Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Altkleider müssen weiter abhängen

Müllabfuhrzweckverband Altkleider müssen weiter abhängen

Elektroschrott, Altkleider und andere Wertstoffe einsammeln, mit denen man Geld verdienen kann? Seit Ende 2013 beschäftigt sich der MZV mit diesem Thema. Ob, wie und wo ist aber noch immer nicht geklärt.

Voriger Artikel
LKW-Reifen platzt: BMW landet auf Mauer
Nächster Artikel
Suppe „satt“ am „Tag der Integration“

Worüber der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf seit rund zwei Jahren diskutiert, zum Beispiel das Sammeln von Altkleidern in Containern, das hat der Marburger Dienstleistungsbetrieb schon seit einiger Zeit umgesetzt.

Quelle: Gianfranco Fain

Breidenbach. „Alles, was Geld bringt“, so fasste Peter Pfingst als Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands die künftigen Sammelbestrebungen des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf zusammen. Das war vor fast zwei Jahren. Damals wurde der Verbandsversammlung ein Organisationsgutachten vorgestellt, das dem MZV empfahl, sich neuen Geschäftsfeldern zu widmen, wie der Sammlung von Altmetall und -kleidern und auch dazu das Personal aufzustocken, wozu eine größere Geschäftsstelle nötig sei.

Die Verbandsversammlung beschloss, das Projekt Erweiterung der Geschäftsstelle und Anlage eines Wertstoffhofes anzugehen und beauftragte den Vorstand mit der Umsetzung. Doch die dauerte einigen Mitgliedern zu lange. Im Dezember 2014 forderte die Versammlung deshalb vom Vorstand mit Nachdruck die Umsetzung und rang Pfingst das Zugeständnis ab, bei der für März vorgesehenen Verbandsversammlung einen Sachstandsbericht zu liefern. Die Versammlung fand im März nicht statt, ebenso wenig am 19. Mai und auch nicht am 17. Juli.

Nun sind die Einladungen für den 14. Oktober verschickt, zuvor gibt es in dieser Woche eine Fahrt des Gesamtvorstands nach Bebra, dort will man sich erneut einen Wertstoffhof mit angegliedertem Verwaltungsbau ansehen.

Pfingst gibt Vorsitz im MZV-Vorstand ab

Doch wenn die Verbandsversammlung stattfindet, werden sich die Mitglieder einem neuen Verbandsvorsitzenden gegenübersehen. Der am 25. September tagende Gesamtvorstand muss zwei Nachfolger wählen: Wie Pfingst der OP sagte, gibt er sein Amt ab, um sich als Steffenberger Bürgermeister ausschließlich dem Fusionsprozess mit der Gemeinde Angelburg zu widmen, und auch Peter Hartmann scheidet auf eigenen Wunsch aus dem dreiköpfigen Geschäftsführenden Vorstand aus. Der Bürgermeister Wohratals hatte zwischenzeitlich den in den Fusionsvorbereitungen gebundenen Pfingst bei der Neuausrichtung des Verbands entlastet. Somit verbleibt nur Lohras Bürgermeister Georg Gaul im Geschäftsführenden Vorstand.

Gegenüber der OP skizziert Pfingst den Stand der Dinge folgendermaßen: Es sei nach wie vor noch nicht entschieden, was aus der Geschäftstelle wird, das sei nach Ansicht des Vorstandes auch nicht vordringlich. Zuerst müsse geklärt werden, ob es einen Wertstoffhof geben soll und ob dieser an die Verwaltung angegliedert sein müsse. Bei einer gemeinsamen Lösung käme der Standort Carlshütte bei Buchenau in Frage, bei einer getrennten Lösung könnte der Verwaltungssitz in Breidenbach verbleiben. Darüber solle die Verbandsversammlung Mitte Oktober entscheiden.

Zuvor werde der Verbandsvorstand detailliertes Zahlenmaterial erhalten, erklärte Hartmann noch vor den Sommerferien. Die bisherige Kostenschätzung für einen Neubau bei der Carlshütte sei „zu grob und zu kurz“. Die Zahlen sollen stimmig sein“, so Hartmann, damit sei ein Büro beauftragt worden.

Untersuchung der MZV-Organisation läuft

Auch müsse geklärt werden, ob der von der Breidenbacher Gemeindevertretung erlassene Sperrvermerk für das Geld zur Erweiterung der MZV-Geschäftsstelle wieder aufgehoben werde. Einen Vorstandsbeschluss, in Breidenbach zu bleiben, gebe es ja schon. Und: Hat Breidenbach bei einer getrennten Lösung auch Platz für einen Wertstoffhof?

Mit der Gemeinde Dautphetal sei zu klären, ob es beim Grundstückspreis noch Verhandlungsspielraum gebe. Die Ausweitung müsse über Kredite finanziert werden, meint Hartmann, weil die durch hohe Gewinne in den Vorjahren entstandene Rücklage des MZV in Millionenhöhe laut Beschluss der Verbandsversammlung in den nächsten Jahren zur Stabilisierung der Gebühren aufgezehrt wird (OP berichtete). Pfingst meint dagegen, dass man entscheiden müsse, zwischen einer Kreditfinanzierung bei niedrigem Zinsniveau oder der Nutzung der Rücklage.

Zudem läuft seit Ende August eine Untersuchung über die künftige Struktur und Organisation in der Verwaltung des MZV. Es geht um die Ausrichtung hinsichtlich des Personals und der Tätigkeit, erklärt Georg Gaul, der die Aufgabe von Hartmann übernommen hat. Die Einschaltung eines externen Büros sei vom Personal begrüßt und gut aufgenommen worden, erklärt Lohras Bürgermeister. Das Ergebnis soll Ende November vorliegen.

Zum Sperrvermerk im Nachtragshaushalt erklärt Christoph Felkl, dass die Fraktionen der Gemeindevertretung die Aufhebung grundsätzlich signalisiert haben. „Wir warten auf ein Signal des MZV“. sagt der Breidenbacher Kämmerer.

von Gianfranco Fain

 
MZV
Der Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf entsorgt im Verbandsgebiet Restmüll aus Haushalten und Kleingewerbe, Altpapier, Bioabfall und Sperrmüll von rund 96 000 Kunden aus den 13 Mitgliedskommunen Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Cölbe, Dautphetal, Fronhausen, Gladenbach, Lahntal, Lohra, Steffenberg, Wetter und Wohratal.
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr