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Alkohol, fehlendes Geld und Gewalt führen zu Diebstählen

Aus dem Schöffengericht Alkohol, fehlendes Geld und Gewalt führen zu Diebstählen

Mehrere Straftaten soll 
eine mehrfach vorbestrafte Frau aus der Gemeinde Bad Endbach begangen haben, darunter Diebstahl und mehrfacher Betrug. Fünf Anklagen gegen sie wurden verlesen.

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Eine 48-Jährige steht auch wegen Betrugs während Bewährung vor Gericht.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Mit einer gestohlenen EC-Karte ging die 48-Jährige aus der Gemeinde Bad Endbach auf Einkaufstour, soll darüber hinaus verschiedene Dienstleister und Bekannte um ihr Geld geprellt und diverse Waren unter falschem Namen bestellt haben.

Während sie vor rund zwei Jahren bei einer Bekannten zu Besuch weilte, stahl die Frau in einem günstigen Moment etwas Geld sowie die EC-Karte samt Pin-Nummer aus der Handtasche der Gastgeberin.
Die Karte nutzte sie für diverse Einkäufe und Barabhebungen von mehreren hundert Euro in Supermärkten und Tankstellen. Einen Führerschein besitzt die Angeklagte nicht, steht daher auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Marburger Schöffengericht.

Darüber hinaus soll sie im Verlauf des Jahres 2013 zahlreiche Waren, darunter eine Spielkonsole, Möbel, Deko- und Spielwaren bei verschiedenen Online-Versandhändlern gekauft haben, verwendete dafür die Namen und Kontodaten von Bekannten, ihren Vermietern oder den Vormietern ihrer Wohnung.

Probleme in Beziehung 
und auch bei Finanzen

Zudem nahm sie mehrfach das Angebot eines astrologischen Beraters in Anspruch, eröffnet zu diesem Zweck falsche Kundenkonten, erneut unter Angabe fremder Personalien. Dabei handelte sie in betrügerischer Absicht und gezielt unter „Verschleierung ihrer Identität“, so die umfangreiche Anklage.

Einen Teil der Vorwürfe gab die Angeklagte vor Gericht nur zögerlich zu. Als Grund für ihr Handeln nannte sie große finanzielle Probleme ihrer Familie. Zudem habe sie unter einer teils gewalttätigen Partnerschaft gelitten, ihr alkoholkranker Lebensgefährte habe sie finanziell nicht unterstützt und somit das Ganze noch verschlimmert, so die dreifache Mutter. Das Arbeitslosengeld sei ihr nach einem Umzug und angeblichen Verwaltungsproblemen zeitweise gestrichen worden.

Um sich und ihre Kinder weiter versorgen zu können, habe sie keine andere Möglichkeit gesehen als erneut zu betrügen. „Ich wusste nicht mehr, wie ich über den Monat kommen sollte“, erklärte die Angeklagte.

Staatsanwalt: Keine weitere Bewährung

Dass sie jedoch wiederholt nicht nur lebensnotwendige Waren bestellt hatte sowie das teils ungenaue, schleppende Geständnis konnte das Gericht nicht nachvollziehen. Schwer wiegt zudem die strafrechtliche Vorgeschichte der Frau.

Sie ist bereits wegen ähnlicher Taten erheblich vorbelastet, im Tatzeitraum stand sie unter vierfacher Bewährung aus vorangegangenen Urteilen, hob Oberamtsanwalt Peter Heinisch die hohe Rückfallquote der Frau hervor. Demnach sei momentan durchaus eine mehrjährige Haftstrafe möglich.

Die Beschuldigte ist dem Gericht seit Jahren bekannt, „sie hat es immer noch nicht kapiert“, befand der Anklagevertreter, der keine Grundlage für eine weitere Bewährungsstrafe sieht.
Für eine letzte Chance sprach sich dagegen die Verteidigung aus.

Die Beschuldigte habe sich in einer Notlage befunden und sei von Ämtern wie Bewährungshilfe im Stich gelassen worden – „Sie wurde von der Gesellschaft 
alleine gelassen“, betonte Verteidigerin Jutta Ulrich. Abhilfe könne nun eher ­eine Wiedereingliederungshilfe und eine geregelte Arbeit für ihre Mandantin schaffen, „Knast würde da nicht helfen“, so die Anwältin.

Weitere Zeugen sollen bei der Fortsetzung am zweiten Verhandlungstag am 15. März gehört werden.

von Ina Tannert

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