nadine Weigel

Buchenau. Frank Immel ist mit Maja in den Kartoffeln. „Brrrr“, sagt der Buchenauer, und die Kaltblut-Bretone-Stute bleibt stehen – Arbeitspause. „Als Kind habe ich noch Landwirte mit Pferden arbeiten sehen“, erzählt der 48-Jährige, seitdem ließ ihn die Arbeit in und mit der Natur nicht mehr los. Er erlernte den Beruf des Gärtners, pachtete in seinem Heimatdorf einen Stall und Land. 1989 kam die erste Kuh hinzu. „Von da an galt ich als Landwirt“, berichtet er schmunzelnd.
Vier Jahre später gelangte er durch das Jawort seiner Ehefrau Karin auch zu einem Bauernhof. „Zu der Zeit gab es schon keine Pferde mehr im Ort“, erinnert sich der Vater dreier Kinder. Ein Zustand, den er änderte.

Statt der Rinder sollten ihm bald Pferde bei der Arbeit auf den Feldern helfen. Vier Kaltblüter besitzt die Familie mittlerweile: den 17-jährigen Fernando, die 10-jährige Tine, die fünfjährige Maja und als „Küken“ die dreijährige Charlotte. Ob säen, pflügen, Gras mähen oder in die Kartoffeln gehen – die vier Pferde dienen in verschiedenen Kombinationen bei der Arbeit auf dem Felde oder auch im Wald. Und nicht nur sie. Die ganze Familie hilft auf dem Nebenerwerbshof mit. Die Ehefrau, im Hauptberuf Biolaborantin, ebenso wie die beiden Söhne und Tochter Christine. Die 18-Jährige kümmert sich gerne um die Pferde, so weit ihr die Ausbildung zur Medizinisch-Technischen-
Assistentin Zeit lässt, anders als ihr älterer Bruder Sebastian. Der 21-Jährige tendiert eher zur Arbeit mit dem Schlepper.

Den nutzt Frank Immel auch, wenn die Arbeit mit den Pferden zu schwer wäre – zum Beispiel beim Kartoffelernten – oder die Zeit knapp ist. Der Zeitaufwand ist für den Nebenerwerbslandwirt nämlich der einzige Nachteil. Sein Arbeitstag beginnt um 5 Uhr. Dann sind die 15 Ammenkühe und fünf Rinder, Hühner und Gänse zu füttern, und nach dem Frühstück geht‘s zur Arbeit in ein Lebensmittellager bei Kirchhain. Nachmittags geht er aufs Feld. Dazu muss das Wetter stimmen. Im Sommer, wenn Stroh und Heu gemacht werden, kann die Arbeit auch schon mal bis 23 oder 24 Uhr dauern, berichtet Tochter Christine.
Fast alles, was Familie Immel auf 35 Hektar anbaut, dient dem Eigenbedarf der Tiere. Lediglich die Kartoffeln wer‑
den verkauft – oder selbst verspeist. „Ich möchte wissen, was ich esse“, bekennt Immel. Auch dabei helfen ihm die Pferde. Er brauche keine Pestizide für die Kartoffeln. „Einmal in der Woche die Erde auflockern, das hält die Reihen unkrautfrei.“

„Natürlich halten mich einige für einen Spinner“, bekennt Immel. Andere, die die harte Feldarbeit noch von früher kennen, hätten ihn gefragt: „Warum tust du dir das an?“ Aber oft hielten auch erstaunte Auto- oder Radfahrer an. Denen erklärt Immel,  dass er mit den Pferden hinkomme, wo es mit dem Schlepper nicht geht, dass der Boden lockerer und luftiger bleibt. Vor allem aber, dass ihn die Tätigkeit mit den Tieren sehr entspannt und: „Ich sehe, es ist gute Arbeit.“ Davon gibt es auch heute noch genug. „Hup“ sagt Immel, bewegt die Zügel leicht, und Ma‑
ja setzt sich wieder in Gang.

von Gianfranco Fain


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