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100 Jahre Vereinsbestehen in 20 Minuten komprimiert

Jubiläum 100 Jahre Vereinsbestehen in 20 Minuten komprimiert

Der FV Wallau gestaltete anlässlich seines Jubiläums einen Festkommers in der Hinterland-Halle. Es wurde ein Abend voller Lob und Dank.

Wallau. Lange Zeit sitzen die Besucher des Festkommerses am Samstagabend in der Henkel-Halle und hören geduldig zu. Aber an einer Stelle hält es sie doch nicht auf den Stühlen: Als der FV-Vorsitzende Dennis Stark für ihre besonderen Verdienste um den Verein die Mitglieder Harald Scharf, Werner Achenbach und Siegfried Reiber auszeichnet.

Es ist ein sehr festlicher Abend. Die Tische sind geschmückt, die Wände mit bunten Scheinwerfern bestrahlt, im Foyer wartet ein köstliches Buffet. Bei diesem Anlass kein Wunder: Der FV Wallau feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Nicht nur Stark ehrt, auch die Dachverbände haben Auszeichnungen zu vergeben. Der Hessische Fußball-Verband ehrt Holger Blöcher, Dirk Simmer, Eckhard Grebe, Sebastian Spies, Walter Petri, Heinz Schmidt, Herbert Schöck, Harald Scharf, Kay Stark und Karlheinz Wetter, der Hessische Leichtathletik-Verband hat Urkunden für Bernd Kalb, Joachim Stremel, Kerstin Bergen, Ernst-Günther Reitz, Eva Mayerle und Jürgen Theofel ausgefertigt.

Klaus Gläser berichtet über Vereingeschichte

Zu solch einem Abend gehört auch ein geschichtlicher Rückblick. Den bietet Klaus Gläser und ihm gelingt das Kunststück, in nur 20 Minuten wesentliche Stationen der Vereinsgeschichte zu benennen und genug Zeit zu haben für die ein oder andere Anekdote. Beispielsweise für die Information, dass die Wallauer Kicker in den 1950er Jahren gerne mal als „Blöcher-Elf“ tituliert wurden - wegen der sechs Blöchers im Kader. Oder für die Geschichte, dass die Mannschaft ein Spiel in Allendorf mit zehn Mann beginnen musste - weil einer ins falsche Allendorf gedüst war.

Doch auch geschichtliche Informationen fehlen nicht, allen voran die Gründung des FV: 15 junge Männer waren es, die sich an einem Sonntag im Jahr 1913 trafen, in der Gaststätte Velte den Verein gründeten und den 18-jährigen Karl Velte zu ihrem ersten Vorsitzenden kürten.

„Das Spielgelände auf dem Erlenacker stand von Anfang an zur Verfügung“, weiß Gläser. Er berichtet von Siegen und Niederlagen, dem Werden der Leichtathletik- und Tennis-Abteilung, dem zwangsweisen Zusammengehen mit dem TV in den 1930er Jahren, dem Neuanfang nach dem Krieg, den elf Meisterschaften und sechs Abstiegen und der aktuellen Lage.

Natürlich gehören zum Festkommers auch die Grußworte. Schirmherr Reinhard Balzer bezeichnet Wallau als „eines der innovativsten Dörfer Deutschlands“. Dass dies so sei, habe viel mit dem Vereinsleben im Allgemeinen und dem FV im Besonderen zu tun. Landrat Robert Fischbach unterstrich den Stellenwert des Ehrenamts in der Gesellschaft. Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) gefällt, wie sehr das Programm des Jubiläumsjahres das Bemühen um Gemeinschaft und die Jugend zeigt.

Michael Richter-Plettenberg (SPD), der den Bundestagsabgeordneten Sören Bartol vertritt, zeigt sich beeindruckt, dass der FV sich nicht allein als Anbieter von Sport sehe, sondern das Ziel habe, das soziale Leben im Ort mitzugestalten. Ortsvorsteher Thomas Mayerle richtet ein dickes Lob an den Vorstand. „Ihr habt frischen Wind in den Verein gebracht“, sagt er. In den Dankreigen reihen sich auch Willy Welsch als Vertreter der Wallauer Vereine, der stellvertretende Sportkreis-Vorsitzende Paul-Heinz Petri und Kreisfußballwart Heinz Schmidt ein.

Ein Trio der Musikschule „da capo“ lockert die Rednerliste mit Stücken wie „Air“ und „Pomp and Circumstance“ auf, die Band „Esprit“ spielt am Ende zum Tanz auf.

von Hartmut Bünger

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