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Lixfelder feiern sich und ihre Kirche

Evangelische ­Gemeinde Lixfelder feiern sich und ihre Kirche

Am 3. und 4. Juni 
feiert die evangelische ­Kirchengemeinde Lixfeld-­Frechenhausen den 40. Jahrestag des Anbaus an die Kirche in Lixfeld. Die Arbeiten erfolgten damals in Eigenleistung.

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40 Jahre ist es nun her, dass die Lixfelder Bürger Hand angelegt und ihre 
Kirche um sechs Meter erweitert haben.

Quelle: privat

Lixfeld. Noch heute zeugen Spuren davon – etwa die große Fuge an der Fassade der Kirche oder der Vorsprung im Mauerwerk im Inneren. Aber wie kam es vor 40 Jahren zu dem Anbau?

Dafür gab es verschiedene Gründe, sagt Matthias Schneider, Vorsitzender des Kirchenvorstands. „Zum einen wurden Anfang der 70er-Jahre Baumängel an der Kirche entdeckt“, erzählt er. Die westliche Giebelwand hatte sich nach außen geneigt und musste zeitweise durch Stützen stabilisiert werden. Eine Sanierung war also unumgänglich, führt Schneider weiter aus.

Und: Der Platz in der kleinen Kirche bei Gottesdiensten reichte zeitweise nicht aus. Deshalb entschloss sich die ­Gemeinde 1976, die Sanierung mit einer Erweiterung zu verbinden. Aber: Bei der evangelischen Kirche in Hessen-Nassau war das Geld damals knapp, das Vorhaben wäre seitens der Kirchenverwaltung in Darmstadt frühestens 15 bis 20 Jahre später genehmigt worden.

Eigenleistung im Wert von 95.000 Mark

Damit wollten sich die Lixfelder nicht abfinden und starteten eine Unterschriftensammlung. 50 Bürger aus dem Ort verpflichteten sich, mindestens 50 Arbeitsstunden zum Anbau der Kirche zu leisten und so die veranschlagten Ausgaben von 450.000 Mark zu drücken. „Am Ende waren es aber nicht nur diese 50 Helfer“, berichtet Pfarrer Carsten Simon nach Durchsicht der historischen Aufzeichnungen. Fast jeder Lixfelder half mit – sei es durch Muskelkraft am Bau oder durch die Versorgung der Helfer.

Die Frauenhilfe­ organisierte mehrere Basare, der Verkaufserlös wurde für die Kirchenerweiterung gespendet. Insgesamt kam ein Betrag von „65.000 Mark aus Spenden und freiwilligen Opfern zusammen“, schrieb der damalige Pfarrer ­Erhard Wippermann in seiner Urkunde. Die Eigenleistung der Lixfelder wurde mit weiteren 95.000 Mark beziffert.

Am 5. Juni 1976 begannen die Freiwilligen mit ihrer Arbeit – obwohl noch keine Baugenehmigung seitens des Kreises vorlag, berichtet Matthias Schneider. Die Genehmigung wurde nachträglich erteilt – vielleicht auch, weil die Lixfelder Fürsprecher auf höchster kirchlicher Ebene hatten. Der Großvater des damaligen Kirchenpräsidenten Helmut Hild war in Lixfeld Lehrer, und auch Hilds Vater wurde noch in dem Ort geboren.Bis zum Herbst 1976 hatten die Lixfelder den Anbau fertig, der im folgenden Jahr zusammen mit einer weiteren Neuheit eingeweiht wurde: Erstmals in ihrer 750-jährigen Geschichte erhielt die erweiterte Kirche ­eine Orgel.

Historische Druckerpresse wird ausgestellt

Beide Jubiläen sollen bei dem zweitägigen Gemeindefest am 3. und 4. Juni gefeiert werden. Los geht es am Samstagabend um 18 Uhr mit einem Konzert, bei dem außer der Orgel auch der Posaunenchor sowie der Kirchenchor zu hören sind. Im Anschluss findet im Martin-­Luther-Haus ein Empfang statt. Dort gibt es an beiden Tagen ­eine Bilderausstellung mit historischen Aufnahmen von der Errichtung des Anbaus.

Der Sonntag beginnt um 10.15 Uhr mit einem Gottesdienst, der von den beiden Männergesangvereinen aus Lixfeld und Frechenhausen mitgestaltet wird. Daran schließt sich das eigentliche Gemeindefest an. Dazu wird die Britzenbachstraße rund um das Martin-Luther-Haus für den Verkehr gesperrt. Dort gibt es Spielattraktionen für die Kinder – darunter ein Menschenkicker sowie das Spielmobil des Dekanats. Auch eine historische Druckerpresse wird ausgestellt und kann bedient werden. Zudem wird es ein gemeinsames Mittagessen angeboten.

Im Laufe des Tages finden immer wieder Kirchenführungen mit Besichtigung des Turmes statt und die anderen Chöre aus der Gemeinde singen. Für den Nachmittag ist ein Buffet mit Kaffee und Kuchen geplant.

von Sascha Valentin

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