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Alle warten auf Entscheidung der CDU

Bürgermeisterwahl Alle warten auf Entscheidung der CDU

Amtsinhaber Klaus-Dieter Knierim (CDU) hält sich bezüglich einer erneuten Kandidatur genauso bedeckt wie alle Parteien im Stadtparlament. Anfang nächsten Jahres sollen die Entscheidungen fallen.

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Wer sitzt am 1. Oktober 2014 auf dem Chefsessel im Gladenbacher Rathaus? Weder der Amtsinhaber noch die Parteien lassen sich zurzeit der Bewerbung fürs Bürgermeisteramt aus der Reserve locken.Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Am 25. Mai nächsten Jahres wird es wohl bei der Europa-Wahl nirgends im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine höhere Wahlbeteiligung geben als in Gladenbach. Der Grund: Aller Voraussicht nach ist an diesem Sonntag in der Kirschenmarktstadt auch Bürgermeisterwahl.

Über diesen Termin und den 15. Juni als Termin für eine mögliche Stichwahl werde in Kürze der Magistrat beraten und der Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Vorschlag machen, kündigte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) im Gespräch mit der OP an. Voraussichtlich in der Dezembersitzung soll über die Wahltermine entschieden werden.

Der mögliche Stichwahltermin liegt diesmal drei und nicht wie gewöhnlich zwei Wochen hinter dem Wahltermin, weil am 8. und 9. Juni Pfingsten ist und auch der gemeine Gladenbacher an diesen Feiertagen gerne verreist.

Kommt es zu dieser Festsetzung, was schon aus Kosten-Gründen sehr wahrscheinlich ist, dann kann man bis zum 20. März, 18 Uhr, seine Bewerbungsunterlagen im Rathaus abgeben.

Die Hessische Kommunalverfassung schreibt vor, dass die Wahl des Bürgermeisters frühestens sechs, spätestens drei Monate vor Freiwerden der Stelle durchzuführen ist.

Bei Festlegung des Wahltages kann „von dem jeweils geltenden Zeitrahmen um bis zu drei Monate abgewichen werden, wenn dadurch die gemeinsame Durchführung der Wahl des Bürgermeisters mit einer anderen Wahl oder Abstimmung ermöglicht wird“.

Die zweite Amtszeit von Bürgermeister Knierim endet am 30. September nächsten Jahres. Dann ist das amtierende Stadtoberhaupt 60 Jahre alt.

In der Jahreshauptversammlung der Gladenbacher Christdemokraten am vergangenen Dienstag, bei der er selbst nicht anwesend sein konnte, ließ er mitteilen, mit dem Kreisvorsitzenden und hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer sei bereits abgestimmt worden, dass die Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten Anfang 2014 auf einem Parteitag stattfinde.

„Bis dahin müssen sich die Mitglieder wie auch die sicherlich interessierte Öffentlichkeit gedulden“, ließ der Bürgermeister mitteilen.

Diese Verfahrensweise bestätige das Stadtoberhaupt im Gespräch mit der OP. Seine persönlichen Absichten werde er zunächst den Parteigremien mitteilen. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden. Anfang nächsten Jahres falle dann die Entscheidung auf dem Parteitag, sagt er.

Es gebiete der Respekt vor dem Bürgermeisteramt, sich nicht zu einem möglichen SPD-Kandidaten zu äußern, bevor sich der Amtsinhaber erklären für die SPD Fraktionsvorsitzender Roland Petri und Stadtverbandsvorsitzender Hans-Bernhard Schwarz.

SPD und Junge Liste setzen auf einheimische Kandidaten

Gleichwohl gebe es in Reihen der eigenen Fraktion Leute, die für das Amt befähigt seien. Und wenn einer kandidieren möchte, werde ihn der Stadtverband selbstverständlich ­unterstützen, kündigen sie an.

Sollte Knierim noch einmal antreten, dann kann er auf die Unterstützung der Freien Wähler setzen. Deren Vorsitzender Helmut Brück betont die „sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit dem Amtsinhaber.

Und wenn nicht? Alles sei zunächst vom Verhalten des Koalitionspartners CDU Anfang nächsten Jahres abhängig, antwortet Brück auf die Frage, ob die Freien Wähler dann womöglich einen eigenen Kandidaten nominieren würden.

In Wartestellung ist auch die Junge Liste/Die Grünen. „Wir sehen das ganz unaufgeregt“, versichert Fraktionsvorsitzender Edmund Zimmermann und kündigt an: „Wenn CDU, SPD oder auch die FW ihre Kandidaten präsentiert haben, werden wir entscheiden, ob wir einen von ihnen unterstützen werden.“

Im Zweifelsfall werde die Junge Liste mit einem eigenen Bewerber oder einer Bewerberin ins Rennen gehen, kündigt er an. Hinter dem Handeln der Jungen Liste stehe nur ein Ziel: „Wir wollen, dass es in der Stadt vorangeht“, betont Edmund Zimmermann.

Eines scheint sicher: Keine der vier Parteien wird das Wagnis eingehen, einen unbekannten Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Denn damit haben CDU, SPD und Junge Liste bereits schlechte Erfahrungen gemacht.

Petri schließt das für die SPD jetzt schon aus und Zimmermann kündigt an, dass die Junge Liste auf keinen Fall einen auswärtigen Bewerber einer anderen Fraktion unterstützen werde und selbst auch keinen „Fremden“ aufstellen würde.

Unbenommen ist es jedem wählbaren Bürger, der sich berufen fühlt, ohne Partei oder Wählergruppe im Rücken, anzutreten.

Dafür braucht er lediglich 74 Unterstützer-Unterschriften, die doppelte Anzahl der Mandatsträger in der Stadtverordnetenversammlung.

von Hartmut Berge

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