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Acht Windräder umzingeln Günterod

Windpark-Pläne Acht Windräder umzingeln Günterod

Bischoffens Bürgermeister informierte Bürger über Pläne der „Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH“. Rund um Günterod sollen bis Ende 2014 acht Windenergieanlagen entstehen. Die Kosten für diese Anlagen bezifferte Bischoffens Bürgermeister Ralph Venohr mit rund33 Millionen Euro.

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Acht Windenergieanlagen des Typs Nordex N 117, wie sie auch im Windpark Hohenahr installiert sind, sollen in der Gemarkung Bischoffen, Bad Endbach und Siegbach und damit rund um Günterod aufgestellt werden.

Quelle: Klaus Peter

Bischoffen. Im Mittelpunkt der Bürgerversammlung der Gemeinde Bischoffen, zu der Parlamentschef Martin Reinhardt am Mittwoch rund 60 Bürger begrüßte, stand im Dorfgemeinschaftshaus in Niederweidbach das Thema Windenergie.

Wie Ralph Venohr ausführte, beabsichtigen zwölf Kommunen der Region Lahn-Dill-Bergland die „Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH“ zu gründen. An dieser möchten sich auch Hermann Hofmann Erneuerbare Energien GmbH & Co KG, Eon Mitte Natur GmbH und die Zentrale Pfarreivermögensverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beteiligen.

Ein Pilotprojekt der Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH könnte in den Gemeinden Bad Endbach, Bischoffen und Siegbach entstehen, wo insgesamt acht Windenergieanlagen (WEA) geplant sind. Für die Verwirklichung müsse, so Venohr, eine Projektgesellschaft gegründet werden, die Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH, bei der die Gemeinde Bischoffen Gesellschafter werde.

Nach derzeitiger Planung würden 4 WEA auf dem Gemeindegebiet Bischoffen, 3 in der Gemeinde Bad Endbach und eine Anlage auf Siegbacher Gemarkung gebaut. Dies bedeutet, dass acht Anlagen quasi rund um Günterod installiert werden.

Gemeinde erhält 35000 Euro Pacht pro Windrad

Für die auf Bischoffener Areal geplanten vier Anlagen sei die Gemeinde Eigentümer der Flächen, die als Pachtertrag sieben Prozent der Energieeinspeiseerlöse, das heißt mindestens 35000 Euro pro Jahr und WEA, erhielte. Durch die Beteiligung an der Gesellschaft partizipiere die Gemeinde an den Gewinnausschüttungen. Außerdem würden, sofern Gewinn erzielt werde, der Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen zustehen.

Venohr wies auf die umfangreichen Kriterien bei der Auswahl möglicher WEA-Standorte hin. Ergebnisse der Vorprüfung hätten ergeben, dass Windenergienutzung auf Bischoffer Gebiet grundsätzlich möglich sei. Dort seien Potenzialflächen vorhanden, die ausreichend Abstände zu Siedlungsflächen haben, die Windgeschwindigkeiten von mehr als 5,75 m/s vorweisen und nicht in besonders ausgewiesenen Schutzzonen liegen.

Der Bürgermeister ging auf die umfangreichen Gutachten für das Genehmigungsverfahren WEA ein und betonte, dass für das gesamte Verfahren ein Zeitbedarf von zwei Jahren und mehr anzusetzen sei. Die Kosten des Vorlaufes bis zu einer genehmigungsreifen Planung mit allen erforderlichen Unterlagen betrügen mehrere 100000 Euro. Es zeichne sich ab, dass acht WEA des Typs Nordex N 117 installiert werden sollen.

Kirche bringt 4 Millionen in Energie-Gesellschaft ein

Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister mit etwa 33 Millionen Euro. Der Genehmigungsantrag werde voraussichtlich im Juni gestellt, wobei die Dauer des Genehmigungsverfahrens wohl vier bis sechs Monate beanspruche. Der Baubeginn könnte demzufolge im letzten Quartal dieses Jahres erfolgen, wobei mit der Fertigstellung etwa zwölf Monate später zu rechnen sei.

Ein Bürger wollte wissen, wer die Kosten für dieses Projekt trage. Dazu sagte Venohr, dass der Kostenträger die Projektgesellschaft Lahn-Dill-Bergland Mitte sei, die etwa 20 Prozent der Gesamtsumme als Eigenkapital nachweisen müsse. Dies könne über die Genossenschaft, die beteiligten Kommunen, Firmen und Institutionen geschehen, wobei die Zentrale Pfarreivermögensverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau signalisiert habe, etwa 4 Millionen Euro einzubringen. Die Gemeinde werde kein Geld investieren.

Ein weiterer Bürger fragte, ob mit diesen vier Windrädern auf Bischoffener Gebiet die Windparkplanung für die Gemeinde erschöpft sei. Dazu teilte der Bürgermeister mit, dass die Gemeinde diesbezüglich keine weiteren Pläne verfolge. Venohr versicherte, die Bürger über den weiteren Planungsprozess zu informieren.

von Klaus Peter

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