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Meine peinliche Wahlpanne

Wahltagebuch Meine peinliche Wahlpanne

In grauer Vorzeit, als ich noch Student war, habe ich mich einmal total verwählt. Ich bin noch immer wütend – auch auf mich selbst.

Liebe Marburger Studierende, macht es besser als ich!

Vier fatale Fehler führten zu meiner peinlichen Wahl-Panne. Fehler Nummer eins: Ich habe nicht im schönen Marburg studiert, sondern in Dortmund. Fehler Nummer zwei: Ich verbrachte die vorlesungsfreie Zeit nicht büffelnd an der Uni, sondern in Hessen. Da ich am Wahltag nicht an meinem Wohnsitz war, wählte ich per Brief – wie viele Studierende. Folgenschwer war aber Fehler Nummer drei: Ich las im Wahlkampf keine Zeitungsberichte aus meiner Uni-Stadt. So kam es zu Fehler Nummer vier: Ich stimmte für einen Direktkandidaten, von dem ich nie gehört hatte.

Erst nach der Wahl erfuhr ich, was passiert war: In Dortmund gibt es zwei Wahlkreise. Eine Firma hatte die Briefwahlunterlagen versandt – und durcheinander gebracht. Ich wohnte im Westen der Stadt, hatte aber den Wahlzettel für den Osten bekommen. Deshalb stand keiner der Kandidaten darauf, die ich auf den Plakaten gesehen hatte. Mehr als 10 000 Dortmunder hatten im September 2005 daher ungültige Stimmzettel ausgefüllt – auch ich.

Ich war tief enttäuscht. Ich schrieb dem Bundeswahlleiter, die Abstimmung müsse in Dortmund wiederholt werden. Doch der schmetterte alle Beschwerden juristisch und mathematisch korrekt ab: Wären die ungültigen Stimmzettel gezählt worden, hätte sich die Sitzverteilung im Bundestag nicht verändert. Tja ...  

Ich hoffe, die Dortmunder Stadtverwaltung hat aus der schlimmen Panne gelernt. Ich schon: Seither informiere ich mich rechtzeitig, wer zur Wahl steht.

von Stefan Dietrich

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