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Angeklagter zieht Berufung zurück

Aus dem Landgericht Angeklagter zieht Berufung zurück

Für einen 36-jährigen Mann aus Gladenbach war es eine inakzeptable Bestrafung: eine dreimonatige Bewährungsstrafe, Anti-Aggressionstraining und Alkoholtherapie wegen Gewalt gegen seine Lebenspartnerin.

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Ein 36-jähriger Gladenbacher akzeptiert die dreimonatige Bewährungsstrafe wegen häuslicher Gewalt gegen seine Lebenspartnerin.

Quelle: Gabriele Remscheid / pixelio.de

Marburg. Das Urteil hatte das Amtsgericht Biedenkopf am 19. März dieses Jahres wegen Körperverletzung gefällt. Die vom Angeklagten eingelegte Berufung wegen zu hoher Strafzumessung wurde am Freitag vor dem Marburger Landgericht verhandelt.

„Mein Mandant hat die Befürchtung, die Auflagen nicht einhalten zu können“, machte 
Verteidiger Bernhard Schroer deutlich. Oliver Brust, Vertreter der Anklage, bemerkte, dass die Bewährungsauflagen dem Angeklagten helfen sollten, dessen Leben „auf die Reihe zu bekommen“.

Daraufhin gab der Angeklagte die etwas kryptische Antwort: „Naja, das kann man so und so sehen“. Verwunderung machte sich im Gesicht des Staatsanwalts breit. Auf die Frage, ob er zurzeit Alkohol konsumiere, erwiderte der Angeklagte „sehr, sehr selten“ und beteuerte, kein aggressiver oder gewalttätiger Mann zu sein.

Inzwischen hat sich das Paar getrennt

Das sah am 28. Oktober 2014 anders aus, als der Gladen­bacher seine damalige Lebenspartnerin während eines Streits mehrmals geohrfeigt und bespuckt hatte. Vor dem Streit hatte der Angeklagte „acht bis neun Bier konsumiert“, wie Richter Hans-Werner Lange verlas.

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht hatte der 36-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Grund für den Streit sei die Eifersucht seiner Lebenspartnerin gewesen. Diese hatte vor dem Amtsgericht ausgesagt, dass es der erste Gewaltausbruch des Angeklagten 
während der Beziehung gewesen sei. Mittlerweile haben sich die beiden dennoch getrennt. „Es funktioniert nicht mehr. Aber wir arrangieren uns miteinander, haben ja zwei gemeinsame Kinder“, sagte der Angeklagte.

Nach einer kurzen Verhandlungspause, in der Verteidiger Bernhard Schroer sich mit seinem Mandanten beriet, erklärte dieser Rechtsmittelverzicht, zog die Berufung zurück. Grund: Gegen den Angeklagten läuft noch ein anderes, vorläufig eingestelltes Verfahren vor dem Amtsgericht Biedenkopf. „Wir nehmen das Urteil so hin. Demnach bleibt das andere Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt“, erklärte Schroer.

von Benjamin Kaiser

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