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9000 Unterschriften gibt‘s in Buchform

DRK-Geburtshilfestation 9000 Unterschriften gibt‘s in Buchform

Solidarität der Biedenkopfer mit ihrer Geburtshilfestation und den Hebammen wird im Krankenhaus gezeigt. Der neugegründete Förderverein der Geburtshilfestation im Biedenkopfer DRK-Krankenhaus hat schon große Spenden erhalten und weitere in Aussicht.

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Die gesammelten Unterschriften gegen die Schließung der Geburtshilfestation am DRK-Krankenhaus in Biedenkopf liegen nun in Buchform vor und sollten in einer Vitrine im Krankenhaus ausgestellt werden.

Quelle: Edgar Meistrell

Biedenkopf. Es ist ein dickes Buch, das künftig im Biedenkopfer DRK-Krankenhaus zu sehen sein wird. Rund 9000 Menschen wirkten an der Erstellung durch ihre Unterschriften mit. Sie alle sprechen sich für den Erhalt der Biedenkopfer Geburtshilfestation aus. Die Listen wurden jetzt in gebundener Form übergeben.

Jasmin und Jochen Schröder aus Weifenbach riefen nach dem Bekanntwerden der möglichen Schließung der Geburtshilfestation am Biedenkopfer DRK-Krankenhaus zu einer Unterschriftenaktion auf. Binnen weniger Wochen unterzeichneten Tausende ihre Listen. Mit so einer Resonanz hatten weder die Schröders noch die Verantwortlichen in Politik und im Krankenhaus gerechnet. Das wurde im Spätherbst immer wieder betont.

Alleine im Internet wurden 2000 Signaturen hinterlegt. Mehr als 7000 Unterschriften überreichte das Ehepaar Schröder dann bei einer Zusammenkunft des „Runden Tisches“ am 1. November im Marburger Kreishaus an Landrat Robert Fischbach. Von dem hat Jasmin Schröder nun auch die Listen wiederbekommen.

„Sie sollen nicht verloren gehen“, so der Wunsch der Weifenbacherin. Die Menschen hätten sich so viel Mühe gegeben und ihren Unmut dokumentiert. Das habe damals auch den Hebammen Mut gemacht, beschrieb gestern Tina Löffler die Situation im Herbst 2012. Das Krankenhaus hatte 14 Kündigungen ausgesprochen, weil der Erhalt der Station über den 31. März 2013 hinaus ungewiss war. Jetzt geht es weiter - für ein Jahr. Über die weitere Zukunft werde noch verhandelt, betonte Krankenhausgeschäftsführer Willy Welsch. Es gebe Lösungsmöglichkeiten, aber noch kein Ergebnis. Die Wirtschaftlichkeit spiele eben heutzutage eine immer größere Rolle auch im Gesundheitswesen.

Mittlerweile gibt es einen von Karl-Hermann Bolldorf geleiteten Förderverein, der sich hauptsächlich mit der Geburtshilfestation befasst. 50 Mitglieder gewann dieser schon. Weitere sollen folgen. Und so wurde gestern eine eigene Homepage unter www.foerderverein-geburtshilfe.de freigeschaltet. Dort ist unter anderem ein Aufnahmeantrag für den Verein zu finden. Für einen Jahresbeitrag von zwölf Euro ist man dabei.

Auch die Hebammen werden dort sich und ihre Arbeit am Krankenhaus vorstellen. Hingewiesen wird auch auf die erste Veranstaltung des Vereins. Das wird ein Gala-Konzert am Sonntag, 17. März, ab 19 Uhr im Biedenkopfer Rathaussaal sein. Die Sopranistin Julia Kamenik von der Oper Bonn und Bariton Gerardo Garciancano (Oper Bern) singen. Zudem spielt Alexandra Goloubitskaia von der Staatsoper Hannover am Klavier. Weitere Aktionen sollen folgen. Auch ein Werbeflyer ist in Arbeit, teilte Jasmin Schröder mit, die mit dem Wallauer Jens Fricke den Beirat des Fördervereins leitet.

Erste große Spenden gab es schon, so Schröder, unter anderem von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Eine weitere in Höhe von rund 48000 Euro wurde in Aussicht gestellt. Unterstützung der Politiker gibt es nur punktuell.

Bolldorf berichtete von einem Stadtoberhaupt, das eine Mitgliedschaft in Aussicht gestellt habe. Drei Bürgermeister aus Hinterländer Kommunen hätten Interesse bekundet. Es wäre schön, wenn alle Unterzeichner der Listen auch ihren Beitrag leisten könnten, machte Welsch deutlich, zumal der mit einem Euro pro Monat sehr gering ausfalle.

Das Buch mit den rund 9000 Unterschriften ist nun bei Welsch. Es soll in einer Vitrine im Krankenhaus zeigen, wie groß die Unterstützung der Bevölkerung ist. Die Mitarbeiterinnen sollten aber auch die Chancen haben zu sehen, wer alles hinter ihnen stehe.

von Edgar Meistrell

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