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Amerikaner helfen beim Platzbau

Hartenrods Sportanlagen Amerikaner helfen beim Platzbau

Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes und der neuen Leichtathletikanlage im vergangenen Jahr geht ein langgehegter Wunsch des Sportvereins und des Turnvereins in Erfüllung.

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Ein Gräder verteilte Anfang August groben Schotter auf dem Platz „Am Loh“. Premierentraining auf dem Kunstrasenplatz des SV „Rot-Weiß“ Hartenrod war im August: Über das neue „Geläuf“ freuten sich auch (von links) Torben Plitt, Andreas Hinterlang, Daniel D

Hartenrod. Karl-Otto Bamberger erinnert an die 90-jährige Geschichte des Sportvereins Rot-Weiß Hartenrod, der sich 1921 mit großer Euphorie gegründet habe. Mit einem Lederball allein war es nicht getan, fährt Bamberger fort und spricht damalige Schwierigkeiten an, ein geeignetes Spielfeld zu finden, schließlich sei jeder Quadratmeter landwirtschaftlich genutzt worden. In der Oberndorfer Gemarkung „Am Butschehoitche“ bot sich aber ein Gelände an. Auf dem „Wel­tersberg“ entstand schließlich ein Fußballplatz. Der war aber hoch gelegen und mit Steinen übersät.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Platz erweitert. Es blieb als Ärgernis der harte Belag, der für manche Schürfwunde sorgte.

1954 plante und baute die Gemeinde einen neuen Sportplatz „Am Bismarck“. das war möglich, weil viele Hartenroder ihre Begeisterung für Fußball über die landwirtschaftlichen Interessen stellten und die Wiesen verkauften. „Der Bau ging flott vonstatten“, erzählt Bamberger und berichtet: „Jedes Wochenende kam eine Pioniereinheit der Amerikaner, die noch in Hessen stationiert waren, mit schwerstem Gerät. Das war ein außergewöhnliches Schauspiel, besonders für die Kinder, denn so große Baufahrzeuge hatten sie noch nicht gesehen.“

Der Kommandant sei sonntagsabends in sein Elternhaus gekommen und habe sich 1500 Mark abgeholt, erinnert sich Bamberger und stellt fest: „So einfach war das damals.“ Nach wenigen Wochenenden war die Fläche planiert. Doch die Überraschung folgte auf dem Fuß: „Der Platz war zu schmal.“ Für die Böschungen auf beiden Seiten sei zu wenig Gelände eingerechnet worden, weiß Bamberger. Einsehen hatte ein benachbarter Eigentümer, der seinen besten Dickwurz-Acker für den Sportplatz abgab.

Gewitterregen lässtRasenplatzprojekt scheitern

Nach dem holprigen und steinigen Belag des alten Platzes sollte mit einem Rasenplatz nun etwas Besonderes geschaffen werden. Per Hand wurde der Grassamen aufgebracht, und mit einer in Erdhausen geliehenen Netz-Egge leicht mit dem Mutterboden vermischt, ehe das Ganze gewalzt wurde. „Wie so oft im Leben geht manches Gutgemeinte daneben“, sagt Bamberger. Noch ehe der Grassamen auflaufen konnte, habe ein schweres Sommerunwetter den Mutterboden mitsamt dem Grassamen die untere Böschung weggespült.

Die Wassermassen rissen sowohl auf dem Platz als auch an der Böschung tiefe Gräben. Das war so deprimierend, dass die Hartenroder das Rasenplatz-Projekt aufgaben und die Spielfläche mit Wommelshäuser Sand überfuhren.

Nach dem Bau der Mittelpunktschule 1966 und der dazugehörigen Turnhalle 1968 habe nur noch ein Sportfeld gefehlt. Nach Verhandlungen habe sich die Gemeinde bereiterklärt, ein Stadion mit allen erforderlichen Leichtathletikanlagen neben der Schule zu errichten, vorausgesetzt die Schule würde die Schulturnhalle allen Hartenroder Vereinen nachmittags und abends zur Verfügung stellen. 1973 entstand dann „Am Loh“ eine moderne Sportanlage mit einem Rotasche-Fußballfeld und einer 400-Meter-Bahn samt Weit- und Hochsprunganlagen.

„Am Loh“ entstehthochmoderne Sportanlage

Die Sitzplätze wurden in drei Naturterrassen angelegt. Hinzu kam eine moderne Flutlichtanlage. Somit waren Sportmöglichkeiten aller Art für die Schüler, den Sportverein Rot-Weiß Hartenrod und für die Leicht­atheletikabteilung des Turnvereins vorhanden. Nach anfänglicher Euphorie auf dem Rot­aschebelag sei durch die vielen Schürfwunden doch der Bau eines Rasenplatzes „Am Bismarck“ umgesetzt worden. Die Verantwortlichen stellten fest, dass eine Spielfläche alleine nicht ausreicht und errichteten ein neues Sportheim. Der Rasenplatz zeigte im Jahresverlauf wetterbedingt seine Tücken und dies besonders in den Wintermonaten. Viele Spiele mussten verlegt werden, um den Rasen einigermaßen zu erhalten. „Seit der Jahrhundertwende stehen ganzjährig bespielbare Kunstrasenplätze ganz oben auf der Wunschliste der sporttreibenden Vereine. Durch sehr viel Eigenleistung der Mitglieder, vieler Sponsoren und der Zuschussgeber entstand nun am „Loh“ eine hochmoderne Mehrzwecksportanlage“, freut sich Karl-Otto Bamberger.

von Helga Peter

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