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Langeweile und Materialschlacht

Wahltagebuch Langeweile und Materialschlacht

Neulich habe ich den CDU-Bundestagskandidaten Dr. Stefan Heck vom Bus aus ­gesehen.

Er lächelte mir von einem Plakat entgegen, das in einer Haltestelle hing. „Haltung“ las ich noch, ehe der Bus weiterfuhr. 300 Meter ­weiter lächelte mir wieder von einer Bushaltestelle der Christdemokrat entgegen, ich konnte noch das Wort „Überzeugung“ lesen, ehe der Bus wieder anfuhr.

Da fiel mir ein, dass ja Wahlkampf ist und dass die Kandi­daten um Stimmen werben. Unter anderem mit Plakaten von Plakatwänden – gelegentlich bekommt man als Wahlvolk auch einmal einen Kugelschreiber geschenkt.

Sören Bartol lächelt mich übrigens auch an. Von einem überdimensionalen Wahlplakat in der Gisselberger Straße Richtung Gießen zum Beispiel. Bestimmt hat er sich geärgert, dass der Heck die Idee hatte, Werbefläche an den Bushaltestelle zu mieten und er eben nicht. Heck wiederum – oder besser sein Kreisverbandsvorsitzender Dr. Thomas Schäfer – hat in der vergangenen Woche viel Energie darauf verwendet, dass Bartol im Stadtwerke-Bus die Fahrgäste nicht mehr anlächeln darf.

So ist das im Wahlkampf 2017: Wenn die großen Themen fehlen, gibt’s halt nur ­eine Materialschlacht.

von Till Conrad

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