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Alles offen in Sachen neue Kinderkrippen

Gemeindeparlament Alles offen in Sachen neue Kinderkrippen

Drei Fraktionen, drei Präferenzen: Wie es mit dem Bau von zwei Kinderkrippen in der Gemeinde Dautphetal weitergeht, bleibt eine spannende Frage.

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Die Kindertagesstätte in Mornshausen ist als möglicher Standort für zwei weitere Krippengruppen in der Gemeinde Dautphetal in der Diskussion.Foto: Gianfranco Fain

Dautphe. Sehr umstritten war das Thema neue Kinderkrippen in den Ausschusssitzungen und auch im Parlament der Gemeinde Dautphetal. Während ein SPD-Antrag mit dem Bau von zwei Kinderkrippen als ersten Bauabschnitt des lange geplanten Familienzentrums vom Parlament abgelehnt wurde, kamen zwei Anträge wegen des Verfehlens der Zweidrittel-Mehrheit nicht auf die Tagesordnung der Ausschuss- und der Parlamentssitzung (die OP berichtete).

Zu den nun anstehenden Beratungen der Ausschüsse stehen die Anträge des Gemeindevorstands und der Koalition aus CDU und FW auf der Tagesordnung. Ziel: Bau zweier Krippengruppen im Bürgerhaus Holzhausen. Dazu sollten die zugesagten Fördermittel für den ersten Bauabschnitt des Familienzentrums „umgeleitet“ werden.

Diese „Umleitung“ ermöglicht das Ministerium allerdings nicht, sagt Bürgermeister Bernd Schmidt (FW). Zu dem, was nun geschehen soll, vermag der Bürgermeister nichts zu sagen. Man sei dabei, zu prüfen, was möglich sei und suche nach Möglichkeiten, noch Zuschüsse zu erhalten. Somit könne er auch nicht sagen, ob der Antrag des Gemeindevorstands bestehen bleibt, zurückgezogen oder durch einen neuen ersetzt wird.

Dr. Horst Falk geht davon aus, dass beide Anträge zurückgezogen werden. Seine CDU-Fraktion halte jedoch am CDU/FW-Ziel fest, die Krippengruppen am Bürgerhaus in Holzhausen einzurichten. Dazu soll ein eigener Förderantrag gestellt werden und um das Förder-Geld für das Familienzentrum, das in diesem Jahr nicht mehr realisiert werden könne, nicht zu verlieren, möglichst eine Fristverlängerung erwirkt werden.

Nach dem Bau von Kinderkrippen in Buchenau, Friedensdorf und Herzhausen sei strukturell bedingt Holzhausen an der Reihe, meint Dr. Falk. Allerdings wisse man vielleicht erst in zwei Wochen, welche Förderung für seinen Heimatort noch erhältlich ist. Dann müsse die Reihenfolge festgelegt werden, in der die drei Einrichtungen entstehen können, wobei für Dr. Falk die Mornshäuser Einrichtung und das geplante Familienzentrum „sehr eng“ zusammenliegen.

FW und SPD waren im Mornshäuser Kindergarten

„Es ist schwierig, mit wenig Geld eine Lösung zu finden“, bekennt Michael Honndorf. Für die FW-Fraktion gelte die Maxime, keine Nettoneuverschuldung einzugehen, laut dem Fraktionsvorsitzenden hat man jedoch kein Patentrezept parat.

Es gebe bisher keine Fördermittel-Zusage, weder für Holzhausen noch für Mornshausen. Die dortige Kindertagesstätte ist im Antrag des Gemeindevorstands als Alternative vorgesehen, falls die Zuschuss-Umleitung nach Holzhausen nicht möglich ist. Die FW-Fraktion war in Mornshausen vor Ort, und erfuhr dort, dass mit steigender Tendenz schon viele Anmeldungen vorliegen. Doch, so Honndorf, eine Entscheidung werde mit der Zusage von Förder-Geld zusammenhängen. Nur den ersten Spatenstich fürs Familienzentrum noch in diesem Jahr hält der FW-Fraktionsvorsitzende für „unrealistisch“.

Daran will die SPD aber festhalten, wohlwissend, dass die Fraktion dies im Gemeindeparlament gegen die Koalitionsmehrheit nicht durchsetzen kann. Die Lösung in Holzhausen kann die SPD laut Fraktionschef Joachim Ciliox jedenfalls „nicht nachvollziehen“, zumal es wegen der geplanten Umbauten und dem sich dadurch ergebenden großen Schulungsraum für die Feuerwehr zu Unmut unter den anderen Wehren der Gemeinde gekommen sei.

Mornshausen sei dagegen „keine schlechte Möglichkeit“, gibt Ciliox zu. Die Fraktion habe sich vor Ort informiert und sei vom Konzept, dem Personal und auch dem Platz angetan.

Wochenblatt-Beitrag: Anfrage bleibt bestehen

Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Krippenbau hat die SPD-Fraktion eine „Anfrage aus aktuellem Anlass“ für die Gemeindevertretersitzung gestellt. Dann will die SPD erfahren, wie es zur Veröffentlichung des Beitrags „Familienzentrum bleibt unser Herzensanliegen“ in der Dautphetaler Wochenzeitung in der Rubrik „Aus dem Rathaus wird berichtet“ ohne Nennung eines Verantwortlichen gekommen ist.

An dieser Anfrage halte die SPD weiterhin fest, obwohl ihr zwischenzeitlich in gleicher Größe die Darstellung ihrer Sichtweise ermöglicht wurde. „Die Aussage des Bürgermeisters, man habe nicht richtig aufgepasst, ist uns etwas zu dünn“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Folgende Ausschüsse werden zu diesem Thema in Raum 308 der Gemeindeverwaltung in Dautphe öffentlich tagen:

nHaupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 18. Juni, ab 18.30 Uhr;

nBau- und Planungsausschuss am Mittwoch, 19. Juni, ab 19.30 Uhr.

Die Gemeindevertretung hat das Thema auf der Tagesordnung ihrer Sitzung am Montag, 24. Juni, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Dautphe.

von Gianfranco Fain

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