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20 Trauernde bei Gedenkfeier

Reichspogromnacht 20 Trauernde bei Gedenkfeier

Am Vorabend des Gedenktags zur Reichspogromnacht veranstaltete der Arbeitskreis für Menschenrechte und Menschenwürde eine Mahnveranstaltung.

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Gut 20 Teilnehmer gedachten am Vorabend des Gedenktags zur Reichspogromnacht auf dem Lohraer Friedhof der ermordeten Juden.

Quelle: Anita Ruprecht

Lohra. Am Freitag veranstaltete der Arbeitskreis für Menschenrecht und Menschenwürde Lohra zur Reichspogromnacht eine Gedenkfeier für die deportierten und ermordeten Juden in der Friedhofskapelle auf dem Lohraer Friedhof.

Elfriede Köhler, Vorsitzende des Arbeitskreises, begrüßte die gut 20 Gäste. Sie gedachte in ihrer Begrüßungsrede an die vielen schweren Flüchtlingsschicksale, die sich auch heute noch vor unser aller Augen abspielen. Und wenn sie von diesen Schicksalen höre, gingen ihre Gedanken immer wieder in die Zeit vor mehr als 70 Jahren zurück, als Menschen bei uns ihre Mitmenschen vernichteten, Familien zerstörten und großes Leid zugelassen hatten, fasste Köhler ihre Gefühle in Worte.

Rosemarie Wolny, Erste Beigeordnete der Gemeinde Lohra, ging auf die Tagebücher der Anne Frank und das Buch „Als Hitler mein rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr ein. In diesen Büchern werde in eindringlicher Form aus der Sicht von Kindern beschrieben, wie sie den Naziterror erlebten, sagte Wolny. 1,5 Millionen Kinder seien in den Konzentrationslagern der Nazis gestorben. Dies sei ungeheuerlich und unfassbar, und zusätzlich seien unzählige Kinder, die zwar physisch überlebt haben, emotional gestorben, weil sie dem Naziterror nichts entgegenzusetzen hatten, schloss die Erste Beigeordnete ihre Ansprache.

Das Zulassen der Fragen könne mehr bewirken als vorschnelle Antworten, sagte Pfarrer Jens Heyden. „Wer mit solchen Pogrom-Erfahrungen lebt muss die Erinnerung wach halten, das lehren uns die Juden“, sagte Heyden und hob damit die Wichtigkeit des Erinnerns bei Gedenkfeiern wie dieser in Lohra hervor.

Dr. Amnon Orbach, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Marburg und Mitglied des Arbeitskreises für christlich-jüdische Zusammenarbeit, sang das jüdische Kadisch (Lob Gottes) in aramäischer Sprache und formulierte ein Gebet für alle Menschen, die in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden.

Die Gedenkstunde wurde von dem Duo Polly Hoppe und Christopher Brock musikalisch begleitet. Nach der Feierstunde in der Friedhofskapelle gingen die Teilnehmer zu der Gedenkstätte auf dem Friedhof, wo Elfriede Köhler schon vorher ein Gesteck niedergelegt hatte.

von Anita Ruprecht

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