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Nicht schlafen, sondern wetten

Wahltagebuch Nicht schlafen, sondern wetten

Ein letzter Ratschlag: Gehen Sie am Sonntag nicht schlafen.

Besser, Sie ziehen sich alle Umfragen, Prognosen und Hochrechnungen zur Bundestagswahl rein, warten wenigstens das vorläufige amtliche Endergebnis ab. Denn seit der US-Präsidentschaftswahl und dem Brexit-Bürgervotum geht man abends mit einer bestimmten Erwartung ins Bett – und tags drauf ist alles anders. Für die SPD könnte dieser Trend der ultimative Hoffnungsschimmer sein: Am Abend noch im Tal der Tränen, am Morgen dann im Kanzleramt. Für die CDU wäre das dann eher Alb- als Traum.

Wenig für Phantasie zu begeistern sind Buchmacher. In Wettbüros bekommt man nach einer Wiederwahl von Angela Merkel, einem Wahlsieg der CDU pro eingesetztem Euro zwischen zwei und acht Cent Gewinn ausbezahlt, bei SPD-Schulz würden aus einem schlanken gleich fette acht bis zwölf Euro. Das ist die Arithmetik der Aussichtslosigkeit. Vielleicht hilft es den Regierungsträumen der SPD ja, wenn am Sonntag alle 450 000 Mitglieder ganz fest die Augen schließen. Sollten Sie, als ein(e) Unentschlossene(r) ihr Votum nun vom Geld abhängig machen: Am meisten zahlen Internet-Wettbüros, falls die Grünen stärkste politische Kraft im Bundestag werden.

von Björn Wisker

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