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Becks Pläne in Warteposition

Windpark Stocksol Becks Pläne in Warteposition

Mehrere Investoren stehen in den Startlöchern, um auf dem Stocksol ­einen Windpark zu 
bauen. Die Entscheidung, wer den Zuschlag 
bekommt, ist vertagt. 
Angelburgs Parlament braucht mehr Bedenkzeit.

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Bevor auf dem Stocksol Windkraftanlagen errichtet werden können, will die Angelburger Gemeindevertretung noch Detailfragen geklärt wissen.

Quelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Angelburg. „Es ist intensiv diskutiert worden. Eine abschließende Entscheidung für ein Angebot fand nicht statt.“ So fasst Angelburgs Bürgermeister Thomas Beck (SPD) zusammen, was im Anschluss an den öffentlichen Teil der jüngsten Gemeindevertretersitzung hinter verschlossenen Türen passierte. „Es tauchten Fragen auf, die erst noch geklärt werden sollen.“ Mit anderen Worten: Die Entscheidung, ob – und wenn ja, zu welchen Konditionen – zwischen Gönnern und Steinperf Windräder gebaut werden, wurde vertagt. „Ich bin damit beauftragt worden, mit den Anbietern über eine Fristverlängerung bis zum 30. September zu sprechen“, sagt Beck. Er sei optimistisch, dass in der Zwischenzeit kein Investor abspringt.

Welcher Art die Fragen waren, die zum Aufschub des Beschlusses führten, dürfe er nicht verraten, sagte Beck. Auch nicht, wie viele Angebote der Gemeinde vorliegen, oder worin diese sich unterscheiden, alles streng geheim. Nur so viel: Alle Projektierer planten mit drei Anlagen. Und: 100.000 Euro seien nach wie vor eine realistische Schätzung dessen, was ein Windpark pro Jahr in die Gemeindekasse­ spülen könnte. Diese Summe hatte Beck bereits im Juni ins Spiel gebracht. Damals hatte er das Thema „Windpark auf dem Stocksol“ wieder auf die Tagesordnung des Gemeindeparlaments gesetzt. In einem Antrag hatte er Bedingungen skizziert, die er an einen Windpark auf dem Stocksol knüpft. Und diese Bedingungen sind laut Beck Bestandteil der aktuellen Verhandlungen.

Bürgermeister bleibt zuversichtlich

Neben den Einnahmen für die Gemeinde in Höhe von mindestens 100.000 Euro pro Jahr forderte er damals zum Beispiel, dass der Projektierer alle Kosten der Entwicklung und des Baus der Windräder trägt, und dass 50 Prozent des Windparks an die Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH verkauft werden, an der die Gemeinde mit fünf Prozent beteiligt ist.

Becks Antrag brachte Bewegung in das Thema Windkraft. Das Parlament beauftragte den Gemeindevorstand, die Projektentwicklung voranzutreiben. In der Folge gab es dann Beck zufolge eine nicht-öffentliche Informationsrunde für Gemeindevorstand, Ausschüsse, Ortsvorsteher und einige Parlamentarier, in der die vorliegenden Angebote besprochen wurden. Das Angebot, schriftlich Fragen einzureichen, sei von niemandem genutzt worden.

Trotzdem wurde in der jüngsten Gemeindevertretersitzung kein Angebot ausgewählt, obwohl das auf der Tagesordnung stand. Der Beschluss scheiterte, wie Beck andeutete, an offenen Fragen. Unter anderem soll es noch eine Ortsbegehung geben. Beck ist ob der Verzögerung nicht entmutigt. „Ich hoffe nach wie vor, dass es in Sachen Windkraft einen Weg geben wird, der bei der Bevölkerung auf breite Zustimmung stößt“, sagt er.

von Friederike Heitz

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