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54-Jähriger tritt Haftstrafe doch an

Gericht 54-Jähriger tritt Haftstrafe doch an

Ein Verkehrsunfall bei Runzhausen beendete im April 2015 eine Serie von Fahrten ohne Führerschein. Der zu einem Jahr Haft verurteilte Angeklagte geht ins Gefängnis, er zog die Berufung zurück.

Marburg. Durch die Berufungsrücknahme ist das erstinstanzliche Urteil wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in 42 Fällen, sowie vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung rechtskräftig. Demzufolge hat der 54-Jährige aus Eschenburg Anfang 2015, nach seiner Entlassung aus der Haft, mittels eines gefälschten­ Führerscheins eine Anstellung als Kurierfahrer eines Gießener Unternehmens erhalten. Im Raum Biedenkopf und Gladenbach lieferte er Autoteile an Werkstätten, stand dabei ständig unter Termindruck.

Richter verdeutlicht Aussichtslosigkeit

Am 14. April schließlich, so der Richterspruch, überholte er mehrfach rücksichtslos, zunächst noch ohne Folgen. Auf der Bundesstraße bei Runzhausen schließlich, so das verlesene Urteil, konnte bei einem weiteren Überholvorgang trotz Gegenverkehrs, den er wegen einer Kurve nicht sehen konnte, eine entgegenkommende Frau den Zusammenstoß zwar verhindern, der 54-Jährige touchierte jedoch beim Einscheren den überholten Lastwagen und prallte anschließend in das Fahrzeug der Frau. Die Folge: etwa 6000 Euro Schaden.

Gernot Christ, Vorsitzender­ Richter der Berufungskammer am Marburger Landgericht, überzeugte den Angeklagten von der Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels. „Sie haben vor dem Amtsgericht alles gestanden und nach Aktenlage wird es auch keine Geldstrafe­ mehr ­geben“, betonte Christ. Eine Bewährung einer anderen Verurteilung sei widerrufen, die Haft müsse er demnächst antreten. Eine für eine eventuelle Bewährung notwendige günstige Prognose gebe es keinesfalls.

Es geht laut Christ um eine „vernünftige Vollzugsplanung“, sowohl der Angeklagte, als auch die Justizvollzugsanstalt wüssten bei Rechtskraft, wie es weitergeht. „Auch eine Lockerung wäre ausgeschlossen.“

von Heiko Krause

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