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39-Jährige kassiert zu Unrecht Arbeitslosengeld

Aus dem Amtsgericht 39-Jährige kassiert zu Unrecht Arbeitslosengeld

Dass Vergesslichkeit teuer werden kann, musste am Donnerstag eine 34-jährige Frau aus Lohra erfahren. Die fünffache Mutter musste sich vor dem Amtsgericht Marburg wegen Betrugs verantworten.

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Da eine Frau aus Lohra der Arbeitsagentur ihre Lebensgemeinschaft und spätere Heirat verschwiegen hat, bezog sie zu viel Arbeitslosengeld.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Der Angeklagten, die seit 2010 Arbeitslosengeld bezieht, wurde zur Last gelegt, dem Kreisjobcenter ihre nichteheliche Beziehung und anschließende Hochzeit mit einem 38-jährigen Gladenbacher verschwiegen zu haben.

Da eine nichteheliche Beziehung rechtlich eine Lebensgemeinschaft darstellt, hätten die Sozialleistungen angeglichen werden müssen – gleiches  gilt für die Ehe. Dies sei jedoch nicht geschehen. So habe die Angeklagte rund 2 000 Euro zu Unrecht erhalten.

Die Angeklagte erklärte, dass die nichteheliche Beziehung im Herbst 2013 begonnen und die Hochzeit im Dezember des gleichen Jahres stattgefunden habe. Die Antwort auf Richterin Dr. Antonia Wetzers Frage, warum die Angeklagte den zuständigen Fallmanager beim Jobcenter nicht über die Ehe informiert habe, war kurz und knapp.

Fallmanager hatte guten Riecher

„Ich habe es einfach vergessen“, sagte die 34-Jährige. Einen Verteidiger hatte die Angeklagte nicht. Sie brauche keinen, so die Frau aus Lohra.

Der als Zeuge geladene Fallmanager gab an, dass er die 34-Jährige zwar mehrmals zu einem Beratungsgespräch eingeladen, jedoch keine Antwort erhalten habe. So sei das Arbeitslosengeld ab Herbst 2013 kontinuierlich gekürzt worden. Eine Reaktion der Angeklagten sei aber ausgeblieben. „Ich habe bereits zu diesem Zeitpunkt vermutet, dass die Angeklagte eine anderweitige Geldquelle aufgetan hat“, erklärte der Fallmanager.

Der Verdacht erhärtete sich wenig später, als der Mitarbeiter des Jobcenters einen anonymen Anruf erhielt: Ein Nachbar der Angeklagten setzte den Fallmanager über die nichteheliche Beziehung in Kenntnis. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 900 Euro und blieb damit hinter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von 1 200 Euro zurück.

von Benjamin Kaiser

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