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Wo Naturschutz beim Geld sparen hilft

Wildblumenwiese Wo Naturschutz beim Geld sparen hilft

Was nützlich ist, ist oft nicht schön. Das trifft auf die Wildblumenwiese hinter der Lixfelder Kirche keinesfalls zu. Sie dient nicht nur dem Erhalt der Artenvielfalt, sondern sieht auch schön aus und spart der Gemeinde Geld.

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Es grünt und blüht bei der Kirche: Auf dem Lixfelder Friedhof ist eine Wildblumenwiese entstanden. 2013 hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises der Gemeinde Angelburg ein solches Naturschutzprojekt vorgeschlagen.

Quelle: Martina Koelschtzky

Lixfeld. Im Jahr 2013 hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises der Gemeinde Angelburg ein Naturschutzprojekt vorgeschlagen. Das sollte aus Mitteln der Ausgleiche für Bauprojekte erstellt werden. Bei Bürgermeister Thomas Beck (SPD) fand der Vorschlag sofort Zustimmung und so blüht es heute wild und bunt hinter der Lixfelder Kirche.

In Zusammenarbeit der Agentur für Naturentwicklung, der Gemeinde, des Landkreises und des Nabu Lixfeld ist auf der ehemaligen Friedhofsfläche eine Wildblumenwiese angepflanzt worden – und zwar aus Saatgut, das nicht nur für die Region ­typisch, sondern auch gentechnikfrei sein sollte. Das lieferte die Firma Regio-Saaten aus Wetzlar, bezahlt wurde die ganze Aktion aus Geldern, die zum Ausgleich für Flächenversiegelung an die Untere Naturschutzbehörde gezahlt werden müssen.

„Alle haben bei dieser Idee gewonnen“, freut sich Bürgermeister Beck. „Natürlich gab es auch Kritik, vor allem, weil für die Anlage der Fläche auf dem Friedhof gebaggert wurde. Aber das war dann gar nicht so schlimm“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Die Friedhofsfläche sei nicht mehr benötigt worden, der darauf eingesäte Rasen habe aber jede Woche von der Gemeinde gemäht und gepflegt werden müssen, erklärt Beck. „Schließlich will niemand, dass es auf dem Friedhof unordentlich aussieht.“ Mit der Artenvielfalt war es bei diesem Rasen allerdings nicht weit her: Dort wuchs nichts außer Gras, das nicht einmal blühen konnte.

Ein paar Bäume wurden gefällt

Heute sieht das anders aus: Auf der Fläche mitten im Ort blühen vielfältige Wildpflanzen. Es haben sich viele Insektenarten angesiedelt und in ihrem Gefolge kommen Vögel und Fledermäuse, die sich von den Insekten ernähren. Auch von den Bürgern komme viel Zustimmung für das Projekt, freut sich Beck: „Wir hatten schon mehrere Anfragen, ob nicht auch andere gemeindeeigene Flächen in naturnahe Wiesen umgestaltet werden können. Das zeigt doch, dass den Bürgern die Sache gefällt.“

Auch Wanderer nutzten gerne das Ruheplätzchen mitten im Ort, berichtet der Bürgermeister. Deshalb wurde eine Infotafel erstellt, die den Vorbeikommenden den unmittelbaren Nutzen der Wildblumenwiese für die Artenvielfalt erklärt.

Ein paar Bäume mussten der Wiese allerdings weichen, „damit Sonne auf die Pflanzen scheinen kann“, wie Erich Sänger vom Nabu erklärt. Diese hätten auf dem Gelände der Kirchengemeinde gestanden, die der Entfernung zugestimmt hat. Heute überwiege der Nutzen der Aktion deutlich, ist Beck überzeugt.

Außerdem spart das Artenschutzprojekt der Gemeinde auch noch Geld, denn der Bauhof muss nun nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch einmal im Jahr ausrücken, um die Fläche zu mähen. „Es spart etwas, sieht schön aus und ist ökologisch sinnvoll. Das ist doch ein Superprojekt“, freut sich Beck. Es gebe eine breite Akzeptanz für die Wildblumenwiese in der Bevölkerung. Er sei der Idee durchaus nicht abgeneigt, weitere Flächen in der Gemeinde in ähnlicher Weise umzugestalten, sagt der Bürgermeister. „Ich bin froh, dass ich mich auf den Vorschlag eingelassen habe. Das ist eine gute Sache für den Ort“, findet er.

von Martina Koelschtzky

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