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An den Landkreis vermieten statt verkaufen?

Flüchtlingsunterbringung in Dorfgemeinschaftshäusern An den Landkreis vermieten statt verkaufen?

Ergibt sich eine neue Möglichkeit für die Gemeinde Lohra, um das Defizit der Dorfgemeinschaftshäuser zu verringern? Der Gemeindevorstand soll das prüfen.

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Damm ist das größte der  vier Häuser, die von der Gemeinde zum Verkauf angeboten werden.

Quelle: Gianfranco Fain

Reimershausen. Seit dem vergangenen Jahr bemüht sich die Gemeinde Lohra verstärkt darum, hochdefizitäre Dorfgemeinschaftshäuser zu verkaufen. Von den ehemals zehn Gemeinschaftshäusern sind mittlerweile zwei verkauft: das in Altenvers an den Verein Weißer Stein und das in Weipolts­hausen an den Heimatverein des Ortsteils, dessen Vertreter in der nächsten Woche die Verträge mit der Gemeinde unterschreiben werden.

Vier weitere Häuser, die in Damm, Nanz-Willershausen, Rodenhausen und Seelbach wurden auf dem Immobilienmarkt schon angeboten, doch es fanden sich keine Interessenten oder die Preisvorstellungen passten nicht. Nun könnte sich aber eine neue Möglichkeit eröffnen, die vier Dorfgemeinschaftshäuser zu nutzen und das Defizit zumindest zu verringern.

Zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Reimershausen brachten die CDU- und SPD-Fraktionen einen Prüfantrag ein, der bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen mehrheitlich angenommen wurde.

Nun soll der Gemeindevorstand prüfen, „inwieweit die zum Verkauf stehenden Dorfgemeinschaftshäuser in Flüchtlingswohnungen umgebaut und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Vermietung angeboten werden können“.

Zachow: Landkreis mietet meist für fünf Jahre

Zur Begründung sagte Werner Waßmuth, dass der Landkreis noch Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sucht und unter bestimmten Umständen bei kommunalen Trägern zu Verträgen mit längerer Laufzeit bereit sei. Der CDU-Fraktionschef sprach von zehn Jahren.

Das bestätigt Marian Zachow, der als Erster Kreisbeigeordneter mit den Fragen der Flüchtlingsversorgung betraut ist. In der Regel gehe der Landkreis Mietverträge mit einer Laufzeit von maximal fünf Jahren ein, erklärt der Christdemokrat, wobei der gezahlte Mietzins entsprechend der längeren Laufzeit geringer sei.

Es seien aber auch längere Laufzeiten möglich, wenn es eine Integrationskomponente, also eine besondere Integrationsabsicht gebe. Dabei kommt es auf das Engagement der Kommunen und der Bevölkerung an, deren Bemühungen zur Integration der Flüchtlinge der Kreis mit diesem Anreiz fördern will.

Als Beispiel nennt Zachow das „Haus Diana“ in Bad Endbach. Das ehemalige Gasthaus wurde nicht nur zur Unterkunft umgebaut, der ehemalige Schankraum ist zudem zum Begegnungscafé umgestaltet worden, in dem regelmäßig Treffen stattfinden werden. Ein etwas anders geartetes Projekt werde zur Zeit in Rauschenberg projektiert.

Die Lohraer Perspektive, das Potenzial der Dorfgemeinschaftshäuser, halte er für eine „klasse Geschichte“. Zumal der Kreis in solchen Häusern bevorzugt Familien unterbringen möchte. Und da stellt sich Zachow auch die Option vor, dass die Häuser später in normale Mietverhältnisse überführt werden können.

von Gianfranco Fain

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