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14 Hebammen können aufatmen

Geburtshilfestation 14 Hebammen können aufatmen

Der Vorstand der Rhön-Klinikum AG stimmtegestern der Kooperationsvereinbarung zwischen Uniklinikums Gießen-Marburg (UKGM) und dem Biedenkopfer DRK-Krankenhaus zu.

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Eine Hebamme umsorgt Neugeborene. Für die Hebammen am Biedenkopfer DRK-Krankenhaus stand die Kündigung ins Haus, weil die Geburtshilfestation vor dem Aus stand.Archivfoto

Quelle: Z5556 Waltraud Grubitzsch

Biedenkopf. Die Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) hat einer Ausweitung des bestehenden Kooperationsvertrages mit dem DRK-Krankenhaus Biedenkopf zugestimmt. Dr. Gunther Weiß, Geschäftsführer Zentrale Dienste, erklärte: „Wir stärken durch unseren Beitrag die bereits vorhandene Kooperation und helfen so mit, ein Jahr Zeit zu gewinnen, um nach langfristig tragbaren Konzepten suchen zu können und eine gute Lösung für die Geburtshilfe in Biedenkopf zu finden.“

Die Erleichterung über die erhoffte Entscheidung war Willy Welsch, Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses, deutlich anzumerken. Mit dem Ja zur Kooperation sind die Kündigungen der 14 Hebammen vom Tisch. Die für den 18. Dezember terminierte Güteverhandlung am Gießener Arbeitsgericht kann aufgehoben werden. Der Erhalt der Geburtshilfestation ist damit bis zum 31. März 2014 gesichert.

Den Beschäftigten zum 31. März 2013 die Kündigung auszusprechen, ist Welsch besonders schwergefallen. „Ich arbeitet hier seit 32 Jahren und habe alle Hebammen auch eingestellt“, sagte er. In der Zeit vor Weihnachten werde er deshalb auch nicht die Hände in den Schoß legen, sondern das Erforderliche „anständig abarbeiten“. Vor Weihnachten soll ein Förderverein gegründet und es müssen noch Ehrenamtliche gefunden werden, die die Vorstandsarbeit übernehmen. Ab Januar geht es dann für Welsch in die heiße Phase, um ein langfristiges Konzept zur Sicherung der Geburtshilfestation zu erstellen.

Zunächst müssen noch die Unterschriften unter die Kooperationsvereinbarung gesetzt werden. Aber, „alles ist auf den Weg gebracht“, sagte Welsch. Die Bereitschaftsärzte sowie das UKGM hatten bereits vor der Vorstandssitzung der Rhön-Kliniken AG ihre Zusage zur Kooperation erklärt. Das Abnicken des AG-Vorstandes war letztlich reine Formalität.

Wie die Kooperation im Detail aussieht, konnte Welsch noch nicht sagen. Da es im DRK-Krankenhaus ein Belegärztesystem gibt, besteht die Möglichkeit, dass die bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen UKGM und DRK-Krankenhaus erweitert wird, um die Bereitschaftsdienste auf der Geburtshilfestation abzudecken. 2009 wechselten zwei Ärzte vom UKGM nach Biedenkopf, um als Belegärzte die Geburtshilfestation zu unterstützten. Ihr Arbeitsvertrag mit dem UKGM ruht derweil.

Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig ist sehr froh darüber, dass das Ergebnis des Runden Tisches umgesetzt wird. Dass das UKGM das DRK-Krankenhaus unterstützt, sei nicht selbstverständlich. „Wir wissen das zu schätzen“, sagte Thiemig. Nun müsse man das eine Jahr nutzen, um mit den Akteuren ein Konzept zu erstellen, das den Weiterbetrieb der Geburtshilfe-Station über den 31. März 2014 hinaus sichert.

Man sei auf einem guten Weg und müsse nun die gute Arbeit fortführen, sagte der Bürgermeister.

von Silke Pfeifer-Sternke

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