Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
73-Jähriger unter Trümmern tot geborgen

Explosion in Mornshausen 73-Jähriger unter Trümmern tot geborgen

Am Montag haben die Mornshäuser bis in die späten Abendstunden hinein gehofft, dass der 73-jährige Bewohner des eingestürzten Fachwerkhauses nicht von den Trümmern begraben wurde. Vergebens: Gegen 22.30 Uhr wird er tot geborgen.

Voriger Artikel
Parlament trauert um Vorsitzenden
Nächster Artikel
Gerd-Jürgen Raach ist tot

Ein Helfer sucht in den Trümmern nach Spuren.

Quelle: Florian Gaertner

Mornshausen/S. 18.30 Uhr, Montagabend in Mornshausen: Eine laute Detonation erschüttert den alten Ortskern von Monrshausen an der Salböde. Menschen rennen aus ihren Häusern, blicken verängstigt, manch einer schaut im Heizungskeller nach. Viele hier haben nämlich einen Gasanschluss. Jedem, der den lauten Knall mitbekommen hat, ist bewusst: Etwas Schlimmes muss passiert sein.

Die Anwohner im Dreieck Schulstraße, Raue Gaß, Hauptstraße sehen schnell, was vorgefallen ist. Das Wohnhaus des Gehöftes in der Raue Gaß 8 existiert nicht mehr. Es ist komplett zusammengestürzt. Trümmerteile auf den umliegenden Grundstücken deuten darauf hin, dass wohl eine Explosion stattgefunden hat. Für kurze Zeit hängt eine Rauchwolke über dem Trümmerfeld.

In einer schräg gegenüberliegenden Metzgerei ist das große Schaufenster zerborsten. Auch Fensterscheiben sind durch den hohen Luftdruck oder umherfliegende Trümmerteile zerstört worden. Zum Teil stark beschädigt sind die anderen Gebäude des Bauernhofes, der schon seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird.

73-Jähriger wird vermisst

Im Haus wohnte ein 73-jähriger alleinstehender Mann. Weil sein Auto auf dem Hof steht, gehen die Rettungskräfte davon aus, dass er sich zur Zeit des Unglücks in dem Gebäude befand.

Die Unglücksstelle wird ausgeleuchtet. Feuerwehrleute versuchen das Gelände abzusperren, damit Schaulustige nicht die Arbeit behindern und Menschen gefährdet werden. Das ist schwierig, denn im alten Dorf steht Haus an Haus. Fast jeder steht draußen, fragt sich, was geschehen ist, redet mit den Nachbarn.

Eins ist schnell klar: Von der überbauten Hofeinfahrt her besteht erhöhte Einsturzgefahr. Auch sie wird abgesperrt. Feuerwehrleute klettern von der Schulstraße aus auf die Trümmer, um nach dem Bewohner Ausschau zu halten. Doch Balken, Bretter und Geröll liegen zu dicht aufeinander.

Um gezielt nach einem Opfer oder einer womöglich noch lebenden Person in den Trümmern suchen zu können, werden ein speziell trainierter Hund und ein Ortungsgerät angefordert. Inzwischen ist auch die mobile Katastrophen-Einsatzzentrale des Landkreises Marburg-Biedenkopf eingetroffen.

Verwandte und gute Bekannte des Vermissten stehen fassungslos vor dem eingestürzten Gebäude, ziehen sich bald zurück, sie können nicht helfen.

Nachbarn steht die Angst ins Gesicht geschrieben. Selbst in gut hundert Metern Entfernung hatten bei der Explosion die Häuser gewackelt. Eine Anwohnerin berichtete, bei ihr zu Hause sei Geschirr aus dem Regal gefallen. Die Schaulustigen sind angesichts der Kälte nach ein paar Stunden verschwunden. Nachbarn und Bekannte des Vermissten harren aber aus und hoffen, bis die traurige Gewissheit herrscht, dass er unter den Trümmern seines Hauses gestorben ist.

Eine amtliche identifizierung des Leichnams stehe zwar noch aus, doch könne man davon ausgehen, das es sich um den 73-Jährigen handelt, sagte Polizei-Pressesprecher Martin Ahlich. Die Kripo werde im Laufe des Dienstagvormittags weitere Untersuchungen am Explosionsort aufnehmen, um die Ursache des Unglücks zu ermitteln. Weitere Vermisstenanzeigen seien bislang nicht bei der Polizei eingegangen, sagte Ahlich. Daher hoffe man nicht, noch weitere Opfer in den Trümmern zu finden.

von Hartmut Berge




 
 
 
 
 
 
 
 
 


Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Haus eingestürzt

Gegen 18.30 ist am Montagabend im Gladenbacher Stadtteil Mornshausen S. ein Haus eingestürzt. Offenbar war es eine Explosion. Der Bewohner wird vermisst.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr