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Abkochempfehlung kocht erneut hoch

Gemeindevertretung Abkochempfehlung kocht erneut hoch

Bei einem ähnlichen Vorfall wie im Juli will die 
Gemeinde Dautphetal ihr Wassernetz von der Zuleitung der Mittelhessischen Wasserwerke abkoppeln.

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Gewöhnlich kommt das Trinkwasser in gesundheitlich bedenkenlosem Zustand aus den Leitungen. Werden jedoch Verunreinigungen festgestellt, muss es abgekocht werden.

Quelle: Oliver Berg

Dautphetal. Die Abkochempfehlung und die Chlorung des Trinkwassers im Juli beschäftigt offenbar immer noch die Menschen in der Gemeinde Dautphetal. Neben der Ursache für die Verunreinigung treibt sie vor allem die Frage um, weshalb die Dautphetaler ihr Wasser fast eine Woche länger – bis zum 15. Juli – abkochen mussten, als der Rest der Verbraucher, die am Netz des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) angeschlossen sind.

Die CDU-Fraktion der Gemeindevertretung griff den Ärger und die Verunsicherung der Bürger auf, und fragte wann und durch wen die Gemeinde 
über die Verunreinigung des Trinkwassers mit E.Coli-Bakterien Anfang Juli informiert wurde, was die Gemeinde daraufhin unternahm, welchen Grund es gab, dass die Abkochempfehlung für Dautphetal als letzte Gemeinde in Mittelhessen aufgehoben wurde, welche Erkenntnisse für einen eventuellen Wiederholungsfall gewonnen wurden und wie lange die Bürger der Gemeinde in einem solchen Fall mit eigenem Wasser versorgt werden könnten?

Die Erklärungen des Bürgermeisters während der Gemeindevertretersitzung am Montagabend deckten sich mit der Berichterstattung in der OP. Einzig bei der Antwort über die Ursache musste Bernd Schmidt passen. Abschließende Erkenntnisse könnten erst bei einer Nachbesprechung mit weiteren Experten gezogen werden. Dieses Treffen werde gerade von der Gemeindeverwaltung vorbereitet, berichtete der parteilose Bürgermeister.

Schmidt: Notfallreserve reicht für einen Monat

Die Lehre aus den Ereignissen im Juli lautet: „Wesentliche Erkenntnis aus diesem Vorfall ist bisher für uns, dass wir in einem ähnlich gelagerten Fall die Versorgung vom ZMW sofort unterbrechen werden“, sagte Schmidt. Die Nachbehandlung soll dann in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in eigener Regie erfolgen.

Der Wassermeister der gemeindlichen Werke wurde nämlich bei der Information über die Verunreinigung am 1. Juli 
auch gebeten, die Leitung an der Übergabestelle in Buchenau nicht zu schließen, damit die Chlorung des Wassers auch im Netz der Gemeinde Dautphetal ihre Wirkung entfalten könne.

Die Unterbrechung der Leitung hätte zwar zur Folge, dass der Zubringer des ZMW nachträglich gereinigt werden müsse, die Gemeinde hinge dann aber nicht von Entscheidungen ab, die für das gesamte ZMW-Gebiet getroffen werden, erklärte Bürgermeister Schmidt. Für die Versorgung der Bürger in der Gemeinde hätte die kurzfristige Unterbrechung des Zubringers keine Folgen. „Im Notfall können wir uns bis zu einem Monat in vollem Umfang mit eigenem Trinkwasser versorgen“, versicherte Schmidt.

Die Erklärung für die lange Zeit der Gültigkeit der Abkochempfehlung lautet, dass die vom Gesundheitsamt am 6. Juli 
veranlassten Proben in allen Dautphetaler Orten „in 3 Teilbereichen geringfügige Verunreinigungen mit coliformen Bakterien festgestellt wurden“. Diese hätten allein nicht zu einer Abkochempfehlung geführt, allenfalls zu weiteren Proben oder Spülungen des Rohrnetzes, doch das Gesundheitsamt ordnete Nachuntersuchungen an und von diesen mussten erst drei aufeinanderfolgende Proben beanstandungsfrei sein, damit die Abkochempfehlung aufgehoben werden konnte.

von Gianfranco Fain

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