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Alles andere als dumme Schafe

Kreisleistungshüten in Bottenhorn Alles andere als dumme Schafe

Der Schäfer Heinrich Elmshäuser aus Herborn-Seelbach siegte gestern beim Kreisleistungshüten in Bottenhorn. Der einzige Teilnehmer aus dem heimischen Landkreis, Florian Feußner aus Speckswinkel, belegte Platz drei.

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In Bottenhorn wurden gestern nicht nur Schafe gehütet, sondern auch Wildschweine gezähmt: Von seinem Ziehvater, dem zehnjährigen Nils Pitzer, lässt sich „Rudi“ nur zu gern den Rücken kraulen.

Quelle: Carina Becker

Bottenhorn. Die Menschen geben einander zuweilen gern Tiernamen. Warum dabei ausgerechnet das Schaf in Verbindung mit dem Prädikat dumm herhalten muss, ist für Reinhard Fett aus Haina-Bockendorf ein Rätsel. „Schafe sind schlauer als mancher Mensch“, sagt der Preisrichter. „Sie merken sich alles und erkennen jeden Weg wieder.“

Gemeinsam mit seinem Kollegen Harald Köster aus Trendelburg bei Hofgeismar verfolgt Fett beim Kreisleistungshüten in Bottenhorn, wie das Zusammenspiel zwischen Schafen, Schäfern und Hunden funktioniert. Für die einzige Frau am Start, die 33-jährige Carmen Wiedemann aus Herborn-Seelbach, läuft es gut. Sie erreicht mit 82 Punkten den zweiten Platz hinter Sieger Heinrich Elmshäuser, dem die Richter 83 Punkte geben.

Wie geht der Schäfer mit den Schafen um, wie setzt er seine Hunde ein? Das sind entscheidende Fragen für die Preisrichter. „Wenn der Schäfer lockt und die Schafe gehen nicht, dann müssen die Hunde sie treiben“, erklärt Reinhard Fett. Er notiert eifrig auf seinem Bewertungsbogen, wie Carmen Wiedemann dieser Herausforderung im so genannten Engweg unterstützt von Basko und Anka gerecht wird.

Die Schäferin und ihre beiden Altdeutschen Hütehunde leiten die Schafe, die die Bottenhorner Familie Pitzer für den Wettbewerb zur Verfügung stellt, am Feldrain entlang. „Das ist eine alltägliche Situation“, sagt der Richter, „die Tiere sollen schließlich nicht das Getreide platttreten.“ Die Schafe laufen auf einem schmalen Feldweg hinter- und nebeneinander her. Bricht eines aus, springt Haupthund Basko ein und treibt das Tier zurück zur Herde – wenn nicht selbstständig, dann auf Zuruf seiner Chefin. Beihund Anka unterstützt ihn dabei. Der Hund straft das Schaf durch einen Biss, wenn es nicht auf Anhieb spurt. „Das muss er machen, sonst haben sie keinen Respekt vor ihm“, erklärt Reinhard Fett. „Nackengriff, Rippengriff und Keulengriff sind erlaubt, er darf die Schafe aber nicht verletzen.“

von Carina Becker

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