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Angeklagter muss wegen Kindesmissbrauchs in Haft

Aus dem Amtsgericht Angeklagter muss wegen Kindesmissbrauchs in Haft

Weil das Amtsgericht Marburg davon überzeugt ist, dass ein 41-jährige Angeklagte eine Zwölfjährige auf einem Hinterländer Campingplatz sexuell missbraucht hat, wurde er am Donnerstag zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

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Weil er eine Zwölfjährige an intimen Körperstellen angefasst hat, wurde ein Hinterländer zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Patrick Pleul

Marburg. Zu Beginn der Verhandlung gestand der Angeklagte. Über seinen Verteidiger Sascha Marks ließ er erklären, dass alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stimmen. In der Nacht vor dem Osterfeuer 2012 sei das Mädchen bei ihm im Wohnwagen gewesen. Wie Marks erklärte, hat sein Mandant dem Kind dann unter das T-Shirt und auch in die Hose gegriffen.

Bereits im vergangenen Sommer stand der Mann vor dem Biedenkopfer Amtsgericht. Sein Geständnis war damals nicht so umfassend. Die Vernehmung der heute 16-Jährigen ergab seinerzeit, dass anders als damals angeklagt auch ein besonders schwerer Fall des Missbrauchs statt ein einfacher vorliegen könne. Der Fall wurde daher an das Jugendschöffengericht verwiesen. Hier stritt der Mann auch das nicht ab, er habe entsprechende Handlungen durchgeführt.

Aufgrund der Aussage des 41-Jährigen sahen weder das Gericht, noch Staatsanwalt Christian Laubach und Verteidiger Marks die Notwendigkeit, die Geschädigte zu hören. Die 16-Jährige sagte zu ihrer Verfassung aus: Unter Tränen schilderte sie, dass sie bis heute unter dem Geschehen leide. Anzeige habe sie erst 2014, als sie den Mann wiedergesehen habe, erstattet.

Angeklagter war wie ein Vater für das Mädchen

In seinem Plädoyer hob Laubach hervor, dass die Tat sicher am unteren Rand des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu sehen ist. „Ein Beischlaf hat nicht stattgefunden“. Rechtsanwältin Elke Gabsa, die die junge Frau als Nebenklägerin vertrat, machte deutlich, dass es sich praktisch um ein „Familienverhältnis“ gehandelt habe.

Für das Kind sei es daher völlig normal gewesen, im Wohnwagen des Mannes zu sein. Auch habe der Angeklagte ein Vertrauensverhältnis ausgenutzt, so Laubach. Übereinstimmend berichteten Opfer und Täter, dass der Angeklagte, der den Wohnwagen neben der Familie des Mädchens hatte, dieses seit frühester Kindheit kannte und er praktisch wie ein Vater für sie war.

Die Mindeststrafe von zwei Jahren reiche daher nicht, betonte der Staatsanwalt. Das Gericht unter Vorsitz von Thomas Rohner teilte diese Auffassung. „Es ist sicher der untere Strafrahmen möglich, aber das Geständnis, das eine quälende Vernehmung erspart hat, reicht für die Mindeststrafe nicht“, so Rohner.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Berufung vor dem Landgericht hinsichtlich des Strafmaßes wahrscheinlich. Verteidiger Marks hatte zwei Jahre beantragt, die Höchstdauer, für die eine Bewährung noch möglich ist.

Der Angeklagte sei nicht vorbestraft, habe sich vorher und nachher nichts zu Schulden kommen lassen und auch kein Kind angefasst. Die einmalige Tat sei sicher nicht zu rechtfertigen, so der Verteidiger, aber von dem 41-Jährigen gehe sicher keine Gefahr aus.

von Heiko Krause

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