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Anneliese Müller übernimmt Vorsitz

Heimatverein Anneliese Müller übernimmt Vorsitz

Fast 30 Jahre lang führte Helmut Bernhardt den Heimatverein Weidenhausen. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Bau des Regionalmuseums.

Gladenbach. Im Heimatverein Weidenhausen geht eine Ära zu Ende. Helmut Bernhardt hat sich nach fast 30-jährigem Engagement aus der Vorstandsarbeit verabschiedet. Seit der Gründung des Vereins arbeitete er im Führungsgremium mit, die letzten 14 Jahre als Vorsitzender. Bernhardts Nachfolgerin ist Anneliese Müller.

„Es ist Zeit, die Arbeit in jüngere Hände zu übergeben“, sagte der scheidende Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Weidenhausen.

Mehrmals habe er seinen Rückzug aus dem Vorstand bereits angekündigt, nun werde er diesen Schritt aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit endgültig vollziehen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren Bleibendes in Weidenhausen geschaffen“, blickte Bernhardt zufrieden zurück.

1984 - im Vorfeld der 650-Jahr-Feier von Weidenhausen - war der Heimatverein gegründet worden. „Viele haben gedacht, dass das eine Eintagsfliege ist. Das ist glücklicherweise nicht so eingetreten“, stellte Bernhardt fest.

Ein großes Ziel hatten die Brauchtumspfleger seitdem immer vor Augen: ein Museum. Doch erst nach zwei Jahrzehnten wurde der Wunsch langsam Wirklichkeit. Nachdem viele bürokratische Hindernisse und Stolpersteine beseitigt worden waren, stand 2005 fest, dass Weidenhausen ein Regionalmuseum bekommen würde. „Der Bau ist eine Glanzleistung des Vorstandes und einiger Mitglieder. Wir haben bis jetzt über 10000 Arbeitsstunden investiert“, bilanzierte Bernhardt.

Dabei seien die Anfänge der Bauarbeiten fast unmenschlich gewesen. Es habe viel Überzeugungsarbeit und Motivation bedurft, die begonnene Arbeit nicht abzubrechen. „Es war teilweise eine harte und anstrengende, aber auch eine schöne Zeit“, sagte Bernhardt.

Am 8. August 2008 fand schließlich die feierliche Einweihung des Regionalmuseums statt.

Großer persönlicher Einsatz

Ohne Fremdmittel baute der Heimatverein danach noch das ehemalige Wohnhaus der alte Hofanlage aus und richtete es ein. „Wenn wir jetzt das Obergeschoss der Scheune noch schön ausbauen und gestalten, werden wir eines der schönsten Museen des Landkreises haben“, meinte Bernhardt.

Der langjährige Vorsitzende dankte allen, die ihn in den vergangenen Jahren unterstützt haben: „Alleine wäre die Aufgabe nicht zu schultern gewesen.“ Er sei zwar mit dem Vorstand nicht immer gleicher Meinung gewesen, ernsthafte Differenzen habe es aber keine gegeben.

„Helmut Bernhardt ist ein ideenreicher und engagierter Verfechter des Museums gewesen“, lobte Wahlleiter Roland Döhler die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden. Belege seines Wirkens seien auch einige erhaltene Auszeichnungen, wie der Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises und der Berthold-Leinweber-Preis der Stadt Gladenbach.

Ohne Probleme ging die anstehende Vorstandswahl über die Bühne. Einstimmig wählten die Mitglieder Anneliese Müller (Archivfoto) zur neuen Vorsitzenden des Heimatvereins. Auf Vorschlag von Rainer Bastian ernannten die Mitglieder schließlich Helmut Bernhardt zum Ehrenvorsitzenden. „Er hat mit großem persönlichen Einsatz unglaublich viele Dinge angestoßen und auch realisiert“, sagte der Geschäftsführer.

Beim Bau des Museums habe Bernhardt als „Mann mit dem Gesamtüberblick“ koordiniert, organisiert und mit großem körperlichen Einsatz - ohne Rücksicht auf Alter und Gesundheit - auch als Handwerker geschuftet. „Sein universelles Wirken war einmalig und wird von keinem Nachfolger in dieser Form zu leisten sein“, lobte ihn Bastian.

von Michael Tietz

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