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mindestens 300 Opfer

Polizei hebt Betrügerbande aus

Bei Anruf Betrug: Am Telefon lassen sich Anleger zum Aktienkauf überreden. Die Firmen existieren laut Ermittler, die Aktien aber nicht. Das Geld soll bei den Gaunern gelandet sein.
Über Call-Center, aber aich das Internet und ein Netz von Scheinfirmen soll eine Gruppe von mindestens 300 Opfern mindestens fünf Millionen Euro erschwindelt haben. Foto: dpa

Über Call-Center, aber aich das Internet und ein Netz von Scheinfirmen soll eine Gruppe von mindestens 300 Opfern mindestens fünf Millionen Euro erschwindelt haben.

© dpa

Gießen. Einer internationalen Bande von mutmaßlichen Anlagebetrügern hat die Polizei in Mittelhessen das Handwerk gelegt. Die Gruppe soll von mindestens 300 Opfern mindestens fünf Millionen Euro erschwindelt haben. Die Masche funktionierte über Call-Center, Internet und ein Netz von Scheinfirmen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten.

Im Zuge der monatelangen Ermittlungen wurden 25 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen durchsucht. Die Polizei nahm 17 Verdächtige fest, gegen 14 von ihnen erging Haftbefehl. Die Drahtzieher im Alter zwischen 35 und 45 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Andere Verdächtige kamen wieder auf freien Fuß. Die Festnahmen erfolgten im Raum Düsseldorf, in Bremen und Ritterhude (Niedersachsen) sowie in Spanien.

Ausgangspunkt waren Anzeigen zweier Geschädigter aus Marburg und Schwalmstadt. Sie hatten nach Anrufen vermeintlicher Vermögensberater nicht vorhandene Aktien börsennotierter Unternehmen erworben. Die Spur führte zu zwei Call-Centern in Düsseldorf. Dort wurden die Mitarbeiter nach Auskunft der Staatsanwaltschaft bei der Arbeit festgenommen. Außerdem existierten Call-Center in Köln und Spanien.

Über das Telefon sollen sich die Betrüger als Mitarbeiter von Vermögensberatungen mit Sitz in Bremen, den USA, Luxemburg, der Schweiz und Großbritannien ausgegeben und die Aktien angeboten haben. Über Internetauftritte hätten Käufer den Wert ihres angeblichen Portfolios verfolgen können. Der Kaufpreis für die Aktien floss den Erkenntnissen zufolge auf fingierte Treuhänderkonten. Das Geld habe die Bande abgehoben oder in online getätigte Goldkäufe umgesetzt. Die Polizei stellte Vermögen im Wert von 850 000 Euro sicher.

dpa


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