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Aktiver, Funktionär und Buchautor

Auszeichnung Aktiver, Funktionär und Buchautor

Der Breidenbacher Wolfgang Schlosser sammelt Ehrungen. Sie sind Anerkennungen für seinen ehrenamtlichen Einsatz in Sportverbänden bis auf Bundesebene.

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Die aktive Phase ist der Schreibtischarbeit gewichen, doch die Verbundenheit zum Sport hat sich der 86-jährige Wolfgang Schlosser erhalten. Sein ehrenamtlicher Einsatz bringt ihm nun eine weitere Ehrung ein: den Verdienstorden des Landes Hessen.

Quelle: Helga Peter

Breidenbach. Seine Heimat verlor Wolfgang Schlosser, der am 28. Dezember 1928 geboren wurde und aus Bodenbach (Tetschen) im Sudetenland stammt, als Folge des Zweiten Weltkriegs. Seinen Fußball jedoch brachte er mit in das Hinterland, wo er 1946 als Heimatvertriebener ankam. Dort sollte Breidenbach seine neue Heimat werden, zumal auch seine Schwestern in dem damals noch selbständigen Landkreis wohnten.

Im Fußballverein 09 Breidenbach fand Wolfgang Schlosser seine sportliche Heimat. Für den TTC Breidenbach, der später als Tischtennisabteilung in den FV 09 Breidenbach überging, ging er viele Jahre an die Platte und wechselte zwischendurch zum TTC Biedenkopf. Aktiv Fußball spielte er von 1943 bis 1966 und Tischtennis von 1950 bis 1963. Eine Achillessehnenverletzung beendete 1966 seine Fußballerzeit, seitdem besucht er aber regelmäßig die Heimspiele des FV 09 Breidenbach.

Von 30 Funktionen wurde ihm eine „angedreht“

Mit dem Ende des aktiven Sports begannen seine ehrenamtlichen Tätigkeiten neben seiner beruflichen Tätigkeit als Leiter der Buderus’schen Elektroabteilung. In nahezu 30 Funktionen brachte sich Wolfgang Schlosser für den Sport ein. Dazu gehörten unter anderem das Amt des Kreisfachwartes Tischtennis, des Kreisjugendfachwartes Fußball Biedenkopf und Vorstandstätigkeiten im FV 09 Breidenbach; zudem war er Beisitzer des Sportkreisvorstandes Biedenkopf und auch Kreisfußballwart im Fußballkreis Biedenkopf.

Insbesondere der Jugendarbeit verschrieb sich Schlosser, der von 1972 bis 2000 als Mitglied des DFB-Jugendbeirates und als Verbandsjugendwart des Hessischen Fußballverbandes ebenso wirkte, wie bis 2007 als Beisitzer des DFB-Sportgerichtes und Beisitzer im Schiedsgericht des Landessportbundes Hessen bis 2011. Zudem war er im Arbeitskreis Sport und Geschichte des Landessportbundes Hessen bis 2010 tätig.

Am Anfang seines ehrenamtlichen Engagements habe einfach der Wille gestanden, in den Gremien, in die er gewählt wurde, zu helfen, die sportliche Situation zu verbessern und organisatorisch tätig zu sein, um den Sport zu fördern.

Zum Tischtennis sei er gekommen, weil im Sportkreis Biedenkopf keine Kreisorganisation vorhanden war. Diese Organisation habe er 1950 mit Freunden gegründet. Im Fußball jedoch habe ihn der damalige Kreisfußballwart Josef Lorenz mal gebeten, ihn zu einer Vereinsvertretersitzung zu fahren. Prompt habe man ihm das Amt des Kreisjugendwartes „angedreht“.

Rückblickend berichtet Wolfgang Schlosser, dass er damals, als er 1950 anfing, auf Kreisebene im Sport zu arbeiten, nie gedacht hätte, dass er eines Tages auf Landes-, Regional- oder sogar Bundesebene tätig sein würde. Er hatte sich vorgenommen, die Jugend „hoffähig“ zu machen, Talentförderung zu betreiben, den Spielbetrieb umzustellen, damit auf Kreis, Bezirks- und Landesebene eine Leistungsstärke erreicht werden konnte, denn: „Die Jugendordnung war seinerzeit ein einziges Fiasko.“

Viele Ehrungen erhalten, ohne diesen „nachzujagen“

So erinnert sich Wolfgang Schlosser und resümiert: „Für mich war und ist der Sport eine Lebenserfahrung, der Freunde vermittelt, bei dem man viele Menschen kennenlernt und aus dem man auch Erfahrungen sammeln kann, die einem helfen, das Leben besser zu bewältigen. Mit anderen Worten: Das Leben positiv zu sehen und zu gestalten.“ Spontan erinnert sich Schlosser an Fritz Walter, den Kapitän der Fußball-Weltmeistermannschaft von 1954, mit dem ihn eine große Freundschaft verband.

Über den Verdienstorden des Landes Hessen, so Wolfgang Schlosser, freue er sich sehr. Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten habe er mit Begeisterung ausgeübt, wobei es keinesfalls die Ehrungen seien, denen er „nachjage“.

Dennoch kann er auch in dieser Disziplin eine umfangreiche Sammlung vorweisen: angefangen 1960 mit der Großen Verdienstnadel und 1976 der Goldenen Ehrennadel des Hessischen Fußballverbandes, der DFB-Verdienstnadel 1980, dem Ehrenbrief des Landes Hessen 1980, der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 1991, den goldenen Ehrennadeln des SVF, des LSBH, des Thüringer FV und der silbernen Ehrennadel des DFB 2007, um nur einige zu nennen.

Während seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit für den Fußball lernte er 36 Länder kennen, darunter Südafrika, Israel und die USA. Schlosser erinnert sich gerne an diese sehr interessanten Reisen, die er als Hobbyfotograf in vielen Schnappschüssen festgehalten hat.

Unter dem Motto „Fußnoten – vom Spaßvogel bis zum Goalgetter“ verfasste er in einem 2005 veröffentlichen Werk Portraits und „Fußballsprüche“ von bekannten deutschen Fußballern aber auch DFB-Präsidenten.

von Helga Peter

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