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EAM erhält den Zuschlag für „Stocksol“

Gemeindeparlament EAM erhält den Zuschlag für „Stocksol“

15 Jastimmen und drei Enthaltungen. Mit diesem Abstimmungsergebnis endete im Angelburger Gemeindeparlament die Beratung zum Thema Windpark „Stocksol“. EAM-­Natur darf dort nun drei Windkraftanlagen bauen.

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Auto überschlägt sich

So wie hier am Windpark Rachelshausen sollen auch am „Stocksol“ bald neue Windräder entstehen.

Quelle: Edgar Meistrell

Frechenhausen. Gut eine Stunde berieten 18 Gemeindevertreter hinter verschlossenen Türen. Im Dorfgemeinschaftshaus von Frechenhausen ging es darum, welcher der drei Investoren den Zuschlag für den Windpark am „Stocksol“ bekommen soll. Die Kommunalpolitiker sprachen sich einstimmig für das Angebot der EAM-Natur GmbH aus, wie Vorsitzender der ­Gemeindevertretung, Gerhard Teutsch (CDU), und Bürgermeister Thomas Beck (SPD) erklärten. Die drei Enthaltungen fallen bei der Bewertung somit nicht ins Gewicht.

Teutsch lobt die gute Vorarbeit der Kommission, zu der neben Vertretern des Gemeindevorstandes und der Fraktionsspitzen von SPD, BGL/FWG und CDU auch Thomas Reuter als Geschäftsführer von Lahn-Dill-Bergland-Energie gehörte. Teutsch spricht auch von einer sehr sachlichen Diskussion der Gemeindevertreter. Beck hebt hervor, dass man nun mit der EAM-Natur aus Dillenburg in die Verhandlungen einsteigen werde. Ziel ist es, ­einen Projektentwicklungsvertrag sowie einen Gestattungsvertrag abzuschließen.

Wann die Verhandlungen zum Abschluss kommen werden, sei bislang noch offen. Klar sei, dass die dann ausgehandelten Verträge noch einmal zur Beschlussfassung an die Gemeindevertretung gehen würden. Von der EAM-Natur sei der Gemeinde laut Beck ein „Fixpacht-Modell“ vorgeschlagen worden, das bedeutet: Die Kommune bekommt für die zur Verfügung gestellten Flächen einen festgelegten Betrag.

Die Kommunalpolitiker möchten, dass die Kommune juristischen Beistand und den Sachverstand von Thomas Reuter bei den anstehenden Verhandlungen hinzuzieht. Und dann soll es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben, damit diese dann vom Investor erfahren, was am „Stocksol“ zu welchem Zeitpunkt passieren wird.

BGL/FWG-Vertreter hat 
ein „paar Bauchschmerzen“

Lob für den Beschluss gibt es unter anderem von Christian Schneider, dem Fraktionsvorsitzenden der BGL/FWG. Auch er unterstreicht die Bedeutung der eingesetzten Kommission bei den vorbereitenden Verhandlungen. Man habe da für die Gemeinde richtig Geld rausholen können. Allerdings habe die BGL/FWG auch ein „paar Bauchschmerzen“ wegen der nun anstehenden „großen Eingriffe in die Natur“. Bei der Zustimmung seiner Fraktion hätte aber die Betrachtung der finanziellen Situation der Kommune im Vordergrund gestanden. Man könne auf die Einnahmen aus der Verpachtung schlichtweg nicht verzichten, sagt Schneider.

Auch SPD-Fraktionschef ­Michael Schmidt ist mit dem Abstimmungsergebnis sehr zufrieden: „Daraufhin haben wir als SPD jahrelang zugearbeitet.“ Nach der Kommunalwahl habe sich die personelle Besetzung der Gemeindevertretung geändert und somit auch die Haltung zum Windpark auf dem eigenen Gemeindegebiet. Er freut sich, dass alle drei Fraktionen diesen Beschluss nun mittragen.

Auch Heinz-Ludwig Interthal, CDU-Fraktionsvorsitzender, be-
wertet das Ergebnis positiv. Er verweist darauf, dass der Beschluss einstimmig gefasst worden sei. Man habe sich in der nichtöffentlichen Sitzung noch einmal klar positioniert und sich somit für die EAM-Natur entschieden. Auch er hebt die Arbeit der eingesetzten Kommission hervor, die für die Gemeinde finanziell ein gutes Ergebnis haben erzielen können. Wichtig ist ihm, dass diese Kommissionsmitglieder nun auch an der Vertragsgestaltung mitarbeiten werden.

Bevor die Gemeindevertreter in die nichtöffentlichen Beratungen einstiegen, gab es, wie schon am Abend zuvor in der gemeinsamen Ausschusssitzung, eine Grundsatzabstimmung ohne Aussprache. Dabei ging es darum, ein Votum darüber abzugeben, die Vorrangfläche „Stocksol“ dann auch tatsächlich für Windkraftanlagen zu nutzen. Die fraglichen Flächen sind alle im Eigentum der Gemeinde. Bei der Abstimmung gab es 16 Ja- und zwei Neinstimmen, diese beiden kamen aus den Reihen der CDU.

von Edgar Meistrell

Mehr zum Windpark Stocksol lesen Sie hier.
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