Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Alkoholinformation stockt im Ansatz

Wenig Interesse an Suchtprävention Alkoholinformation stockt im Ansatz

Mit Blick auf die Jugendlichen in der Gemeinde Lohra fand am Donnerstagabend ein Informa­tionsabend zum Thema Alkohol statt, der auf ­wenig Interesse stieß.

Voriger Artikel
Neuer Name für neue Fläche
Nächster Artikel
Badeverbot im Perfstausee

Die Organisatoren der Info-Veranstaltung „HALT“-Prävention von riskantem Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen: Bürgermeister Georg Gaul (von links), Grundschulleiter Markus Hemberger, Jana Becker und Lydia Berthold vom diakonischen Werk und Lohras Jugendpfleger Alexander Bena vom bsj.

Quelle: Anita Ruprecht

Lohra. Rund 70 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren werden jährlich in der Marburger Kinderklinik mit akuten Alkoholvergiftungen eingeliefert. Sie besuche die jungen Leute in der Kinderklinik und versuche mit ihnen, über ihren Alkoholkonsum ins Gespräch zu kommen, erzählte Lydia Berthold.

Alexander Bena erhoffte sich von der Informationsveranstaltung Impulse. „Wie kann ich mit Jugendlichen über den Genuss von Alkohol ins Gespräch kommen, ohne dass sie gleich mauern?“ Er verwies zudem auf die alkoholischen Mixgetränke, die in ihren bunten Farben schön anzuschauen, süß schmecken und für die Jugendlichen sehr verführerisch seien.

Diese Getränke enthielten allerdings einen hohen Anteil an Schnaps, und die Wirkung stelle sich meist umgehend ein. Die schädigende Wirkung von Alkohol sei bei Heranwachsenden um ein Vielfaches höher als bei Erwachsenen, erläuterte Jana Becker. Alkohol sei eine gesellschaftlich anerkannte Droge, und die Jugendlichen müssen unbedingt den verantwortungsvollen Umgang damit erlernen, brachten die Veranstalter ihre Absicht auf den Punkt.

Dass zu der Veranstaltung ab 19 Uhr im Gruppenraum des Bürgerhauses nur drei Besucher kamen, bedauerte Grundschulleiter Markus Hemberger. Er vermisste Vereinsvertreter, die sich bei dem Infoabend wertvolle Tipps für den Umgang mit ­Jugendlichen und Alkohol bei ihren Veranstaltungen hätten holen können. Trotz alledem habe man in gut einer Stunde interessierte und informative Gespräche geführt, sagte er.

Die Veranstaltung stand im Zeichen der bundesweiten Aktionswoche „Alkohol“ von der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Unter dem Motto „Alkohol – weniger ist besser“ veranstaltete die Gemeinde Lohra in Zusammenarbeit mit Alexander Bena, dem Jugendpfleger der Gemeinde, Grundschulleiter Markus Hemberger sowie Lydia Berthold und Jana Becker von der Fachstelle Suchtprävention des diakonischen Werks den Informationsabend. Berthold und Becker hatten Markus Hemberger kontaktiert, nachdem sie 2014 einen Artikel in der Oberhessischen Presse gelesen hatten, indem es um übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen ging.

von Anita Ruprecht

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr