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Nächtliche Botschaft

Wahltagebuch Nächtliche Botschaft

Rabenschwarz ist die Nacht, eine fahle Mondhälfte lässt sich zwischen den Wolken blicken, die über der Rhön hängen.

Autobahn 5, Rückweg vom Sonntagsausflug nach Fulda, 23 Uhr. Kein Mensch unterwegs sonst, nur die Baustellenbereiche animieren ab und zu einmal zum Tritt auf die Bremse. Bruce Cockburn singt im Radio „Stab at matters“, bei Alsfeld rät die Navistimme dazu, den Weg über die Bundesstraße zu nehmen.

Wäre eine Option, doch nein, was leuchtet da matt in der Ferne? Immer größer, mächtiger, rechteckiger wird es, dieses Licht da links von der Piste. Zuerst ist sie nur schemenhaft auszumachen, dann deutlicher und schließlich gibt es keinen Zweifel mehr: die Kanzlerin.

Ok, ein Wahlplakat eben, aber was für ­eines! Schlecht zu schätzen, aber diese Illumination hat die Ausmaße einer senkrecht gestellten Kinoleinwand. Oder wirkt nachts einfach alles nur größer? Am größten aber ist in dieser dunklen Nacht die Botschaft, die Angela Merkel den Vorbeifahrenden mit auf den Weg zu geben hat: 24.9.

Eine monumentale Aussage, stärker noch als jene berühmte Antwort  auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und all dem Rest“ aus Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“: Die lautete 42.

von Carsten Beckmann

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